10 Millionen Euro für neuen Sonderforschungsbereich „Nanomagnetismus“

(PresseBox) (Hamburg, ) An der Universität Hamburg, wo die Erforschung des Nanomagnetismus seit Jahren einen besonderen Forschungsschwerpunkt darstellt, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zum 1. Januar 2006 einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB 668) mit dem Thema „Magnetismus vom Einzelatom zur Nanostruktur“ eingerichtet. Die DFG hat im Rahmen dieses Prokjekts für einen Zeitraum von vier Jahren Forschungsmittel in Höhe von etwa 10 Millionen EURO bewilligt. In diesem Forschungsverbund werden über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hamburg und der Universität Kiel in 18 Teilprojekten auf dem Gebiet des „Nanomagnetismus“ forschen. Der SFB 668 ist damit größte Sonderforschungsbereich, der zurzeit an der Universität Hamburg etabliert ist. Das Forschungsprogramm umfasst experimentelle und theoretische Untersuchungen zum Magnetismus einzelner Atome, Moleküle und Nanoteilchen. Bei der personellen Struktur des Sonderforschungsbereichs wird stark auf die Nachwuchsförderung gesetzt, denn 14 der 27 Teilprojektleiter sind Nachwuchswissenschaftler. Sprecher des Sonderforschungsbereiches ist Prof. Dr. Roland Wiesendanger vom Institut für Angewandte Physik der Universität Hamburg. Die Entwicklung immer kleinerer, schnellerer und leistungsfähigerer Computerchips führte in den letzten Jahren zu einer Vielzahl von neuen Produkten, die inzwischen aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind: Computer in verschiedensten Ausführungen, digitale Fotoapparate und Videokameras, digitale Musikplayer, Festplattenrekorder usw. All diese neuen Entwicklungen haben eines gemeinsam: Sie produzieren gigantische Mengen an digitalen Daten. Doch wohin mit all den elektronischen Dokumenten, Fotos, Filmen, und Musikdateien? Hält die Entwicklung weiter so an, sind herkömmliche Festplatten bald an ihre Grenzen gelangt und deshalb wird bereits jetzt mit Hilfe der Nanotechnologie an neuen Methoden der magnetischen Datenspeicherung geforscht. So ist es mit Hilfe des in Hamburg entwickelten „Spinpolarisierten Rastertunnelmikroskops“ bereits jetzt möglich, die magnetische Information einzelner Atome auszulesen. Wenn es jetzt noch gelingt, einen Datenträger zu entwickeln, auf dem digitale Informationen Bit für Bit in benachbarte Einzelatome geschrieben werden können, wäre es möglich, die gesamte Literatur der Menschheit auf der Größe einer Briefmarke zu speichern. Prof. Dr. Roland Wiesendanger: „Mit diesem neuen Sonderforschungsbereich der Universität Hamburg schaffen wir exzellente Rahmenbedingungen für den herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchs auf einem der aktuellsten und zukunftsträchtigsten Forschungsgebiet in den Nanonwissenschaften. Der SFB 668 wird entscheidend zur internationalen Profilierung der Universität beitragen: Bereits vor dem eigentlichen Starttermin des neuen SFBs sind zahlreiche Anfragen von herausragenden Wissenschaftlern aus den USA auf Gastforscherstellen im Rahmen des neuen SFBs eingegangen.“ Der Präsident der Universität Hamburg, Dr. Dr. h.c. Jürgen Lüthje: „Über die Bewilligung des Sonderforschungsbereiches freuen wir uns sehr. Dafür, dass sich unser Antrag gegen zahlreiche ebenfalls sehr aussichtsreiche Anträge durchgesetzt hat, gebührt den Forscherinnen und Forschern um Prof. Dr. Wiesendanger großer Dank und Anerkennung. Die Universität Hamburg wird mit der Zusage der DFG ihre nationale und internationale Spitzenstellung in der physikalischen Forschung mit dem zweiten Sonderforschungsbereich in den Nanowissenschaften ausbauen.“ Sonderforschungsbereiche sind insbesondere durch die aufwändigen Begutachtungs- und Vergabeverfahren der DFG ein Gütesiegel für die Forschungsleistung einer Hochschule. Mit dem neuen SFB 668 hat die Universität sechs Sonderforschungsbereiche.

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