Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein

(PresseBox) (Kiel, ) Nach den heftigen Protesten gegen die Aufforderung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) an den Betreiber einer Webcam in Laboe, diese abzubauen oder zu ändern, erfolgte durch die Datenschutzbehörde eine Prüfung des aktuellen Angebots mit dem Ergebnis, dass die Übertragung der Bilder vom "Greeting Point" in Laboe ins weltweite Netz gerade noch tolerabel ist. Der Betreiber hatte sich

öffentlich gegen die Aufforderung des ULD gewandt, die übertragenen Bilder zumindest zu verpixeln; er hat inzwischen Entgegenkommen signalisiert.

Der Leiter des ULD, Thilo Weichert, erläutert seine Entscheidung: "Nach einer Beschwerde eines betroffenen Bürgers mussten wir den Betreiber in der Angelegenheit zur Stellungnahme auffordern, die uns bisher noch nicht vorliegt. Im Rahmen unseres Ermessens haben wir nun entschieden, nichts weiter zu unternehmen: Zwar ist das Webcam-Angebot, insbesondere die Zoommöglichkeit auf den Strand, aus Datenschutzsicht nicht schön; die Identifizierbarkeit der Menschen ist aber begrenzt.

Webcams und sonstige personenbeziehbare Bildangebote im Internet sind ein großes Problem; die Kamera in Laboe ist hierfür ein Beispiel:

Privatpersonen bis hin zu Weltunternehmen wie z.B. Google oder Facebook machen sich oft keine Gedanken, wenn sie Bilder von oder über Dritte 'nur zum Spaß' ins Netz stellen. In Laboe ist es vielleicht nur eine pfiffige Werbeidee. Andere machen damit aber ein dickes Geschäft und gefährden Menschen und deren Persönlichkeitsrechte massiv. Es ist traurig, wie wenig in unserer Mediengesellschaft das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, noch wert ist, im Leben von Prominenten bis zu dem von Menschen wie Du und ich. Das ULD wird weiterhin für die Respektierung dieses Rechtes und gegen die Bilder- und Dateninvasion ins Private vorgehen."

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