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VDMA: Training in Deutschland für Einsatz in der Welt
Deutsche Druckindustrie bildet internationales Fachpersonal aus
In diesem Jahr nahmen 14 Männer und Frauen an dem Training teil. Sie kamen aus Ägypten, Kenia, der Elfenbeinküste, Thailand, Malaysia, Indonesien, Sri Lanka, Brasilien, Argentinien, Iran, Russland, der Ukraine, Serbien und Kroatien. Dreieinhalb Wochen hatten sie im Ausbildungszentrum Polygraphie in Chemnitz alles über Offset, Digitaldruck, Druckvorstufen, neue Technologien und den Umgang mit ihnen gelernt. Daran anschließend konnten sie diese Prozesse in Betriebsbesichtigungen bei den Mitgliedsfirmen von PrintPromotion selber in Augenschein nehmen. Ein Großteil der Kosten für die Schulung, übernimmt PrintPromotion.
"Die Nachfrage nach Training in deutscher Drucktechnik ist auf vielen Märkten sehr groß. Ein Lehrgang in Deutschland pro Jahr reicht da nicht aus. Deshalb veranstaltet PrintPromotion seit Jahren Lehrgänge direkt in den Zielmärkten. Diese Aktivitäten sollen in Zukunft noch verstärkt werden", sagte Dr. Heering. Mit der Vergabe der Urkunden endete der Ausbildungskurs. Am Donnerstag und Freitag werden die Fachlehrer in ihre Heimatländer zurückkehren. Im Gepäck haben sie dann auch umfangreiches Schulungs- und Informationsmaterial der Druckmaschinenhersteller, das ihnen helfen wird, ihrerseits Menschen in der Drucktechnik auszubilden. Auf diese Weise kann sich auch die deutsche Drucktechnik in diesen Ländern weiter etablieren. "Das ist für alle eine Win-Win-Situation. Die Fachlehrer können künftig fachgerecht ausbilden, und wir festigen mit unserem Engagement letztlich auch die wirtschaftliche Entwicklung unserer Druckmaschinenbranche im Ausland. Wir betreiben also Exportförderung", sagte Dr. Heering.
Für viele Fachlehrer aus Entwicklungs- und Schwellenländern ist ein Lehrgang in Chemnitz eine einmalige Chance. In ihren Heimatländern werden sie oft nicht unterstützt. Meistens mangelt es an Geld. Entsprechend groß ist die Nachfrage.
Der VDMA stellt drei der diesjährigen Teilnehmer vor:
Geoffrey Kamau Runoh kommt aus Nairobi in Kenia. Der 35-jährige Familienvater arbeitet dort im Institut of Education, vergleichbar einem Schulministerium. Runoh ist im Verwaltungsmanagement für alle Veröffentlichungen zuständig, zum Beispiel für die Lehrpläne aller Bildungseinrichtungen von der Grundschule bis zur technischen Hochschule. Er hat auch selbst Drucktechnik unterrichtet, bevor er beruflich aufgestiegen ist. "Der Lehrgang in Deutschland kam für mich gerade zur richtigen Zeit", sagt er. Wir hatten kurz vorher in Deutschland neue Druckausrüstung eingekauft, eine neue Druckmaschine, eine Nummerier-Maschine und eine Maschine zu Binden. Aber wir konnten nicht das gesamte Potenzial nutzen." Nach vier Wochen Kursus und zahlreichen Betriebsbesichtigungen weiß Runoh jetzt über seine Maschinen Bescheid. "Ich werde das, was ich gelernt habe, auch an die Studenten im Polytechnikum bei uns in Nairobi weitergeben. Ich habe das ganze Unterrichtsmaterial mitgenommen", sagt er. In Kenia mit seiner sehr jungen Bevölkerung gebe es zwar viele, in praktischer Arbeit gut ausgebildete Menschen. "Aber wir haben einen Mangel an Leuten, die sich mit der Theorie auskennen."
Anna Berdovshchikova ist in Moskau Lehrerin an der staatlichen Universität für Druckkunst. In ihrem Institut ist der Lehrgang von PrintPromotion gut bekannt. Schon einige ihrer Kollegen haben in den vergangenen Jahren daran teilgenommen. "Ich war auch bei einem Training von PrintPromotion in Moskau. Aber ich wollte unbedingt nach Deutschland, um vor Ort zu sehen, wie sie dort die Hochtechnologie entwickeln." Wichtig sei es, die Ausrüstung, die man in Deutschland kauft, auch richtig anwenden zu können. "Wir sind als Universität manchmal zu traditionell. Die Lehrinhalte werden kaum erneuert. Wir haben in vielem einfach keine praktische Erfahrung. Deshalb ist dieser Lehrgang in Deutschland so wichtig für mich", sagt die 32-jährige Russin. Sie ist schon einmal ein ganzes Jahr in Deutschland gewesen. Da hatte sie ein Stipendiat der Carl-Duisberg-Gesellschaft bekommen.
Ramy Hammady unterrichtet nach seinem Bachelorabschluss an der Fakultät für angewandte Künste an der Helwan Universität in Gizeh nahe Kairo. Der Ägypter ist mit 24 Jahren der jüngste Teilnehmer des diesjährigen Lehrgangs. "Ich bin froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Vor allem die Möglichkeit, die Fabriken und Produktionsabläufe zu sehen, hat mir große Einblicke verschafft. In Ägypten haben wir kein sehr gutes Ausbildungssystem. Deshalb müssen wir uns zusätzlich weiterbilden. Dieser Lehrgang war eine sehr gute Gelegenheit", sagt er. Nach seinem Master, den er im nächsten Jahr machen will, plant Hammady, seinen Doktortitel in Deutschland zu erwerben. "Mit der Bergischen Universität in Wuppertal habe ich schon Kontakt aufgenommen. Die haben da im Maschinenbau genau die Spezialisierung auf Drucktechnik, die ich für meine Arbeit brauche", sagt er.
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