IWH: In der Krise sind 350.000 gut bezahlte Arbeitsplätze verschwunden

Die Schwäche der letzten Jahre waren zu geringe Investitionen, nicht der Konsum / Die Löhne werden effektiv um 2,2 % steigen

(PresseBox) (Halle, ) Die Tarifeinkommen in Deutschland werden im kommenden Jahr kräftiger steigen als die Inflation und damit die Binnennachfrage weiter beleben. Damit rechnet Oliver Holtemöller, einer der Autoren des Herbstgutachtens der fünf führenden Forschungsinstitute. "Wir werden Lohnsteigerungen sehen, die über denen der vergangenen Jahre liegen", sagt der Konjunkturforscher des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Gespräch mit den VDI nachrichten. Das im Herbstgutachten genannte Wachstum der Lohnsumme um 2,8 Prozent erkläre sich aber nicht allein durch Lohnsteigerungen, sondern auch durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit. "Die Effektivlöhne pro Kopf werden sich etwa um 2,2?% erhöhen", erwartet Holtemöller. "Dieser Anstieg dürfte über der Inflationsrate liegen, so dass bei den Arbeitnehmern auch mehr ankommen wird."

Allerdings sind nach Feststellung des Gutachters mehr gut bezahlte Arbeitsplätze in der Industrie weggefallen, als jetzt wieder aufgebaut werden. "In der Krise haben wir mehr als 350.000 Industriearbeitsplätze verloren. Das ist kaum aufgefallen, weil gleichzeitig im Dienstleistungssektor ent sprechend neue Stellen geschaffen wurden. Im Durchschnitt sind letztere aber nicht so produktiv und daher auch nicht so gut bezahlt wie die fortgefallenen Industriearbeitsplätze."

Falsch sei im Übrigen der Eindruck, dass die Binnennachfrage der vergangenen Jahre zu schwach gewesen sei, um die Konjunktur zu stützen. "Die Behauptung, dass die Konsumnachfrage in Deutschland in den vergangenen Jahren besonders schwach gewesen sei und die Binnennachfrage beeinträchtigt habe, stimmt - bei genauer Betrachtung der langfristigeren Entwicklung und im Vergleich mit anderen Industrieländern - nicht. Vielmehr zeigt sich, dass die Ursache für die schwache Binnenkonjunktur zumindest im Wesentlichen nicht der Konsum sondern die Investitionstätigkeit war. Die Investitionen sind im letzten Jahrzehnt besonders schwach gelaufen."

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