Neubesetzungen an der Universität Augsburg

Prof. Dr. Helena Bilandzic: Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Rezeption und Wirkung

(PresseBox) (Augsburg, ) Zum ersten September 2010 nahm die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Helena Bilandzic den Ruf an die Universität Augsburg an. Zuvor hatte Bilandzic eine Professur an der Zeppelin Universität Friedrichshafen inne. Ihre Forschungs- und Lehrtätigkeit stehen auf breitem, internationalem Fundament mit Kooperationen von Belgien bis in die USA. Medienrezeptionsforschung und Medienwirkungsforschung stellen die tragenden Säulen ihrer Lehre dar. In der Forschung widmet sich Bilandzic der Frage, wie fiktionale und journalistische Medieninhalte die Vorstellungen des Publikums prägen. Sie ist vor allem an den psychologischen Mechanismen interessiert, die kurz- und langfristig zu Wissens- und Einstellungsänderungen führen. Bilandzic ist eine der Antragstellerinnen und stellvertretende Vorsitzende eines europäischen COST-Netzwerks und hat die Leitung der Fachgruppe Audience and Reception Studies der European Communication Research and Education Association (ECREA) inne.

Vita - Prof. Dr. Helena Bilandzic

Helena Bilandzic wurde in München geboren, ihrem Pass nach ist sie Kroatin. Nach ihrem Abitur 1991 studierte sie zunächst Soziologie an der LMU München. Nach einem Jahr wechselte sie zum Fach Kommunikationswissenschaft. Hierin schloss sie 1997 mit dem Magister ab. Bis 2003 folgte ein Promotionsstudium. In dieser Zeit war Bilandzic als Wissenschaftliche Mitarbeiterin zunächst an der LMU, dann an der Universität Erfurt tätig. Für ihre Promotion untersuchte Bilandzic den "Einfluss inhaltlicher und formaler Merkmale der Fernsehbotschaft auf die Fernsehnutzung". An ihre Promotion schloss 2003 die Tätigkeit einer Gastprofessur im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste in Berlin. Im Wintersemester 2005 - 2006 vertrat sie die Professur für Empirische Medienforschung/Politische Kommunikation am Institut der Medien- und Kommunikationswissenschaft an der TU Ilmenau. Mit Stipendien finanzierte Forschungsaufenthalte absolvierte Bilandzic sowohl an der Washington State University sowie der Annenberg School for Communication der University of Pennsylvania. Bis zum Abschluss ihrer Habilitation Mitte 2009 bekleidete sie die Position der Wissenschaftlichen Assistentin am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt. Zum Januar 2010 trat sie eine Professur an der Zeppelin Universität Friedrichshafen an. Im September 2010 folgte Bilandzic dem Ruf auf den Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Rezeption und Wirkung an die Universität Augsburg. Sie ist stellvertretende Vorsitzende eines europäischen COST-Netzwerks zum Thema "Transforming Audiences, Transforming Societies" und hat die Leitung der Fachgruppe Audience and Reception Studies der European Communication Research and Education Association (ECREA) inne. Bilandzic ist Associate Editor der internationalen Fachzeitschrift "Communications - The European Journal of Communication Research". Zur Zeit leitet sie ein auf drei Jahre angelegtes DFG-Projekt zum Thema "Television stories and social reality: Narrative-specific effects, their mechanisms, and interactions with personal experience", das in internationaler und interdisziplinärer Kooperation durchgeführt wird. Internationale Tagungen und Workshops hat Bilandzic in Erfurt, Wien und Utrecht organisiert. Forschungskooperationen bestehen mit der Washington State University, der Katholieke Universiteit Leuven (Belgien), der University of Pennsylvania sowie der Non-Governmental Organization 'Search for Common Ground'.

Themen & Leitideen der Lehre

In der Lehre vertritt Bilandzic ein breites Spektrum an Themen innerhalb der Medienrezeptions- und Medienwirkungsforschung. In den Lehrveranstaltungen ist es wichtig, die Studierenden frühzeitig in aktuelle Forschung einzubinden. "In den Forschungsseminaren führen Studierende daher eine konkrete empirische Studie durch, von der Konzeption über die Datenerhebung bis hin zur Auswertung und Darstellung im Forschungsbericht." Methodenvermittlung ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in der Lehre. Neben der Wissensvermittlung erscheint Bilandzic wesentlich, dass die Studierenden die Fähigkeit zur eigenständigen Problemlösung erwerben und Routine beim analytischen Erarbeiten von wissenschaftlichen und praxisorientierten Themen entwickeln. "Aber mindestens ebenso relevant wie die Vermittlung von Wissen und Analysekompetenzen ist für mich, den Studierenden Freude an der intellektuellen Beschäftigung mit kommunikationswissenschaftlichen Inhalten und Begeisterung für das Fach zu vermitteln. Dies ist nicht zuletzt für die Akquisition von wissenschaftlichem Nachwuchs hochrelevant."

Forschung - Inhalte, Methodik

Die Leitideen ihrer Forschung formuliert Bilandzic folgendermaßen: "In der Forschung lege ich Wert auf die systematische Neu- und Weiterentwicklung der theoretischen Grundlagen von Medienrezeption und - wirkung, nicht zuletzt durch eine solide interdisziplinäre Anbindung. Die Integration von Theorien anderer Disziplinen in die Kommunikationswissenschaft nimmt in meiner Forschung einen hohen Stellenwert ein, wie etwa die Anwendung narrationstheoretischer Ansätze auf unterhaltende Fernsehformate und Kultivierung ebenso wie heuristische Verfahren der Theorieentwicklung." Die Vielschichtigkeit von Medieninhalten und die Komplexität der menschlichen Informationsverarbeitung erfordern auch einen methodisch sensiblen Umgang. "Meine Leitidee bei den Methoden liegt daher darin, dieser Komplexität durch unvoreingenommene Anwendung quantitativer und qualitativer Verfahren gerecht zu werden (z.B. mit der Kombination von Beobachtung und lautem Denken zur Analyse selektiver Mediennutzung, oder der Kombination von narratologischer Strukturanalyse und Grounded Theory zur Analyse von Moralmustern in Filmen)." Höchste Relevanz ihrer Forschung sieht Bilandzic in deren internationalen Anschlussfähigkeit.

"Ich lege Wert darauf, auf internationalen Konferenzen und in Zeitschriften präsent zu sein. Resultate dieser Bemühungen sind die seit fünf Jahren bestehende Forschungskooperationen."

Publikationen (Auswahl)

Bücher / Herausgeberschaften

Bilandzic, H. & Kinnebrock, S. (2009). Narrative experiences and effects of media stories. Special issue of Communications. The European Journal of Communication Research.
Bilandzic, H., Krotz, F. & Rössler, P. (guest eds.) (2006). Media use and selectivity - New approaches to explaining and analysing audiences. Special issue of Communications - the European Journal of Communication Research.
Schramm, H., Wirth, W., & Bilandzic, H. (Hrsg.) (2006). Unterhaltung durch Medien: Studien zu Rezeption und Wirkung. München: R. Fischer.
Gehrau, V., Bilandzic, H., & Woelke, J. (Hrsg.) (2005). Rezeptionsstrategien und Rezeptionsmodalitäten. München: R. Fischer Verlag.
Bilandzic, H. (2004). Synchrone Programmauswahl. Der Einfluss formaler und inhaltlicher Merkmale der Fernsehbotschaft auf die Fernsehnutzung. München: R. Fischer.

Beiträge in Lehrbüchern/~medien und Enzyklopädien

Kalch, A. & Bilandzic, H. (2010). Flow Theory. In W. Donsbach (Ed.), The international encyclopedia of communication - Online Edition. Oxford, UK; Malden, MA: Wiley-Blackwell.
Bilandzic, H. (2008). Triangulation. In W. Donsbach (Ed.), The international encyclopedia of communication (S. 5178-5180). Oxford, UK; Malden, MA: Wiley-Blackwell.
Bilandzic, H. (2008). Zapping and switching. In W. Donsbach (Ed.), The international encyclopedia of communication (S. 5379-5381). Oxford, UK; Malden, MA: Wiley-Blackwell.
Bilandzic, H. (2006). Lautes Denken. In L. Mikos & C. Wegener (Eds.), Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch (S. 362-370). Konstanz: UVK.
Gehrau, V., & Bilandzic, H. (2006). Das qualitative Experiment. In L. Mikos & C. Wegener (Eds.), Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch (S. 353-361). Konstanz: UVK.
Bilandzic, H. (2005). Hypothese. In G. Bentele, H.-B. Brosius & O. Jarren (Eds.), Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft (S. 93). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Bilandzic, H. (2005). Qualitative Forschung. In G. Bentele, H.-B. Brosius & O. Jarren (Eds.), Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft (S. 235). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Beiträge in Sammelbänden

Bilandzic, H. (im Druck). Zur Komplementarität qualitativer und quantitativer Methoden bei der Konstruktion einer Theorie mittlerer Reichweite in der Kommunikationswissenschaft. In A. Fahr (Hrsg.), Zählen oder Verstehen? Zur aktuellen Diskussion um die Verwendung quantitativer und qualitativer Methoden in der empirischen Kommunikationswissenschaft. Köln: Halem Verlag.
Busselle, R. & Bilandzic, H. (im Druck). Images in Readers' Construction of News Narratives. In S. Ross: Images that injure.
Kinnebrock, S. & Bilandzic, H. (im Druck). Boulevardisierung der politischen Berichterstattung? Konstanz und Wandel von Nachrichtenfaktoren und Narrativitätsfaktoren in der politischen Berichterstattung. In: K. Arnold, C. Classen, S. Kinnebrock, E. Lersch & H.-U. Wagner (Hrsg.). Von der Politisierung der Medien zur Medialisierung des Politischen? Zum Verhältnis von Medien und Politik im 20. Jahrhundert. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, S.347-362.
Bilandzic, H. & Matthias Hastall (im Druck). Talking about Big Brother: Interpersonal communication about a controversial television format. In A. Hetsroni (ed.): Reality Television: Merging the Global and the Local.
Bilandzic, H. (2009). Media choice on a micro level: On-line selective strategies in watching television. In T. Hartmann (ed.). Evolving perspectives on media choice: A theoretical and empirical overview. Routledge, p. 203-220.
Bilandzic, H., Sukalla, F. & Kinnebrock, S. (2008). Die Moral von der Geschichte: Methodische Probleme und Methodenentwicklung in der Medienanalyse. In: J. v. Gottberg & E. Prommer (Hrsg.): Verlorene Werte? Medien und die Entwicklung von Ethik und Moral. UVK-Verlag. S. 245-256.

Beiträge in begutachteten Fachzeitschriften

Bilandzic, H. & Busselle, R. (in print): Enjoyment of films as a function of narrative experience, perceived realism and transportability. Communications. The European Journal of Communication Research.
Bilandzic, H. (in print). The complicated relationship between media and morality. A response to Ron Tamborini's "Model of moral intuition and media entertainment" from a narrative perspective. Journal of Media Psychology.
Busselle, R. & Bilandzic, H. (2009). Measuring narrative engagement. Media Psychology, 12, 321 -347
Bilandzic, H. & Kinnebrock, S. (2009). Narrative experiences and effects of media stories: An introduction to the special issue. Communications. The European Journal of Communication Research.
Bilandzic, H. & Busselle, R. (2008): Transportation and transportability in the cultivation of genre-consistent beliefs and attitudes. Journal of Communication, 58, 508-529.
Busselle, R. & Bilandzic, H. (2008). Fictionality and perceived realism in experiencing stories: A model of narrative comprehension and engagement. Communication Theory, 18, 255-280.
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