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Uni Kassel mit cEYEberman und TAKI auf der Cebit
Die Universität Kassel ist auf der diesjährigen Cebit unter anderem mit technischen Neuerungen auf den Gebieten Arbeitsschutz und Ambient Assisted Living präsent
Bundesweit erkranken Tausende Menschen pro Jahr in ihrem beruflichen Umfeld an chronischen Rückenleiden oder psychischen Beschwerden. Lange Ausfallzeiten bis hin zur Berufsunfähigkeit lassen sich vielfach vermeiden, wenn die Arbeitssituation ergonomisch optimal gestaltet ist. Das an der Universität Kassel entwickelte Softwaresystem erlaubt die automatisierte Analyse von Körperhaltungen an Arbeitsplätzen. Zusätzlich können Blickbewegungsdaten aufgenommen und ausgewertet werden.
Die Aufnahme der Bewegungsdaten erfolgt mit einem System, das in einen Anzug integriert ist und insgesamt 18 Sensoren umfasst, darunter Gyroskope, Accelerometer und Magnetometer. Die Sensorik behindert die Bewegungsfreiheit nicht und die Integration in einen Anzug erleichtert das Anlegen der Sensorik ungemein. Ein zweites System erfasst Blickbewegungsdaten über eine Feldkamera und eine Augenkamera, die bequem am Kopf getragen werden können und die ihre Daten drahtlos an einen Laptop übermitteln. Die so gewonnenen Daten liefern Aufschluss über die Sichtverhältnisse während der Tätigkeit und können für Auswertungen der psychischen Bedingungen bei der Tätigkeit im Hinblick auf die Kopplung von Wahrnehmungen und Handlungen genutzt werden. Die Auswertung der Daten erfolgt auf Mausklick und dauert nur wenige Sekunden. Der Nutzer erhält die Ergonomiebewertung quasi in Echtzeit.
Die Anzeige der körperlichen Belastungswertung erfolgt anhand eines Farbcodes: Grün (alles in Ordnung), Gelb (Änderungen in naher Zukunft), Orange (Änderungen so schnell wie möglich), Rot (Änderungen sofort). So können schnell die Ergebnisse für die verschiedenen Körperpartien (Rücken, Arme, Beine) erfasst werden. Die Aufnahme und Bewertung von Arbeitstätigkeiten werden von der Universität Kassel als Dienstleistung angeboten.
Projekt TAKI erarbeitet Lösungen für älter werdende Gesellschaft
Die Zahl der älteren und allein stehenden Menschen wird in allen Industriestaaten stetig größer. Diese Entwicklung schafft einen steigenden Bedarf an neuen Orientierungs-, Unterstützungs- und Hilfsangeboten für ältere Menschen, die einen Teil der Alltagstätigkeiten erleichtern, überwachen oder sogar übernehmen. Der Lehrstuhl Kommunikationstechnik (ComTec) der Universität Kassel sowie die Lehrstuhlausgründung PhoneTec GmbH arbeiten im Projekt TAKI ("Temporäres Ambient Assisted Living durch Kontextsensitivität mittels flexibler Sensor-Aktuator-Infrastruktur") zusammen mit den Partnern BSC Computer GmbH und dem DRK Kassel an kostengünstigen Lösungen. Ziel sind Systeme, die mit Sensornetzwerken die Situationen von Benutzern erfassen, Handlungsbedarf automatisch feststellen und betreuungsbedürftige Personen in Alltagssituationen unterstützen.
Aufgebaut wird dabei auf bereits existierende Ansätze des Ambient Assisted Living (AAL) zur Erfassung des Kontextes von Benutzern. Basierend auf diesen Kontextdaten können verschiedene Aktionen automatisiert ausgelöst werden. Darüber hinaus sind die Systeme darauf ausgelegt, den zukünftigen Kontext von Benutzern vorher zu sagen. Dieses Vorgehen ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von potentiellen Gefahrensituationen. Durch automatisches Handeln entsprechend des vorhergesagten Kontextes können somit Unfälle oder Notfallsituationen vermieden werden.
Die im Projekt TAKI verfolgten Lösungsansätze setzen auf den Einsatz der umfangreichen Sensorik moderner Smartphones und Tablet-PCs. Dadurch ergeben sich insbesondere für das Umfeld des betreuten Wohnens völlig neue Möglichkeiten. Die Integration von Kommunikation und Sensorik in einem Gerät ermöglicht Sturzerkennung und Notruf auch in nichthäuslicher Umgebung. Zusätzlich schafft energieautarke Funktechnologie kombiniert mit intelligenter Sensorik ein drahtloses Sensornetzwerk, dass leicht nachzurüsten, wartungsfreundlich und auch erheblich günstiger ist als die bisher eingesetzten verdrahteten Systeme.
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