Emmy-Noether-Programm: DFG fördert Informatiker der Universität Bremen

Nachwuchswissenschaftler Dr. Görschwin Fey erhält über mehrere Jahre finanzielle Mittel für die Leitung einer eigenen Projektgruppe in der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur

(PresseBox) (Bremen, ) Große Auszeichnung für einen Nachwuchswissenschaftler im Fachbereich Mathematik/Informatik der Universität Bremen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Dr. Görschwin Fey von der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur in das Emmy-Noether-Programm aufgenommen. Dadurch sichert sie dem 35jährigen Informatiker über zunächst drei Jahre die Finanzierung einer eigenen Nachwuchsgruppe zu. Die finanzielle Förderung umfasst mehrere Stellen und zusätzliche Mittel für Forschungsreisen. Bei positiver Evaluation verlängert die DFG die Förderung des Projekts um weitere zwei Jahre.

Dem Fehler im Computerchip auf der Spur

In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt sich Dr. Görschwin Fey mit der Fehlersuche bei modernen Computerchips. Diese bestehen aus über einer Milliarde Komponenten, die auf nur wenige Quadratzentimeter große Fläche verbaut werden. Bei einer Fehlerfeststellung gleicht die Bestimmung der Ursache der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Im Rahmen seiner Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur unter der Leitung von Professor Rolf Drechsler hat sich Dr. Görschwin Fey seit einigen Jahren mit der Automatisierung der Fehlersuche beim Entwurf eingebetteter Systeme, die aus Hardware- und Software-Komponenten bestehen, beschäftigt. Unter seiner maßgeblichen Mitarbeit ist in den vergangenen Jahren eine Methodik auf Basis formaler Methoden entwickelt worden, die Fehlerstellen sehr präzise lokalisieren kann. Basierend auf diesen Vorarbeiten ist vor kurzem auch von der Europäischen Union das Projekt DIAMOND mit einem Volumen von 2,9 Millionen Euro genehmigt worden, bei dem die Bremer Arbeitsgruppe mit Partnern aus der Industrie und weiteren Universitäten aus Estland, Österreich und Schweden zusammenarbeitet.

In seinem Projekt "Debugging Eingebetteter Systeme" (DSy) will Dr. Görschwin Fey nun erstmals eine durchgängige Methodik entwickeln, die neue automatisierte Verfahren für Fehlerdiagnose und Fehlerbehebung integriert. Zur Realisierung dieses Vorhabens ist weitere Grundlagenforschung notwendig. So existieren zwar bisher schon verschiedene Verfahren, deren Grenzen und Anwendbarkeit jedoch nicht klar verstanden sind. Auf der Basis theoretischer und praktischer Untersuchungen soll die Integration unterschiedlicher Techniken in einen einheitlichen Ablauf möglich werden. Diese Interaktion der Verfahren soll eine deutliche Beschleunigung des Debuggings im Entwurfsprozess ermöglichen.

Zur Person

Dr. Görschwin Fey arbeitet seit 2002 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur von Professor Rolf Drechsler. Sein Studium der Informatik absolvierte er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie dem Trinity College in Dublin. Nach seiner Promotion in Bremen im Jahr 2006 hatte der Nachwuchswissenschaftler in den Jahren 2007/2008 für sieben Monate eine Gastprofessur an der Universität Tokyo inne. Ein wichtiger Fokus war immer die Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse, die bei der Mitarbeit in verschiedenen Transferprojekten mit Partnern aus der Industrie auch zum praktischen Einsatz kamen.

Zum Emmy-Noether-Programm

Das Emmy-Noether Programm ist nach der deutschstämmigen Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935) benannt, die 1933 in die USA emigrierte, und wichtige Beiträge in Algebra und theoretischer Physik leistete. Ziel des Emmy-Noether-Programms ist es, jungen Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit zu ermöglichen. Promovierte Forscher erwerben durch eine in der Regel fünfjährige Förderung die Befähigung zum Hochschullehrer durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe. Bewerben können sich Postdocs mit in der Regel zwei bis vier Jahren Forschungserfahrung nach der Promotion. Die Bewerber müssen über internationale Forschungserfahrung verfügen.

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