Richtfest für VISUS-Neubau

Europaweit einzigartiges Visualisierungslabor

(PresseBox) (Stuttgart, ) Ergänzend zu ihrem Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme und dem Visualisierungsinstitut der Universität Stuttgart (VISUS), beide unter Leitung von Prof. Thomas Ertl, erhält die Universität Stuttgart ein Visualisierungslabor, das in dieser Form europaweit seinesgleichen sucht. Die dort geplante stereofähige Rückprojektionswand kombiniert eine extrem hohe Auflösung von 35 Megapixeln pro Auge mit einer neuartigen, zweistufigen Architektur eines Grafikcomputerclusters zur schnellen Bilderzeugung. Dieser Aufbau wird bessere Einsichten in große Datenmengen ermöglichen, erfordert aber auch die Entwicklung neuartiger Visualisierungsalgorithmen und Interaktionstechniken, die speziell auf diese Hardware-Umgebung zugeschnitten sind.

Am 26. Juni 2009 wird das Richtfest des vom Stuttgarter Architekturbüro Harder III Stumpfl geplanten Neubaus gefeiert. Medienvertreter sind dazu herzlich eingeladen. Nach Ansprachen von Uni-Bauamtsleiterin Sybille Müller und Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel werden Prof. Thomas Ertl eine kurze Einführung in seine Forschungsfelder geben und der Architekt Franz Harder vom Büro Harder III Stumpfl die Gebäudekonzeption erläutern.

Zeit: 26. Juni, 11.00 Uhr
Ort: Campus Vaihingen, Allmandring 19, Stuttgart

Der Bau ist als zurückhaltende Erweiterung des Hysolar-Gebäudes vom Architekturbüro Günter Behnisch aus dem Jahre 1987 konzipiert, das ursprünglich für Versuche zur Nutzung der Sonnenenergie errichtet wurde. Parallel zu der Neubaumaßnahme wird das Hysolar-Gebäude unter Federführung von Stefan Behnisch komplett saniert. Die beiden Häuser werden durch einen gläsernen Verbindungsgang und einen Aufzug miteinander verbunden. Als architektonische Besonderheit wurde das Bauvolumen von 4.300 Kubikmetern so geschickt in das Gelände eingebettet, dass das Gebäude weitgehend unter der Erde liegt und nur von der Nordseite her eine Gebäudekante sichtbar wird. Dieser Ansatz trägt zum einen der Einzigartigkeit des unter Architekturinteressierten sehr bekannten Hysolar-Gebäudes Rechnung. Zum anderen erfüllt er die Anforderungen aufgrund der technischen Nutzung, die wegen der Abwärme der Rechner einem strengen Klimakonzept unterliegt. Beide Maßnahmen, für die zusammen rund vier Millionen Euro veranschlagt sind, werden vom Universitätsbauamt Stuttgart und Hohenheim durchgeführt. Die Sanierung des Hysolar-Gebäudes soll im Oktober abgeschlossen sein, der VISUS-Neubau im November. Beide Gebäude bieten dann für die über 30 VISUS-Forscher, die bisher im TTI untergebracht sind, eine neue Heimat, die auch der dynamischen Entwicklung des Instituts Rechnung trägt.

Das noch junge Forschungsgebiet der Visualisierung kombiniert Methoden der modernen Computergrafik und des wissenschaftlichen Rechnens, um große Datenmengen und komplexe Sachverhalte in Bildern und Animationen anschaulich zu präsentieren. Das interdisziplinär angelegte Gebiet ermöglicht einen intuitiven grafischen Zugang zu den komplexen Datenbeständen aus realen und virtuellen Welten - von der Strömungsberechnungen im virtuellen Windkanal bis zur medizinischen 3D-Bildgebung, von der Molekulardynamik bis zur Systembiologie und von Patentdatenbanken bis zu Videoströmen. Die Visualisierung spielt auch beim Exzellenzcluster SimTech eine wichtige Rolle.

Das Forschungslabor VISUS bietet dafür noch bessere Bedingungen. So können künftig neue adaptive Visualisierungsverfahren für hochauflösende Displaysysteme und Cluster aus Grafikprozessoren erforscht werden. Im Vordergrund stehen dabei Aspekte der verteilten Softwarearchitektur für diese hybriden, hochparallelen Systeme, neue Anwendungen aus Informationsvisualisierung und Visual Analytics sowie Grundlagen der Stereowahrnehmung und adäquater Interaktionstechniken. Die hohe Auflösung der Powerwall trägt dabei den stetig wachsenden Datenmengen in den Anwendungsgebieten Rechnung und stellt einen Prototyp für zukünftige Displaytechnologien dar.

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