Bis Ende 2010 1,8 Millionen Haushalte in weißen Flecken mit Breitband erschlossen

Weiterer Ausbau durch LTE, Richtfunk, WLAN, Satellit und Bahninfrastruktur in 2011 / VATM erörterte in Montabaur Perspektiven für ländliche Regionen

(PresseBox) (Köln, ) Die Breitbandversorgung in Deutschland ist deutlich besser geworden. Für die Versorgung der weißen Flecken gibt es zahlreiche Ideen und Aktivitäten, aber auch noch einen hohen Aufklärungs- und Abstimmungsbedarf. Insbesondere der Roll-out der Glasfaseranschlüsse bis in jedes Haus ist auch in den ländlichen Regionen ein wichtiges langfristiges Ziel. Die rasche Öffnung bereits vorhandener öffentlicher Infrastrukturen in Deutschland für die Mitbenutzung durch die Telekommunikationsdienstleister könnte den Glasfaserausbau deutlich beschleunigen. Dieses Fazit zieht der VATM aus seinem jüngsten Experten-Workshop. Unter dem Motto "Wertschöpfungspartnerschaften beim Breitbandausbau" hatte die AG Weiße Flecken des Verbandes eine Reihe von Experten zum Thema Breitbandausbau und Breitbandförderung auf Schloss Montabaur eingeladen.

Eine positive Bilanz zog Dr. Peter Knauth, Referatsleiter Telekommunikation im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), aus dem "1. Monitoringbericht zur Breitbandstrategie des Bundes", die das BMWi Ende September vorgelegt hat. Seit Beginn der Breitbandstrategie der Bundesregierung Anfang 2009 seien 1,8 Millionen Haushalte in so genannten weißen Flecken erschlossen worden. Laut BMWi sind für knapp 40 Prozent der Haushalte Dienste mit

Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s und mehr verfügbar. Deutschland sei inzwischen in Europa führend bei der Nutzungs- und Wachstumsrate von Breitband und liege der EU-Kommission zufolge bei der Breitband-Penetrationsrate mit 30,4 Prozent auf Platz 5 hinter Dänemark (37,8), den Niederlanden (37,7), Luxemburg (32,1) und Schweden (31,5).

Die wirtschaftliche Bedeutung von Breitband sei inzwischen allgemein (an)erkannt, waren sich die Experten einig. Nahezu jeder Bürgermeister wisse inzwischen, dass man im Internet nicht nur surfen könne, sondern dass das Web gleichzeitig die Plattform für maßgebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse sei. Ganz anders sieht es jedoch in den so genannten weißen Flecken mit dem Wissen darum aus, wie man denn möglichst schnell eine flächendeckende Versorgung mit einem Highspeed-Zugang bekommen kann. Nach wie vor gebe es noch zu oft die Erwartungshaltung, die Versorgung komme wie zu Monopolzeiten schon irgendwann von selbst.

Der Monitoring-Bericht zeige auch, dass Deutschland im internationalen Vergleich mit seinem Zielsystem für die Breitbandstrategie gut unterwegs sei und das richtige Gleichgewicht aus Wettbewerb und Stimulierung gewählt habe. Trotz weiterhin hoher DSL-Dominanz mit 90 Prozent der Breitbandanschlüsse gehe die Bundesregierung bei den hohen Wachstumsraten bei den alternativen Techniken wie insbesondere dem Kabelanschluss davon aus, dass allein über die Wettbewerbssituation in Deutschland langfristig 70 Prozent der Haushalte mit Breitband versorgt würden.

Um die Breitbandversorgung auch in den ländlichen Regionen schneller voranzubringen, lote das BMWi derzeit die Synergiepotenziale mit öffentlichen Infrastrukturen aus. Zur Sprache kam in Montabaur etwa die mögliche Einbeziehung des Schienennetzes der Bahn, der Kommunikationstrassen entlang den Autobahnen und anderer öffentlicher Netze. Besonders die Bahn-Infrastruktur mit ihren zahlreichen Trassen, Brücken und Tunnels biete sich dabei zur Nutzung an. Thomas Görlich, Manager Marktentwicklung im Geschäftsfeld DB Kommunikationstechnik bei der Bahn AG, zeigte, dass die DB Kommunikationstechnik GmbH offen für Partnerschaften im Umfeld des Breitbandausbaues in Deutschland unter Berücksichtigung der bahnspezifischen Besonderheiten ist.

"Offen sind derzeit noch die Rahmenbedingungen für die Nutzung öffentlicher Infrastrukturen.

Das muss nun zügig angegangen werden. Die Grundsatzentscheidung muss jetzt bald fallen", machte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner der Politik Druck. Die erfolgreiche Breitband-Aufholjagd Deutschlands im EU-Vergleich führte Grützner vor allem auch auf die intensiven Anstrengungen der alternativen Anbieter mit ihren unterschiedlichen Technologie- Ansätzen wie DSL, Richtfunk, WLAN und Satellit zurück.

Mobilfunk:

Als Vertreterin der Mobilfunkanbieter kündigte Dr. Isabel Tilly, Regulierungsstrategie und
-recht, Vodafone D2 GmbH, an, dass von Seiten des Düsseldorfer Anbieters der LTEAusbau schneller erfolgen werde als nach den Lizenzbedingungen vorgegeben. So sollen schon bis Ende März 2011 bundesweit rund 1.500 Standorte aufgebaut sein, wo es sich anbiete auch in Kooperation mit anderen Anbietern. Die Kunden - und zwar die in den entlegendsten Regionen zuerst - seien dann mit zunächst 5-Mbit/s-Anschlüssen gut versorgt.

Richtfunk/WLAN:

Innovative Technologien im Bereich WLAN stellte Winfried Kiebel vor. Der Geschäftsführer der Lanspot aus Dormagen versorgt insbesondere kleine Gemeinden per Richtfunk und WLAN mit Breitband mit bis zu 16 Mbit/s im Down- und 3 Mbit/s im Upload. Sein "LanSpot- Bürgernetz" entsteht innerhalb weniger Wochen in der Regel ohne Fördermittel. 21 Ortschaften wurden auf diese Weise bereits angebunden. Richtfunkstrecken ermöglichen sehr kostengünstige Verbindungen. Die Verteilung im Haus erfolgt dann wie gewohnt per Kabel oder WLAN.

Satellit:

Auch die Versorgung per Satellitenverbindung ist inzwischen vor allem in sonst schwierig versorgbaren Gebieten eine sinnvolle Alternative. Privathaushalte und kleine Unternehmen werden dabei flächendeckend mit bis zu 4 Mbit/s über eine Satellitenschüssel versorgt. Die Installation und Inbetriebnahme kann leicht durch den Nutzer selbst erfolgen. Nach Angaben von Volker Leyendecker, Regional Sales Manager bei ASTRA Broadband Services S.A. mit Sitz in Luxemburg, nutzen derzeit mehr als 65.000 Kunden in Europa diese Breitband- Variante. ASTRA entwickle seinen Satellitendienst kontinuierlich weiter, um den steigenden Ansprüchen der Nutzer, insbesondere im ländlichen Raum gerecht zu werden.

Die einzelnen Vorträge der Veranstaltung sind unter www.vatm.de abrufbar.

Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM)

Im VATM sind mehr als 100 der im deutschen Markt operativ tätigen Telekommunikations- und Dienstleistungsunternehmen aktiv. Alle stehen im direkten Wettbewerb zum Ex-Monopolisten Deutsche Telekom AG und engagieren sich für mehr Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt - zugunsten von Innovationen, Investitionen und Beschäftigung. Seit der Marktöffnung im Jahr 1998 haben die Wettbewerber im Festnetz- und Mobilfunkbereich Investitionen in Höhe von rund 45 Mrd. € vorgenommen.

Unmittelbar sichern die neuen Festnetz- und Mobilfunkunternehmen über 54.500 Arbeitsplätze in Deutschland sowie zusätzlich etwa 50 Prozent der Beschäftigung in den Zulieferbetrieben.

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