Zahl der Verkehrstoten immer noch zu hoch

Europa braucht einheitliche Standards bei der Unfallprävention

(PresseBox) (Erfurt, ) Führende Verkehrspsychologen und Verkehrsmediziner fordern einheitlich hohe Standards bei der Unfallprävention in Europa. 2008 starben auf Europas Straßen 39.051 Menschen bei Verkehrsunfällen. Der Bekämpfung von Alkohol und Drogen am Steuer misst auch der Verkehrspsychologe Dr. Don DeVol, Leiter am Institut für Verkehrssicherheit des TÜV Thüringen eine große Bedeutung bei. "In Deutschland sind immerhin jedes Jahr ca. fünf Prozent aller Verkehrstoten auf alkoholbedingte Unfälle zurückzuführen. In Thüringen liegt die Zahl über dem Bundesdurchschnitt bei 8,1 Prozent", so DeVol. "In den letzten Jahren haben erwiesenermaßen elektronische Sicherheitssysteme wie ESP, ABS oder Airbag zu signifikant mehr Verkehrssicherheit beigetragen. Die größten Gefahren gehen allerdings auch heute noch vom Kraftfahrer selbst aus: menschliches Versagen, mangelnde Disziplin und Selbstüberschätzung sind die größten Risikofaktoren im Straßenverkehr", weiß der Verkehrsexperte des TÜV Thüringen. "Wir fordern daher Verhaltensbeeinflussende Maßnahmen wie ein europaweit einheitliches Punktesystem und eine Harmonisierung der europäischen Standards bei der Unfallprävention."

Der Anteil der Verkehrstoten im Straßenverkehr sinkt in Europa nicht in der gewünschten Geschwindigkeit. Dies geht aus dem am 22. Juni 2009 in Brüssel veröffentlichten PIN-Report (Road Safety Performance Index) hervor. Die EU hatte eine 7,4-prozentige Reduzierung der Verkehrstoten angestrebt aber nur eine durchschnittliche Reduzierung von 4,4 Prozent pro Jahr erreicht. Trotz des erfreulichen Rückgangs in Deutschland wird auch bei uns das Gemeinschaftsziel einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2010 voraussichtlich nicht komplett umgesetzt. 2001 gab es 6.977 Tote, im Jahr 2010 dürften es nach der EU-Vorgabe nur noch 3.500 Tote sein. Die vom Statistischen Bundesamt kürzlich veröffentlichten endgültigen Zahlen der Unfallstatik 2008 wiesen 4.467 im Straßenverkehr Getötete aus, ein Rückgang um 472 oder 9,5 Prozent.

Im Bereich der Verkehrssicherheit bewegt sich Europa in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Insbesondere in einigen osteuropäischen Staaten gibt es noch enorme Defizite bei der Verkehrssicherheit.

Die Grundlage für ein gemeinsames europäisches Konzept hat der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV), dem der TÜV Thüringen angehört, bereits vor vier Jahren mit der Kongressreihe "Fit to Drive" geschaffen. Hier findet ein intensiver Erfahrungsaustausch insbesondere unter Verkehrsmedizinern, Verkehrspsychologen und Experten vieler anderer Disziplinen aus ganz Europa statt, um zunächst von einander zu lernen und gemeinsame Ansätze für präventive Maßnahmen zu entwickeln.

Deutschland beteiligt sich an der Diskussion mit wertvollen Erfahrungen, die auch Vorbild für Europa sein können. Maßnahmen, die auf eine Verhaltensänderung abzielen, sollten auf folgenden drei Säulen beruhen: der Primärprävention (korrekte und umfassende Ausbildung der Verkehrsteilnehmer), der Sekundärprävention (einheitliche Punkte-Systeme und Förderprogramme für auffällig gewordene Fahrer) und der Tertiärprävention (Medizinisch-Psychologische-Untersuchung, wie sie in Deutschland praktiziert wird). "Mit der MPU lassen sich auffällige Verkehrsteilnehmer wiedereingliedern. Damit werden diese nicht dauerhaft von der mobilen Gesellschaft ausgeschlossen. Vorausgesetzt, sie haben ihr problematisches Verhalten in den Griff bekommen", meint der Verkehrspsychologe Dr. DeVol. Ein dem deutschen System der Begutachtung und Förderung der Fahreignung sehr ähnliches Vorgehen haben mittlerweile viele europäische Staaten entwickelt (Österreich, Spanien, Italien, die Schweiz, Frankreich, Polen und Tschechien). Der Fit to Drive-Kongress fand bereits zum 4. Mal statt. Zuvor organisierte der VdTÜV die Veranstaltungen in Berlin (2006), Wien (2007) und Prag (2008). Der nächste Fit to Drive-Kongress wird voraussichtlich 2011 in den Niederlanden stattfinden.

TÜV Thüringen e.V.

Die TÜV Thüringen-Gruppe ist ein international tätiges Dienstleistungsunternehmen mit Stammsitz in Erfurt. Mehr als 900 Mitarbeiter im In- und Ausland sorgen für die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit von Anlagen, Systemen und Prozessen in allen Wirtschaftsbranchen zum Vorteil der Kunden weltweit. In Mitteldeutschland ist der TÜV Thüringen mit acht großen Standorten in Thüringen und Sachsen sowie mit zahlreichen Kfz-Prüfstationen in Thüringen vertreten.

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