Weltwärts und Co

Freiwilligenprogramme auf dem Prüfstand

(PresseBox) (Bonn, ) Bis zu 10.000 junge Menschen sollen jährlich im Rahmen des Freiwilligenprogramms "weltwärts" in Entwicklungsländer entsendet werden. Auch andere europäische Länder haben die entwicklungspolitischen Freiwilligendienste ganz oben auf ihrer Agenda stehen. Doch was können diese Programme wirklich leisten? Tragen sie zu einem Bewusstsein für die Probleme einer globalen Welt bei? Und was ist mit den Menschen in den Zielländern? Profitieren sie von den Programmen oder bleiben ihre Erwartungen auf der Strecke? Der internationale NRO-Kongress "Global learning, weltwärts and beyond", befasst sich im Vorfeld der UNESCO-Konferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, die vom 31. März bis 2. April in Bonn stattfindet, mit diesen Fragen.

"Freiwilligendienste bieten die Möglichkeit, andere Kulturen und Lebenswelten zu erfahren. Dies ist eine Bereicherung für jeden einzelnen und wenn es gut läuft, auch für unsere Gesellschaft. Doch die Dienste dürfen nicht einseitig ausgerichtet sein. Auch die jungen Menschen in den Entwicklungsländern müssen die Chance bekommen, daran teilzunehmen", so VENRO-Vorstandsvorsitzende Claudia Warning.

VENRO und die Arbeitsgruppe Bildung des europäischen Dachverbandes Entwicklungspolitik (CONCORD/DEF) sind die Veranstalter des Bonner NRO-Kongresses, an dem 150 zivilgesellschaftliche Vertreterinnen und Vertreter aus 45 Ländern teilnehmen werden. Der Kongress findet vom 27. bis 29. März in Bonn statt. Ziel ist die Verabschiedung einer Bonner NRO-Erklärung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, die in die Debatten der UNESCO-Konferenz einfließen soll.

Der brasilianische Pädagoge und Schriftsteller Ralf Rickli befürwortet Freiwilligendienste, aber nicht mit dem Vorsatz den Menschen vor Ort zu helfen. "Die jungen Leute sollen nur am Leben fremder Kulturen teilnehmen und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickeln. Denn selbst, wenn nur wenige Personen aus den Ländern des Nordens, die Lebensweise in den Entwicklungsländern kennen und respektieren lernen, kann das tatsächlich die Welt verändern. Das verdient dann wirklich den Namen Globales Lernen." Rickli ist Koordinator bei dem brasilianischen Verband für kulturelle und soziale Entwicklung TROPIS und Kongressteilnehmer.

Die 23-jährige Karin Becker war als weltwärts-Freiwillige für ein halbes Jahr in Ghana, um dort mit behinderten Kindern zu arbeiten. Der Aufenthalt stellt für sie "eine prägende Lebenserfahrung von unschätzbarem Wert" da. Offen bleibt für sie aber die Frage, was der Besuch in dem westafrikanischen Land ihrer Gastfamilie und Einsatzstelle - über den interkulturellen Austausch hinaus - gebracht hat. Eines aber ist sicher: Ihr Engagement für Menschen mit Behinderung wird sie auch nach ihrer Rückkehr in Deutschland fortsetzen.

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