- Pressemitteilung BoxID 521080
VDMA: Deutsche Schiffbau- und Offshore- Zulieferindustrie erfolgreich durch Anpassung an veränderte Märkte
Leichter Umsatzzuwachs im Jahr 2011 um vier Prozent und steigende Auftragseingänge verbessern die Produktionsauslastung für 2012
Im Jahr 2011 lag der Branchen-Umsatz bei 11,5 Milliarden Euro
Die deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferer erwirtschafteten 2011 mit rund 70.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro. Das bedeutet einen leichten Umsatzzuwachs von durchschnittlich vier Prozent zum Vorjahr (Umsatzrückgang 2010: 6 Prozent). Die Exportquote lag bei 71 Prozent. Die Auslastung in der Produktion bei den Schiffbau-Zulieferern hat sich wieder verbessert. Die Kurzarbeit ist in den meisten Betrieben Vergangenheit. Das Offshore-Zuliefergeschäft im Öl- und Gas-Markt war von den Umsatzschwankungen nicht betroffen, hier setzte sich das zweistellige Wachstum der letzten Jahre wieder unvermindert fort.
Auftragseingänge steigen weiter
Nach dem dramatischen Rückgang der Schiffbauaufträge ab Oktober 2008 und dem Einbruch bei den Zulieferern 2009 stiegen die Auftragseingänge im Jahr 2011 um sechs Prozent (2010 um 8 Prozent). Daraus schließen wir auf eine stabile Geschäftsentwicklung für das Jahr 2012. Die Branche hat die tiefgreifende Schiffbaukrise bisher gut bewältigt und zeigt sich daher sehr zuversichtlich, auch mögliche zukünftige Störungen aus eigener Kraft überwinden zu können.
Chancen in neuen Exportmärkten
Neben den langsam zunehmenden Aufträgen aus den etablierten Märkten haben die Unternehmen der Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie einen Schwerpunkt auf die Erschließung neuer Exportmärkte gesetzt. Die in den vergangenen Jahren durchgeführten VDMA-Delegationsreisen und -Foren waren erfolgreich und werden in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsfirmen fortgesetzt. Die gesammelten Erfahrungen werden in gezielt organisierten Fachveranstaltungen ausgetauscht und für die Branche gewinnbringend eingesetzt.
Neben den großen drei asiatischen Schiffbaunationen China, Korea und Japan rücken wachsende Schiffbauländer in den Vordergrund. Dazu zählen Brasilien und Russland, deren Wachstum auf der Nachfrage aus dem Öl&Gas-Segment basiert. 2011 wurden weltweit 1.940 Seeschiffe bestellt (Vorjahr: 2.523), davon 554 (928) in China, 351 (464) in Südkorea, 327 (385) in Japan, 42 in Brasilien (21), 44 in Russland (38) und 173 (173) Schiffe in der EU-27, davon 12 (21) in Deutschland. Dementsprechend war der Auftragsbestand an Schiffen weltweit im vergangenen Jahr von 7.822 Schiffen auf 6.859 zurückgegangen.
China und Korea sind weiterhin größte Exportmärkte
Die Auslandsgeschäfte der deutschen Zulieferer verteilen sich 2011 dementsprechend zu 38 Prozent auf Asien (+3) und zu 32 Prozent auf das europäische Ausland (-1). China ist größter Auslandsmarkt mit 22 Prozent (+1) der Exporte gefolgt von Korea mit 10 Prozent (+1).
Weiterhin beobachtet die Branche sehr genau die Bestrebungen in Asien und Südamerika, ihre eigene Zulieferindustrie auszubauen. Ziel deutscher Zulieferer ist deshalb, den vorhandenen Vorsprung im technischen und logistischen Bereich zu halten und durch Innovationen weiter auszubauen. Der Knowhow-Schutz gewinnt weiter an Bedeutung, auch innerhalb von Kooperationen mit lokalen Partnern nicht nur in Asien.
Offshore - Bedarf an hochwertigem und zuverlässigem Equipment ist groß
Das seit mehreren Jahren zunehmende Engagement der deutschen Zulieferer im Bereich der Offshore-Öl- und Gas-Industrie wird weiter wachsen. Da ist sich Christoph Daum, MENCK GmbH in Kaltenkirchen, sehr sicher. "Der Bedarf an hochwertigem und zuverlässigem Equipment ist groß. Hohe Verfügbarkeit, schnelle Reaktionszeiten und hohe Umwelt- und Sicherheitsstandards sind hier entscheidende Wettbewerbsvorteile deutscher Unternehmen. Eine deutsche Systemführerschaft, wie von der Politik häufig gefordert, ist in diesem sehr internationalen Geschäft nicht Voraussetzung für den langfristigen Erfolg. Vielmehr wäre eine sichtbare Unterstützung der deutschen Politik auf den internationalen Märkten ein geeignetes Marketinginstrument für uns."
Die Unternehmen der Offshore-Zulieferindustrie sind sowohl im Öl- und Gas-Bereich wie auch im Offshore-Windbereich aktiv. Hier gibt es Synergien, die ein "voneinander Lernen" begünstigen und damit für den Standort Deutschland sprechen. Der VDMA fördert daher im eigenen Mitgliederkreis aktiv die Vernetzung auch zwischen diesen beiden maritimen Industriesegmenten. Dies ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der Energiewende. Hier fordert Daum mehr Kontinuität in der politischen Umsetzung: "Der maritime Maschinenbau wird von der Energiewende profitieren und geht gerade jetzt in Entwicklungsvorleistungen. Wir wünschen uns von der Politik hier mehr Verlässlichkeit in der Umsetzung."
Energieeffizienz ist deutsches Kern-Knowhow
Ein weiterer Schwerpunkt der deutschen Zulieferindustrie ist der energieund kostensparende und gleichzeitig umweltschonende Betrieb von Schiffen und Offshore- Anlagen. Hier hat die deutsche Hightech-Industrie einen hervorragenden Ruf durch ihren technologischen Vorsprung zu verteidigen. "Die Entwicklungen innerhalb des Antriebsstrangs liefern hier sehr gute Beispiele", kommentiert Prof. Gerhard Jensen, SCHOTTEL GmbH, Spay und Wismar, "denn nur Technologieführer mit Systemkompetenz sind in der Lage, die Energieeffizienz und damit die Umweltverträglichkeit des Systems Schiff zu optimieren. Dies gilt nicht nur für Neubauten, sondern für den gesamten Lebenszyklus. Bei Nachrüstungen von neuen Technologien auf bestehenden Einheiten und neuen gesetzlichen Anforderungen bewährt sich der enge und kontinuierliche Kontakt und Austausch zwischen Betreibern und Zulieferern.
Hohe Flexibilitätsanforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter
Die Mitarbeiterzahl in den Betrieben bleibt verhältnismäßig konstant. Aber es gibt Verschiebungen in der Zusammensetzung. Der Bedarf an Fachkräften, insbesondere aus dem Ingenieurbereich, steigt kontinuierlich an. Aber: "Unsere weit über dem Durchschnitt liegende Ausbildungsquote und die Unterstützung der dualen Studiengänge lässt uns beruhigt in die Zukunft blicken.", führt Dr. Christian Schliephack aus. "Wir verlangen sehr viel von unseren Mitarbeitern. Nur unsere hervorragenden Mannschaften in den oft mittelständischen Betrieben gewährleisten, dass wir die Herausforderungen im globalen Wettbewerb mit seinen immer kürzeren Zyklen bewältigen können", so Schliephack. Gerade für die mittelständische Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie ist das flexible, atmende Unternehmen die Voraussetzung, um am Weltmarkt zu bestehen.
Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren
Konkurse und Gründungen per April 2013
, Finanzen / Bilanzen, Dun & Bradstreet (Schweiz) AG
Von Januar bis April 2013 wurde in der Schweiz über 2201 Firmen der Konkurs eröffnet. In 1483 dieser Fälle handelte es sich um Insolvenzen, bei denen Unternehmen...
Onshoring – eine Alternative zum Off- und Nearshoring
, Finanzen / Bilanzen, Greenlight Consulting GmbH
Der 1. Deutsche Onshoring Tag 2012 wurde mit den Worten "Do what you can do best, outsource the rest", durch den Geschäftsführer Christian Estermaier, beendet. So...
Trotz Abkühlung Wirtschaft weiter optimistisch
, Finanzen / Bilanzen, Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken
In ihren Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate zeigen sich die Betriebe zuversichtlicher als am Jahresanfang 2013. Und dies obwohl sich die konjunkturelle...



