Globale Apartheid überwinden

VENRO für handlungsfähigen UN-Wirtschaftsrat

(PresseBox) (Bonn, ) Um der Finanzkrise auch global zu begegnen, ist ein handlungsfähiger UN-Wirtschaftsrat erforderlich, dem andere multilaterale Einrichtungen zugeordnet sind. Der Rat müsse sozial und ökologisch nachhaltig ausgerichtet sein und sich für die Chancengerechtigkeit zwischen Arm und Reich einsetzen, betonte der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) in einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel heute in Berlin.

Zudem sollten einflussreiche Chefposten wie beim Internationalen Währungsfonds (IWF) verstärkt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Entwicklungsländern besetzt werden. "Es kann nicht sein, dass die armen Länder in besonderem Maße und unverschuldet von den Krisen betroffen sind, bei der Vergabe von Schlüsselpositionen aber außen vorgelassen werden", so Warning. Traditionell würden Posten wie beim IWF mit Europäern und Amerikanern besetzt.

Die Krisen der vergangenen Jahre treffen vor allem die armen Länder und dort die besonders armen Bevölkerungsgruppen. Aufgrund hoher Nahrungsmittelkosten müssen immer mehr Menschen hungern. Große Landflächen in Entwicklungsländern dienen Großinvestoren aus reichen Staaten zur Biokraftstoff- und Nahrungsmittelproduktion. Die Folgen des Klimawandels sind in den meisten Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas schon jetzt bedrohliche Realität. Dürren, vermehrter Starkregen und steigende Meeresspiegel sind nur einige Beispiele. Für die Klimaanpassungen brauchen die Partner im Süden mehr Geld, das die reichen Staaten zur Verfügung stellen müssen. Nur so kann eine Klima-Apartheid verhindert werden.

Die EU-Staaten, einschließlich Deutschland, müssen zu Ihrer Zusage stehen, den Anteil ihrer Entwicklungsausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Diese Mittel müssten unabhängig von den Klimaanpassungsleistungen zur Verfügung stehen, so der Verband.

"Wir müssen eine globale Apartheid verhindern. Deshalb müssen die Entwicklungsländer bei dem EU-Sondergipfel zur Finanzkrise ganz oben auf der Agenda stehen", betont Warning. Die reichen Länder müssen endlich ein Signal setzen, dass sie den armen Ländern den Rücken stärken."

VENRO hat in Berlin zudem die Sicherheitslage in Afghanistan angesprochen, die sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert hat. Die Bundesregierung sollte Prioritäten beim zivilen Wiederaufbau setzen und auf den Einsatz weiterer Soldaten verzichten. Vor allem die Vermischung von zivilen und militärischen Einsätzen, wie durch die deutschen Wiederaufbauteams (PRTs), habe humanitäre Organisationen zur Zielscheibe von Übergriffen gemacht.

Für Interviews stehen Ihnen zur Verfügung:

- Thema: Finanz-und Wirtschaftskrise
Dr. Claudia Warning, VENRO-Vorstandsvorsitzende

- Thema Nahrungskrise
Ulrich Post, Stellvertretender VENRO-Vorsitzender

- Thema Klimawandel
Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsmitglied

- Thema Afghanistan
Jürgen Lieser, stellvertretender VENRO-Vorstandsmitglied

VENRO - Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.

VENRO e. V. ist der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (NRO). Ihm gehören rund 120 deutsche NRO an, die in der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Nothilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind.

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