Von Ballkünstlern bis zum Klavierlehrer

Mitmach-Ausstellung "Wunderland der Automatisierung"

(PresseBox) (Stuttgart, ) Ein Fußballschuh und ein Torhüter, die sich die Bälle automatisch um die Ohren hauen, Verkehrszeichen, die singen, oder ein Hochreallager, das auf Zuruf Süßigkeiten herausrückt: Was mit Hilfe der Automatisierung alles möglich ist, zeigt das Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik (IAS) der Universität Stuttgart im Rahmen der Mitmach-Ausstellung "Wunderland der Automatisierung" in den Institutsräumen Pfaffenwaldring 47. Die Sonderschau wird erstmals bei einem Festkolloquium anlässlich des 75jährigen Bestehens des Instituts am 16. Juli gezeigt (geschlossene Veranstaltung) und ist am 21. und 28. Juli sowie am 4. und 11. August jeweils von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Blick hinter die Kulissen soll insbesondere auch Kinder und Jugendliche für Technik begeistern und spiegelt damit ein wichtiges Anliegen des IAS.

Bei einem Rundgang durch die 20 Stationen der Ausstellung können die Besucher gegen den automatisierten Fußball-Torhüter GOALIAS antreten, der dank seiner ausgeklügelten Bilderkennung und einem leistungsstarken Motor in Sekundenschnelle die Flugbahn eines Balles berechnet und fast jeden Elfmeter hält. Oder sie stehen selbst im Tor und versuchen, die bis zu 140 Kilometer schnellen Schüsse des automatisierten Fußballschuhs David zu parieren, der für die Ausstellung auf komfortables Regionalliganiveau geregelt ist. Wer mit Fußball nichts im Sinn hat, kann ein automatisiertes Gokart testen, das vollelektronisch und ohne mechanische Verbindung über verteilte Steuergeräte gelenkt und gebremst wird. Mit einem automatisierten Kaffeeautomat ist es möglich, seinen Kaffee über das Internet zu bestellen oder eine Fernwartung durchzuführen. Und auf Musikfreunde wartet ein automatisierter Klavierlehrer, der die Noten auf einem Bildschirm anzeigt, dem Spieler beim Umblättern hilft und Misstöne über eine Sprachausgabe korrigiert.

Aber auch Anlagen, die eigentlich in der Industrie zum Einsatz kommen, werden im Rahmen der Ausstellung spielerisch erklärt. Diskutiert man zum Beispiel mit einem automatisierten Hochregallager aus Fischertechnik, so lässt es sich davon überzeugen, Süßigkeiten herauszurücken. Ob es sich in horizontaler oder waagrechter Richtung bewegt, entscheiden dabei einfache Sprachbefehle. Eine eigens für Lehr- und Forschungszwecke entwickelte Produktionsanlage mit Transport-, Lager- und Bearbeitungsstationen wiederum ist in der Lage, die Werkstücke vollautomatisch nach Farbe, Material und Höhe zu unterscheiden.

Tradition in der Regelungstechnik

Das Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik der Universität Stuttgart wurde im Jahr 1935 von Prof. Adolf Leonhard als Institut für Elektrische Anlagen gegründet und war zunächst auf die Gebiete Regelungstechnik, elektrische Antriebe und Leistungselektronik ausgerichtet. Nach der Übernahme durch Prof. Rudolf Lauber 1970 widmete es sich verstärkt der Regelungstechnik, hinzu kamen die Bereiche Automatisierungstechnik, Zuverlässigkeits- und Sicherheitstechnik, sowie die Softwaretechnik. Mit dem zunehmenden Bedarf an Ingenieuren im Bereich der Softwareentwicklung wurden im Jahr 1993 die Tätigkeitsfelder neu ausgerichtet, was schließlich die Umbenennung in "Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik" sowie eine Intensivierung der Tätigkeiten auf dem Gebiet der Softwaretechnik zur Folge hatte.

Seit 1995 wird das IAS mit seinen heute 22 Mitarbeitern von Prof. Peter Göhner geleitet und stellt sich neuen Aufgaben, wie etwa der Verbesserung der Qualität von Forschung und Lehre durch die Einführung eines Qualitätsmanagements und der erfolgreichen Zertifizierung des Instituts nach DIN EN ISO 9001. Ein großes Anliegen ist Göhner die Modernisierung der Lehre. So werden beispielsweise alle Vorlesungen in hypermedialer Form angeboten, wofür das IAS im Jahr 2000 den mediendidaktischen Hochschulpreis erhielt. Jährlich werden 50 bis 60 Studien- und Abschlussarbeiten durchgeführt.

Aktuelle Themen in der Forschung sind heute agentenorientierte Konzepte in der Automatisierungstechnik, Wiederverwendungskonzepte, die Verlässlichkeit automatisierter Systeme, die Energieoptimierung in technischen Systemen sowie die benutzerorientierte Automatisierung. Dank eines aktiven Technologiertransfers und guter Kontakte zur Wirtschaft stehen dem Institut jährlich Drittmitteleinnahmen von rund 300.000 Euro zur Verfügung.

Auch international ist das Institut intensiv vernetzt: So bietet das IAS in Kooperation mit der Bundesstaatlichen Universität in Manaus, Brasilien, ein Austauschprogramm für Studierende an und unterstützt wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Donezk (Ukraine). Kontakte bestehen auch zur University of Barkley, Kalifornien.

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