Erste Adresse für Informationstechnik

Institut für Kommunikationsnetze und Rechnersysteme der Uni wird 50 - Verabschiedung von Prof. Paul J. Kühn

(PresseBox) (Stuttgart, ) Für die Schlüsseltechnologie Informationstechnik in Deutschland ist das Institut für Kommunikationsnetze und Rechnersysteme der Universität Stuttgart seit nunmehr 50 Jahren eine erste Adresse. Gefeiert wird das Jubiläumsjahr mit einer akademischen Festveranstaltung am 27. März um 14.00 Uhr auf dem Campus Vaihingen, Pfaffenwaldring 47, Hörsaal 47.02. In diesem Rahmen gibt der langjährige Institutsleiter Prof. Paul J. Kühn den Stab an seinen Nachfolger Prof. Andreas Kirstädter weiter.

Nach Grußworten durch Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel, den Prodekan der Fakultät Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Prof. Joachim Speidel, sowie dem Vorsitzenden des Förder- und Freundeskreises des Instituts (VFF IKR e.V.), Prof. Dr. Jürgen Schröder, wird Prof. Kühn einen Überblick über die Entwicklungen in der Informationstechnik geben. Prof. Kirstädter, der die Institutsleitung zum 1. April übernehmen wird, spricht über die Zukunft des IKR in Forschung und Lehre. Zwei internationale Gäste, Dr. Debasis Mitra von den AL Bell Laboratories (USA) und Prof. Daniel Kofman (ParisTech ENST Paris), runden das Vortragsprogramm mit Beiträgen zur Optimierung des industriellen Forschungsmanagements und zur Entwicklung des zukünftigen Internet ab. Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Als das Institut 1960 als Institut für Nachrichtenvermittlung und Datenverarbeitung ins Leben gerufen wurde, war dies der erste Lehrstuhl für Vermittlungstechnik an einer deutschen Universität und einer der ersten Lehrstühle für Datenverarbeitung in Deutschland. Die Gründung folgte der Notwendigkeit, dem aufstrebenden Gebiet der technischen Datenverarbeitung und seinen aus der Logik und Systemorganisation heraus begründeten Fundament Rechnung zu tragen. Erster Lehrstuhlinhaber war Prof. Alfred Lotze, ihm folgte Prof. Kühn, der das 2002 in IKR umbenannte Institut seit nunmehr 28 Jahren leitet.

In dieser Zeit wurden die Arbeitsgebiete kontinuierlich erweitert. Standen zunächst die Entwicklung der verschiedenen Zweige der Nachrichtentechnik hin zur hoch integrierten Mikroelektronik, Mikrorechnertechnik und zu rechnergestützten integrierten Kommunikationsnetzen im Blickpunkt, so kamen bereits ab den 1970er Jahren wesentliche Impulse aus der Informatik. Heute stehen die Arbeitsgebiete Telekommunikation, Kommunikationsnetze sowie der Mobilfunk im Zentrum der Forschung. Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem die Vermittlungstechnik, Netzarchitekturen und Protokolle, Rechnerarchitekturen und der Entwurf digitaler Systeme, die Modellierung zur Leistungsbewertung und Simulation, aber auch Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes in Kommunikationsnetzen.

Diese außerordentliche Themenbreite spiegelt sich auch im Lehrangebot des IKR. Neben "klassischen" Disziplinen wie der Datenverarbeitung, dem Schaltwerkentwurf, der Nachrichtenverkehrstheorie und der digitalen Vermittlungstechnik werden Studierende in die Technische Informatik, in die Softwaretechnik für Telekommunikation, in die Internet-Technologie, in die Systemprogrammierung sowie in zahlreiche andere Disziplinen der modernen Informationstechnologie eingeführt. Die Lehr- und Forschungsleistung kann sich sehen lassen: Seit der Gründung fertigten rund 2.000 Studierende Diplom-, Master- und Studienarbeiten am IKR an, zudem brachte das Institut 95 Promotionen und vier Habilitationen hervor.

Wissenschaftler mit nationaler und internationaler Reputation

Mit Prof. Kühn verabschiedet die Universität Stuttgart einen Wissenschaftler, der auf dem Gebiet der Telekommunikation sowohl national als auch international über eine herausragende Reputation verfügt. Kühn ist Mitherausgeber mehrerer inter-nationaler Fachzeitschriften und einer Buchreihe über Telecommunication Networks and Computer Systems. Von der Ecole Nationale Supérieure des Télécommunications (ENST) Paris wurde er zum Professeur Associé ernannt. Dazu kommen zahlreiche Auszeichnungen: So ist Prof. Kühn Ehrendoktor des Lund Institute of Technology und der Technischen Universität Dresden und Ehrensenator der Universität Mannheim. Er ist Träger der Christopher Columbus Goldmedaille der Stadt Genua und Life Fellow des Berufsverbands IEEE, Ehrenmitglied des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) und Träger des Eduard-Rhein-Preises für Grundlagenforschung in Kommunikationsnetzen und Nachrichtenverkehrstheorie. Im Jahr 2002 schließlich wurde Kühn zum "Chevalier" im Orden der "Palmes Académiques" ernannt, einer der höchsten akademischen Auszeichnungen Frankreichs für Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit im Hochschulbereich. Und nicht zuletzt entstammt der Master-Studiengang INFOTECH maßgeblich seiner Feder.

Nachfolger kommt von Siemens

Nachfolger Prof. Andreas Kirstädter studierte Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen an der TU München, wo er 1997 mit Auszeichnung promovierte. Später war er in leitender Funktion bei der Siemens AG in München tätig, wo er unter anderem für die Abteilung "Optical Networks and Transmission" und später in Nokia Siemens Networks für die Abteilung "Network Control-Plane and Transport" vorantwortlich war. Kirstädter ist Mitglied des Fachausschusses "Optische Nachrichtentechnik" innerhalb der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) im VDE und für eine Vielzahl an Konferenzen und Fachzeitschriften sowie als Auditor für Europäische Förderprojekte tätig.

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