Oberflächlichkeit mit Konsequenz: Veränderungen auf Chromosom 13 könnten Auslöser für Leukämie sein

Ulmer Krebsforscher wollen Ursache aufdecken / Mit 150.000 Euro von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördert

(PresseBox) (Ulm, ) Die Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Blutkrebsart der westlichen Welt. Trotz intensiver Bemühungen sind die genauen molekularen Zusammenhänge nach wie vor unklar. Krebszellen von Patienten mit dieser Erkrankung zeichnen sich in mehr als der Hälfte aller Fälle durch den Funktionsverlust einer bestimmten Region auf Chromosom 13 des Erbgutes aus. Krebsforscher um Dr. Daniel Mertens vom Universitätsklinikum Ulm wollen die Ursache dafür aufdecken. Damit schaffen sie Perspektiven für die Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Auf Chromosom 13 vermuten Wissenschaftler einen Schlüsselmechanismus, der in gesunden Zellen die Entstehung von Leukämie verhindert. In Zellen bestimmter Krebsarten dagegen scheint dieser Schutzmechanismus außer Kraft gesetzt zu sein. Bisher suchen Forscher allerdings vergeblich nach einer konkreten Veränderung des genetischen Codes. Deshalb vermutet Dr. Mertens: "In Leukämiezellen müssen die entsprechenden Genabschnitte durch einen anderen Mechanismus in ihrer Funktion gehemmt sein". Er hat eine sogenannte epigenetische Veränderung auf der Erbsubstanz in Verdacht. Eine solche Modifikation hat keinen Einfluss auf die Reihenfolge der Grundbausteine des Erbguts. Sie kann jedoch ausreichen, um die Aktivität der Gene zu beeinflussen. Genau wie der genetische Code des Erbguts können auch epigenetische Veränderungen prinzipiell an die Tochterzellen weitergegeben werden und somit am Tumorwachstum beteiligt sein.

Das Forscherteam um Dr. Mertens will mithilfe moderner Technologien die epigenetischen Modifikationen auf Chromosom 13 in einer noch nicht dagewesenen Auflösung messen. Ziel der Ulmer Krebsforscher ist es, den Mechanismus zu klären, der für den Verlust des Schutzmechanismus in Leukämiezellen verantwortlich ist. Wenn dies gelänge, wäre der Weg geebnet für neue diagnostische und therapeutische Strategien in der Behandlung der Chronisch Lymphatischen Leukämie.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 150.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Wilhelm Sander-Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.