Frauen auf dem Weg an die Spitze der Wissenschaft

Forschungsprojekt zur Begleitung der Exzellenzinitiative stellt erste Ergebnisse vor

(PresseBox) (Hamburg, ) Was die Chancen von Frauen auf Spitzenpositionen in Wissenschaft und Forschung angeht, ist Deutschland trotz einiger Aktivitäten in den letzten Jahren im internationalen Vergleich auf den hinteren Rängen. Für die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, über die zahlreiche Universitäten derzeit zusätzliche Mittel für Spitzenforschung erhalten, sind daher alle Beteiligten ausdrücklich aufgefordert, diesen Verlust wertvoller Potentiale für den Wissenschaftsstandort Deutschland zu verhindern.

Das Forschungsprojekt "Frauen in der Spitzenforschung" an der Universität Hamburg begleitet diesen Prozess für einen Zeitraum von fünf Jahren. Am 3. März 2009 stellt das Projektteam unter der Leitung von Prof. Dr. Anita Engels in Frankfurt am Main Vertreterinnen und Vertretern aus Exzellenzeinrichtungen die Ergebnisse der ersten Untersuchungsphase vor.

Die umfassende Bestandsaufnahme zeigt, dass das Thema Gleichstellung auf sehr großes Interesse in den Einrichtungen der Exzellenzinitiative stößt, dort meist zur "Chefsache" erklärt wird und eine sehr große Bandbreite von Maßahmen entwickelt wurde: Von Angeboten für Schulkinder, um Mädchen für technische Berufe zu interessieren, über Beratungsmöglichkeiten und Stipendien für den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs bis hin zu zusätzlichem Laborpersonal, das Wissenschaftlerinnen mit kleinen Kindern eine Gewährleistung der Betreuung von Forschungsexperimenten erleichtern soll, auch wenn das Kind mal krank ist - vieles ist denkbar. In der Umsetzung zeigt sich derzeit ein Schwerpunkt rund um den Komplex Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Kinderbetreuung.

Ein Thema, das von den beteiligten Exzellenzeinrichtungen als schwierig wahrgenommen wird, ist die Suche nach exzellenten Wissenschaftlerinnen. Der in Deutschland überwiegend praktizierte Weg, sich darauf zu verlassen, dass "die Besten" sich schon bewerben werden, scheint in der Spitzenforschung nicht immer angemessen zu sein. Auch rechtliche und verwaltungsrechtliche Hürden bei der Umsetzung von innovativen Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit werden von den untersuchten Einrichtungen erwähnt.

Das Forschungsprojekt wird in einer zweiten Untersuchungsphase die Exzellenzinitiative weiterhin begleiten und die Ursachen für die Unterrepräsentanz von Frauen in Spitzenpositionen von Wissenschaft und Forschung untersuchen. Die Ergebnisse werden in Form von Empfehlungen der Exzellenzinitiative sowie anderen Einrichtungen und Programmen der Spitzenforschung zur Verfügung gestellt.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit knapp einer Million Euro über die Laufzeit von fünf Jahren gefördert.

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