VATM: Keine Ausnahme für neue Telekom-Monopole

"Europäische Doppelstrategie der Bundesregierung gefährdet gesamten Glasfaserausbau in Deutschland"

(PresseBox) (Köln, ) Mit größter Sorge um den Telekommunikationsstandort Deutschland und den Fortschritt bei der Anbindung an das schnelle Internet reagiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner auf die neuesten Meldungen aus Brüssel. "Wenn die Bundesregierung ihre Zustimmung zum EU-Konjunkturpaket morgen tatsächlich von laxeren Wettbewerbsregeln für die Deutsche Telekom beim Glasfaserausbau abhängig machen sollte, verfolgt sie eine folgenschwere Doppelstrategie. Während sie in den vergangenen Wochen immer wieder betont hat, den deutschen Regulierungsrahmen nicht ändern und den Wettbewerb bei den neuen Breitbandnetzen unterstützen zu wollen, scheint sie sich nun gleichzeitig in Brüssel für eine Lockerung der Spielregeln allein zu Gunsten der Telekom einzusetzen", sagt Grützner.

"Dabei dürfte jedem, auch in der Bundesregierung, bewusst sein, dass die Öffnung des Ex- Monopolisten für Netzzugangs- und Kooperationsmodelle vor allem auch auf den Druck der Bevölkerung, der Unternehmen, der Verbraucherschützer und der EU zurückzuführen ist.Einen Rückgang des Wettbewerbs und neue Monopole will niemand in Deutschland", so der VATM-Geschäftsführer. Eine Lockerung der EU-Regulierung bei Vorprodukten für die neuen Märkte würde zudem die für den Glasfasernetzausbau so wichtigen Kooperations- und Zugangsmodelle gefährden, die zurzeit zwischen DTAG und Wettbewerbern verhandelt werden. "Wenn die Möglichkeiten der Regulierung eingeschränkt werden, wird die Deutsche Telekom wieder ihre Marktmacht einsetzen und freiwilligen Verhandlungen mit den Wettbewerbern würde die Grundlage entzogen", betont Grützner.

Es stehe völlig außer Frage, dass Investitionen gefördert werden müssten und sich diese für den Investor rentieren müssen, so der VATM-Geschäftsführer. "Die Investitionen müssen jedoch im Wettbewerb nach Deutschland geholt werden. Und genau hier brauchen die Investoren Planungssicherheit und einen verlässlichen Regulierungsrahmen", unterstreicht Grützner. Fatal seien hingegen Anträge, wie sie jüngst von deutschen EU-Parlamentarien vorgeschlagen wurden. Darin werde gefordert, zukünftig künstlich hohe Preise des Ex- Monopolisten bei den Vorprodukten für die Wettbewerber zuzulassen. "So etwas schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland und würde den Wettbewerb zum Erliegen bringen", warnt der VATM-Geschäftsführer.

Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM)

Im VATM sind rund 90 der im deutschen Markt operativ tätigen Telekommunikations- und Dienstleistungsunternehmen aktiv.Alle stehen im direkten Wettbewerb zum Ex-Monopolisten Deutsche Telekom AG und engagieren sich für mehr Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt - zugunsten von Innovationen, Investitionen und Beschäftigung. Seit der Marktöffnung im Jahr 1998 haben die Wettbewerber im Festnetz- und Mobilfunkbereich Investitionen in Höhe von rund 40 Mrd. € vorgenommen.Unmittelbar sichern die neuen Festnetz- und Mobilfunkunternehmen über 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland sowie zusätzlich etwa 50 Prozent der Beschäftigung in den Zulieferbetrieben.

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