Herbstumfrage des vdmb zum Thema Fachkräftebedarf

Die demographische Entwicklung und die steigenden Anforderungen der Betriebe an ihr Personal machen sich auch in der Druck- und Medienbranche bemerkbar

(PresseBox) (München, ) Viele Branchen melden schon jetzt akuten Bedarf an Fachkräften und es wird händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern gesucht. Um ein umfassendes Bild vom momentanen und zukünftigen Bedarf an Fachkräften in der bayerischen Druck- und Medienbranche zu erlangen, hat der Verband Druck und Medien Bayern Ende Oktober 2011 eine Umfrage unter seinen Mitgliedern zu diesem Thema durchgeführt.

Gegenwärtige Situation

An der Befragung teilgenommen haben 71 bayerische Unternehmen. Über 90 Prozent dieser Betriebe sind Druckdienstleister, die restlichen zehn Prozent verteilen sich auf Multimedia-Agenturen, Dienstleister (Web-to-Print, E-Publishing, Datenbanken) sowie Zulieferfirmen. Rund 79 Prozent der Unternehmen sind vollstufige Druckereien. Zwei Drittel der befragten Unternehmen haben weniger als 50 Mitarbeiter wobei 20 Prozent der teilnehmenden Unternehmen mehr als 100 Mitarbeiter haben. 73 Prozent der befragten Unternehmen bilden aus. 62 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihre Beschäftigungszahl in den letzten drei Jahren gleichgeblieben (36%) oder gestiegen (26%) ist - 38 Prozent haben ihre Mitarbeiterzahl in dieser Zeit verringert.

Derzeit keine angespannte Lage

Der momentane Bedarf an besonders dringend benötigten Fachkräften hält sich noch in Grenzen. So melden nur fünf Unternehmen akuten Bedarf an Siebdruckern sowie Buchbindern. Vier Unternehmen suchen Mediengestalter, je drei Firmen suchen Mitarbeiter für die Weiterverarbeitung und für Vertrieb und Marketing.

42 Prozent der befragten Unternehmen machen Schwierigkeiten bei der Suche nach geeignetem Fachpersonal in den letzten zwölf Monaten an der mangelnden Qualifikation fest. Weitere 27 Prozent sehen die Ursachen an den fehlenden Bewerbern. Hinzu kommen hohe Entgeltforderungen und mangelnde Mobilität mit 13 und 15 Prozent.

Einschätzung des zukünftigen Fachkräftebedarfs

Facharbeiter - In den nächsten zwölf Monaten schätzen 59 Prozent der Unternehmen Ihren Bedarf an Facharbeitern mit zunehmend oder stark zunehmend ein. Für die nächsten fünf Jahre schätzen über zwei Drittel der Unternehmen Ihren Bedarf an Facharbeitern mit zunehmend ein, 14 Prozent davon sogar als stark zunehmend. Auffällig bei einer differenzierteren Betrachtung ist, dass die kleineren Unternehmen mit unter 20 Mitarbeitern für das kommende Jahr einen mit 57 Prozent abnehmenden oder stark abnehmenden Bedarf an Facharbeitern sehen. Für die nächsten fünf Jahre sehen jedoch bereits 61 Prozent der Betriebe einen zunehmenden oder stark zunehmenden Bedarf.

Meister, Fachwirte und Techniker - Insgesamt schätzen 49 Prozent der befragten Unternehmen Ihren Bedarf an Meistern, Technikern und Fachwirten in den nächsten zwölf Monaten zunehmend ein, auf die nächsten fünf Jahre gesehen 67 Prozent zunehmend, davon 13 Prozent als stark zunehmend. Auch hier erkennt man in der nach Unternehmensgröße differenzierten Betrachtung vor allem bei den größeren Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern einen hohen Bedarf an Meistern und Technikern, wobei hier der Bedarf proportional mit der Größe des Unternehmens steigt. 88 Prozent der Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern vermuten schon in den nächsten zwölf Monaten einen steigenden Bedarf, in fünf Jahren sind es sogar volle 100 Prozent.

Ingenieure - Die Nachfrage nach Ingenieuren ist im Vergleich zu den anderen Fachkräften am geringsten, dennoch sehen 43 Prozent der Unternehmen einen erhöhten Bedarf in den nächsten fünf Jahren. Ingenieure werden hauptsächlich von großen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern gesucht. Hier sehen in fünf Jahren 56 Prozent zunehmenden, und zusätzliche 22 Prozent sogar stark zunehmenden Bedarf. Kleine Unternehmen mit unter 20 Mitarbeitern melden erwartungsgemäß keinen Bedarf - weder in zwölf Monaten noch in fünf Jahren.

Weiterbildungsbedarf

Befragt nach dem Qualifizierungsbedarf ihrer Mitarbeiter in den nächsten zwölf Monaten antworten 53 Prozent der Unternehmen mit Vertrieb bzw. Marketing. 47 Prozent sehen Handlungsbedarf in der Vorstufe und 36 Prozent bei den Dienstleistungen wie zum Beispiel EPublishing, Web-to-Print oder Datenbanken. Der Weiterbildungsbedarf der Betriebe zieht sich quer durch sämtliche Unternehmensbereiche.

Fazit

Der demografische Wandel wird es in Zukunft schwerer machen passendes Personal zu finden, zudem steigen die Anforderungen der Unternehmen an ihr Personal, denn die Druck- und Medienbranche ist in Zukunft mehr denn je auf Innovationen, Technik und hochwertige Produkte angewiesen. Aus diesem Grund werden zukünftig in besonderem Maße gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte benötigt.

Auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ sind und der Fachkräftemangel in unserer Branche noch nicht akut zu Buche schlägt, zeigen die Zahlen doch ganz klar, dass in vielen Bereichen schon jetzt Handlungsbedarf besteht - eine strategische und herausfordernde Aufgabe für die Unternehmensführungen.

Für uns als vdmb bedeutet das, das Dienstleistungsangebot für unsere Mitgliedsunternehmen zu optimieren und weiter auszubauen. Denn um auf dem sich rasch wandelnden Markt bestehen zu können muss die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern noch mehr als bisher in den Fokus rücken.

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