G20-Gipfel: Nicht nur Fokus auf Wirtschaftswachstum

Armutsbekämpfung stärker berücksichtigen

(PresseBox) (Bonn, ) Die G20-Staaten sollten sich auf ihrem November-Gipfel in Südkorea nicht nur mit Währungsfragen und der Finanzmarktregulierung befassen, sondern - wie vom Gastgeber gewünscht - auch eine Entwicklungsagenda verabschieden. Eine solche Entwicklungsagenda sollte vor allem das Ziel haben, die weltweite Armut zu überwinden und mehr Menschen die Chance geben, sich an der Globalisierung zu beteiligen. Dies hat jetzt der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) anlässlich des Treffens der 20 führenden Schwellen- und Entwicklungsländer vom 11. bis 12. November in Seoul gefordert.

"Die bei der Entwicklungsagenda in Seoul im Vordergrund stehenden Bereiche Wachstum, Infrastruktur und Handel können jedoch nur Instrumente sein, um das Einkommensgefälle zu reduzieren", sagt VENRO-Vorstandsvorsitzender Ulrich Post. "Sie sind jedoch keine Ziele in sich."

"Dass Wirtschaftswachstum als Indikator für Entwicklung nicht ausreicht, hat der aktuelle UNBericht zur menschlichen Entwicklung eindrücklich gezeigt. Die G20 sollten vor allem die globalen Rahmenbedingungen, etwa für den Welthandel, gerechter gestalten", sagt Post

So sollten die G20-Staaten sich dafür einsetzen, dass die Doha-Entwicklungsrunde der WTO zu einem zügigen Abschluss kommt. Ziel sollte ein Welthandelssystem sein, das die Märkte der armen Entwicklungsländer vor Importfluten schützt und ihnen die Chance gibt, ihre eigenen Produkte auf dem Weltmarkt zu verkaufen. "Dann sind erstens die Voraussetzungen für breitenwirksames wirtschaftliches Wachstum besser. Und zweitens kann damit auch die Ernährungssicherheit in den armen Länder unterstützt werden", so Post.

VENRO kritisiert zudem, dass die G20 sich bisher nicht auf eine Finanztransaktionssteuer einigen konnten. Eine solche Steuer dämpft Spekulation und spült zusätzliche Mittel in die Staatshaushalte, die dann für den Kampf gegen Armut und den Klimawandel eingesetzt werden könnten "Die Bundesregierung muss hier weiter auf Kurs bleiben und als ersten Schritt die Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene erreichen.", so Post.

VENRO - Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.

VENRO ist der Bundesverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (NRO). Ihm gehören 118 deutsche NRO an, die in der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Humanitären Hilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind.

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