Professor Dr. Ralf Behrwald nimmt Preis für gute Lehre entgegen - stellvertretend auch für die gesamte Facheinheit Geschichte

(PresseBox) (Bayreuth, ) Dass der Vorschlag aus den Reihen der Studierenden kam, freut ihn ganz besonders: Professor Dr. Ralf Behrwald (Professur für Geschichte mit Schwerpunkt Alte Geschichte an der Universität Bayreuth) wurde von Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch mit dem Preis für gute Lehre an Universitäten ausgezeichnet.

Die offizielle Begründung für seine Auszeichnung hörte Behrwald erst während der Feierstunde in den Räumen der TU München. Warum ihn Bayreuther Studenten aber für den Preis vorgeschlagen haben, das konnte sich der 43-jährige Historiker allerdings schon vorher zusammenreimen: Dahinter steckt wohl die Sondersituation an der Universität Bayreuth, die die Facheinheit Geschichte mit dem Verantwortlichen für die Lehramtsstudiengänge, Professor Dr. Ralf Behrwald, im Sinne der Studierenden gemeistert hat. "In Zukunft haben wohl nur noch Geschichtslehrer eine Anstellungschance, die auch in Sozialkunde ausgebildet sind", erklärt Behrwald. An der Universität Bayreuth wird das Fach Sozialkunde allerdings nicht angeboten. In einem Kraftakt hat die Facheinheit Geschichte daher Kurse aus dem Boden gestampft, die Studierende gezielt auf die Sozialkunde-Prüfungen vorbereiten und die seit dem vergangenen Sommersemester angeboten werden. Die Resonanz, sagt Behrwald, sei erfreulich. Quantitativ wie qualitativ. "Wir waren in der Lage, für Studierende etwas Konkretes zu bewegen." Das "Wir" betont Behrwald dabei stets: Denn bei aller Freude über den Preis - "viele Kollegen an der Universität Bayreuth engagieren sich ebenfalls sehr stark. Es hat mich schon ein wenig erstaunt, dass die Wahl auf mich gefallen ist."

Was für ihn gute Lehre ausmacht? "Das ist wohl zugleich die Frage danach, was man selbst als gute Lehre erlebt hat", antwortet der Historiker, der seit drei Jahren an der Universität Bayreuth arbeitet. In Tübingen und Perugia hat er studiert, berufliche Stationen danach in Chemnitz, Bamberg, München und Washington erlebt. Gute Lehre setzt Studierenden nichts Fertiges vor. Gute Lehre versetzt sie vielmehr in die Lage, sich rasch ein eigenes Urteil zu bilden. "Es kann also durchaus eine sehr gute Vorlesung sein, wenn am Ende die Studierenden eine ganz andere Meinung vertreten als der Dozent", sagt Behrwald. "Vorausgesetzt sie haben sich ihre Meinung profund gebildet und die Lehrveranstaltung hat wissenschaftlichen Standards genügt." Übrigens: Den oftmals ausgetragenen Streit, ob nun Forschung oder doch eher Lehre wichtig sei, streitet Behrwald nicht mit. Weil er ihn so recht nicht nachvollziehen kann und weil für ihn Forschung und Lehre untrennbar zusammengehören: "Wenn ich von meinem Fachgebiet überzeugt bin, wenn es mich interessiert und fesselt, dann will ich das doch auch weitergeben."

INFO:

Eine ganze Reihe von Dozenten und Professoren der Universität Bayreuth haben in der Vergangenheit den Preis für gute Lehre, den das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst jährlich vergibt, bereits erhalten: 1998 teilten sich Professor Dr. Helmut Brand (Theoretische Physik) und Ulrich Bauer, M.A. (Interkulturelle Germanistik), die Auszeichnung. 1999 wurde Dr. Wolfgang Milius (Anorganische Chemie I) geehrt. In den Folgejahren erhielten Professor Dr. Frank Lempio (Mathematik V), PD Dr. Christoph Kampmann (Geschichte der Frühen Neuzeit), Dr. Harald Neumeyer (Neuere deutsche Literaturwissenschaft), Professor Dr. Jochen Sigloch (Betriebswirtschaftslehre II), Professor Dr.-Ing. Frank Rieg (Konstruktionslehre und CAD), Dr. Thomas Brockmann (Geschichte der Frühen Neuzeit), Dr. Pedro Gerstberger (Pflanzenökologie), Professor Dr. Konrad Dettner (Tierökologie II) und PD Dr. Marion Linhardt (Theaterwissenschaft) den Preis.

Für besonderes Engagement in der Lehre zeichnete Dr. Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, auch in diesem Jahr 15 Dozentinnen und Dozenten bayerischer Universitäten mit dem "Preis für gute Lehre" aus. Die mit 5.000 Euro dotierte Ehrung wurde vor zwölf Jahren ins Leben gerufen. Gastgeber der diesjährigen Preisverleihung war die Technische Universität München.

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