Klimawandel und Fischerei in Westafrika

Bremer Uni-Professor Michael Flitner als einziger europäischer Experte bei "Envisioning 2050" im Senegal

(PresseBox) (Bremen, ) Westafrika und die Auswirkungen des Klimawandels: Die westafrikanischen Länder werden von den Änderungen des Klimas besonders betroffen, mit unabsehbaren Folgen für die traditionell bedeutsame Fischereiwirtschaft - und zwar sowohl für die industrielle Fischerei als auch für die Kleinfischerei. Unter dem Titel "Envisioning 2050: Climate Change, Aquaculture and Fisheries in West Africa" fand kürzlich ein regionaler Workshop zur Entwicklung langfristiger Szenarien für Fischerei und Aquakultur in der Region vor dem Hintergrund des Klimawandels statt. Der Workshop wurde in einer Kooperation des WorldFish Center (Penang) mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen initiiert. Finanziell gefördert wurde er von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und dem International Development Research Centre (IDRC) in Kanada. Mitveranstalter und Moderator des Workshops war Professor Michael Flitner, seit April 2010 Sprecher des Forschungszentrums Nachhaltigkeit (artec) der Universität Bremen und mit einer Kooperationsprofessur "Nachhaltige Regionalentwicklung in der Globalisierung" zugleich am ZMT tätig. Für die Leitung des Workshops wurde Michael Flitner nicht zufällig gewählt. Er hat sich als Gutachter in vielen internationalen Gremien einen hervorragenden Namen gemacht. Zuletzt war er für die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) sowie für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) aktiv.

Der Workshop mit 30 Expertinnen und Experten von Universitäten, Nichtregierungsorganisationen und Behörden aus der westafrikanischen Region entwickelte Zukunftsszenarien im Hinblick auf den Klimawandel und seine möglichen Folgen. Das Ziel: Besondere Probleme und Chancen in der Region frühzeitig erkennen und darauf zu reagieren. Gemeinsam mit den Vertretern aus Ghana, Mauretanien und dem Senegal wurden anhand von Fallstudien aus den drei Ländern zukünftiger Handlungsbedarf und die konkrete Umsetzung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Ziele und wissenschaftlicher Erkenntnisse definiert.

Neben den Experten kam auch die Nachfolge-Generation zu Wort oder besser gesagt zu Bild: Auf Initiative des Worldfish Centers und der Mundis Maris-Initiative stellte eine Gruppe senegalesischer Jugendlicher aus Fischerfamilien vor und während des Workshops ihre Bilder zum Thema "Visions of the Future: What are young Africans telling us?" aus. In den Bildern hatte die jungen Leute die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen und Vorstellungen einer "Zukunft der Küste" auszudrücken.

"Der große Erfolg des Workshops basiert auf dem aktiven Interesse der afrikanischen Kolleginnen und Kollegen an der Szenario-Methodik. Diese ist ein wichtiges Instrument, um flexible Handlungsstrategien für eine ungewisse Zukunft zu entwickeln", betonte Michael Flitner nach Abschluss der Tagung. Der Bremer Sozialwissenschaftler hofft, dass die Arbeit mit Szenarien durch den Workshop bekannter gemacht werden konnte und erweiterte Planungsperspektiven für die betroffenen westafrikanischen Länder eröffnet.

Seine Teilnahme als einziger europäischer Vertreter begründet sich in dem Interesse für die Küstenregionen Westafrikas ebenso wie in methodischen Fragen: So forscht seine Arbeitsgruppe im artec zu dem Thema "Migration im Klimawandel" mit besonderem Fokus auf die westafrikanischen Dynamiken. Darüber hinaus ist Flitner auch zu Hause in Norddeutschland in der Szenarienentwicklung im Kooperationsprojekt "Nordwest 2050 Perspektiven für klimaangepasste Innovationsprozesse in der Metropolregion Bremen-Oldenburg" tätig. Er beschäftigt sich hier insbesondere mit Fragen der politischen Steuerung im Klimawandel.

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