VDMA: Deutsche Lineartechnik wieder im Aufwind!

Umsatzplus in 2010 von 30 Prozent erwartet

(PresseBox) (Frankfurt/Main, ) Nach den dramatischen Produktionseinbrüchen im Jahr 2009, ausgelöst durch die weltweite Finanzkrise, befindet sich die Lineartechnik in einer unglaublichen Aufholjagd. "Wir konnten, sicherlich auch bedingt durch die Wechselkurssituation mit den asiatischen Marktbegleitern, in Europa Marktanteile ausbauen" erläutert der Vorsitzende des Arbeitskreises Lineartechnik, Klaus Jäger, Geschäftsführer der ATLANTA Antriebssysteme E. Seidenspinner GmbH & Co. KG, am Freitag in Darmstadt anlässlich der Herbstsitzung des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA.

"Nach den starken Auftragsrückgängen im Jahr 2009 konnte die deut-sche Lineartechnik äußerst erfreuliche Auftragseingänge verzeichnen, mit bis zu plus 60 Prozent", betonte Jäger. Natürlich spielt hier der Ba-siseffekt der Vorjahre eine große Rolle und die Tatsache, dass weltweit die Automatisierungsprojekte und die Werkzeugmaschinenbranche wie-der anziehen. "Für 2010 erwartet der VDMA für die Lineartechnik ein Umsatzplus von 30 Prozent", so Jäger.

Prognose 2011: Lineartechnik plus zehn Prozent

Vorausgesetzt das Weltkonjunkturklima erhält keine überraschende Ein-trübung, erwartet die Lineartechnik für 2011 ein Plus von zehn Prozent in Umsatz und Auftragseingang, dies kann je nach Kundenstruktur in den einzelnen Unternehmen differieren. Treiber werden nach wie vor Projekte im Automatisierungsbereich sein. Jäger plädiert trotzdem für Nüchternheit in der Lagebeurteilung. Nach wie vor gibt es Unsicherheiten, z. B. Rückgänge im US-Markt, eine erwartete Wachstumsverlangsamung in China oder neue Problemstellungen im Finanzmarkt, trotzdem sollten die Unternehmen auf ihre Stärken vertrauen: "In Deutschland haben wir ein einzigartiges Netzwerk zwischen Herstellern, Kunden und Forschung, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein hohes Innovationstempo-tempo erzielen. Die Lineartechnik liefert Wettbewerbs entscheidende Systemlösungen, z. B. im Bereich Energieeffizienz, Automatisierungs-technik oder Hochleistungskomponenten, was die Leistungsdichte an-geht. Ebenso haben moderne und flexible Produktionsprozesse und die Nutzung diverser Arbeitszeitmodelle geholfen, die Krise durchzustehen. Das qualifizierte Personal konnte weitgehend gehalten werden und so steht die Branche ihren Kunden weiterhin leistungsstark zur Verfügung. Wichtiges Instrument war und ist die Zeitarbeit", betonte Jäger.

Ein weiteres Thema der Branche wird die Behebung der Engpässe entlang der Zulieferkette der Lineartechnik sein, hier zeichnen sich bei Material und Elektronikkomponenten die ersten Produktionsbehinderungen ab.

Ingenieure bilden die Grundlage des zukünftigen Erfolges

Die deutsche Lineartechnik und der deutsche Maschinenbau können ihren internationalen Erfolg nur ausbauen, wenn sie verstärkt in die Inge-nieurausbildung investieren. "Es wird unsere Aufgabe sein, gemeinsam mit den Hochschulen die praxisnahe und erfolgreiche Ingenieurausbil-dung weiter auszubauen, nur so können wir im internationalen Wettbe-werb bestehen", analysierte Jäger anlässlich der Sitzung an der TU Darmstadt. "Das Image des Ingenieurberufes muss weiter gesellschaft-lich ausgebaut und die guten Verdienstmöglichkeiten aufgezeigt werden. Nur wenn es uns nachhaltig gelingt, diese Berufsgruppe weiter auszu-bauen, können wir das Erfolgsmodell Made in Germany zukunftsfähig gestalten. "

Die Industrie betont, dass die Ausbildungsmöglichkeiten momentan nicht dem industriellen Bedarf entsprechen. Gefordert wird bei einer guten Qualität eine deutliche Erhöhung der Quantität. In den nächsten Jahren wird das Problem des Ingenieurmangels durch die sinkenden Schüler-zahlen noch verstärkt. Es muss den Schülern bereits im Gymnasium mehr Interesse und auch Spaß an Mathematik und Physik vermittelt werden.

"Der aufkeimende Aufschwung habe das schon vor der Krise bestehende Thema Mangel an Fachkräften und Ingenieuren wieder akut werden las-sen, nichts desto trotz können wir bei weiterhin guten Randbedingungen das Produktionsniveau von 2007/2008 Anfang 2012 wieder erreichen", bekräftigt Jäger.

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