Uni Kassel ist vom 6. bis 9. September Gastgeber des "World Congress on Social Simulation 2010"

(PresseBox) (Kassel, ) Den "World Congress on Social Simulation 2010" richtet das Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel vom 6. bis 9. September aus. Es ist der dritte Weltkongress dieser Art, bei dem internationale Forscher zusammenkommen, die mithilfe von Computersimulationen gesellschaftliche Phänomene erforschen: Effekte von Werbung, Modelle zum Pandemieschutz oder Fluchtmaßnahmen bei lebensgefährlichen Ereignissen, Strategien zur Aidsbekämpfung oder Akzeptanz von Klimaanpassungsmaßnahmen. Die bisherigen Konferenzen fanden an der Universität Kyoto (2006) und an der George-Mason University in Washington, D.C. (2008) statt. An der Universität Kassel werden 200 bis 300 Teilnehmer aus aller Welt erwartet.

Der "World Congress on Social Simulation" ist eine gemeinsame Veranstaltung von drei wissenschaftlichen Gesellschaften der beteiligten Erdteile. Hauptveranstalter ist die European Social Simulation Association, Mitveranstalter sind die Pacific Asian Association for Agentbased Approach in Social Systems Sciences und die Computational Social Science Society. Prof. Dr. Andreas Ernst, Umweltpsychologe am CESR, ist Vorsitzender und Organisator des Kongresses.

Computersimulation wird heute auch entwickelt und eingesetzt, um gesellschaftliche Phänomene zu erforschen. Dazu gehören etwa ökonomische Prozesse, Marketing und Marktdynamik, die Ausbreitung von Meinungen und Innovationen, die Simulation von Prozessen in Unternehmen und Organisationen, Ressourcenmanagement, Umweltaspekte oder Szenarien der Zukunft. Dabei bietet die Konferenz ein breites Spektrum an Themen, bei denen es sowohl um Werkzeuge und Methoden der Modellierung, aber auch um konkrete Anwendungsbeispiele geht.

Agentensimulation

Viele - auch bereits einfachere - Phänomene und Theorien sind derart komplex, dass eine rein experimentellstatistische, analytischmathematische oder nur verbale Behandlung zur Prüfung der beschriebenen Phänomene nicht mehr ausreicht. Entsprechend braucht es eine Methode, die empirische Daten nutzt und sich gleichzeitig durch Komplexität, Dynamik und starke Interaktion auszeichnet. Die agentenbasierte Modellierung wird diesen Anforderungen gerecht. So unterschiedlich die Modelle auch sein mögen, verbindendes Element dieser Methode ist, dass die Modelle die Entscheider und ihre Eigenschaften explizit abbilden. Die Handlungen eines Agenten orientieren sich an der ihn umgebenden Umwelt. Durch die inhaltliche Abbildung der Akteure können deren Entscheidungen auf die modellierten Verhaltensregeln einerseits und die jeweiligen Einflussfaktoren in der Umwelt andererseits zurückgeführt werden.

Ein Agent ist letztlich ein eigenständiges Programm. Je nach Modell und Zielsetzung können die Agenten mit Eigenschaften versehen werden. Die Handlungen eines Agenten orientieren sich an der ihn umgebenden Umwelt. Interagieren mehrere Agenten miteinander, dann spricht man von Multi-Agenten-Modellen. Agenten arbeiten weitgehend selbständig, reagieren auf Änderungen der Umgebung und sind insofern sozial, als dass sie mit anderen Agenten kommunizieren können. Außerdem sind sie aufgrund eines Gedächtnisses lernfähig.

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