"Die Studienreform zur Erfolgsgeschichte machen - Abschlussgrad 'Diplom-Ingenieur' ist Bologna-kompatibel!"

Technische Universitäten in ARGE TU/TH und TU9 beschließen gemeinsam Verbesserungsvorschläge zum Bologna-Prozess

(PresseBox) (Berlin, ) Der Bologna-Prozess in Deutschland ist auf der Zielgeraden: Nun gilt es den letzten Feinschliff anzulegen. Die deutschen technisch orientierten Universitäten haben die Vorgaben der Bologna-Erklärungen weitestgehend umgesetzt. Damit die Umstellung zu einer echten Erfolgsgeschichte wird, haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Technischer Universitäten und Hochschulen (ARGE TU/TH) sowie der TU9 am 10.05.2010 gemeinsam Verbesserungsvorschläge verabschiedet.

ARGE TU/TH-Sprecher Prof. Dr. Horst Hippler (Präsident KIT):

"Die Technischen Universitäten in der ARGE TU/TH stellen sich hinter die Forderungen der TU9 nach dem Schutz des akademischen Abschlussgrades 'Dipl.-Ing.'. Tradition und Fortschritt vereinen, das ist die Herausforderung vor der wir stehen: In den Ingenieurwissenschaften können wir an eine erfolgreiche Ausbildung anknüpfen und Bologna zum Anlass nehmen, sie an die globalen Herausforderungen der Wissensgesellschaft anzupassen."

TU9-Präsident Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg (Rektor RWTH Aachen):

"Unsere Botschaft ist eindeutig: Wir sind für die Bologna-Reform und für den 'Diplom-Ingenieur'. Dies ist kein Gegensatz. Und unser Kreis an Unterstützern wächst beständig. Nun werben wir bei den zuständigen Politikerinnen und Politikern dafür, den akademischen Abschlussgrad 'Diplom-Ingenieur' beim erfolgreichen Abschluss eines Master-Studiums in den Ingenieurwissenschaften weiterhin verleihen zu können."

Hintergrundinformation zur Debatte um den Abschlussgrad "Diplom-Ingenieur"

Österreich verleiht weiterhin "Dipl.-Ing."

Andere Bologna-Mitgliedsstaaten zeigen, dass der akademische Abschlussgrad "Dipl.-Ing." Bolognakompatibel ist: So regelt etwa das in diesem Punkt vorbildliche Österreichische "Bundesgesetz über die Organisation der Universitäten und ihre Studien (Universitätsgesetz 2002 - UG)" in § 51, Absatz 2 Nr. 11:

"Mastergrade sind die akademischen Grade, die nach dem Abschluss der Masterstudien verliehen werden. Sie lauten 'Master...' mit einem im Curriculum festzulegenden Zusatz, wobei auch eine Abkürzung festzulegen ist, oder 'Diplom-Ingenieurin/Diplom-Ingenieur', abgekürzt 'Dipl.-Ing.' (...)".

Die Forderung der deutschen Technischen Universitäten findet mittlerweile breiten Zuspruch bei Ingenieurverbänden, den Fakultäten, unter Studierenden und den politischen Akteuren:

16 Landesingenieurkammern und Bundesingenieurkammer für den "Dipl.-Ing."

Die 16 Landesingenieurkammern, die in der Bundesingenieurkammer zusammengeschlossen sind, haben sich am 30.10.2009 in Saarbrücken in einer Resolution für den "Diplom-Ingenieur" als Studienabschluss ausgesprochen und gefordert, in Deutschland ebenso wie in Österreich und Frankreich an dem bewährten und allgemein anerkannten Diplomtitel festzuhalten.

Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und Informatik (4ING) pro "Diplom-Ingenieur"

Die Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten (4ING) haben festgestellt, dass die Abschaffung dieser anerkannten Marke deutscher Ingenieurausbildung Teile der Studentenschaft, der heimischen Wirtschaft und der Wissenschaftler im In- und Ausland irritiert. 4ING verlangt, dass für eine universitäre konsekutive Bachelor-Master-Ausbildung, neben den akademischen Graden Bachelor of Science und Master of Science, der akademische Grad "Diplom-Ingenieur" verliehen werden kann.

VDI: Abschlussurkunden sollen auch "Dipl.-Ing." enthalten

Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) will die Abschlüsse Bachelor und Master im internationalen Vergleich durch das Renommee des "Diplom-Ingenieurs" aufwerten und spricht sich für eine Ergänzung im Zeugnis aus. Eine entsprechende Forderung an die Kultusministerkonferenz hat das Präsidium des VDI kürzlich beschlossen. Der VDI unterstreicht, dass die Gestaltung der Abschlussurkunden den Hochschulen überlassen bleiben muss. Der VDI empfiehlt, dass die Abschlussurkunden sowohl die Titel "Bachelor" bzw. "Master" als auch den Titel "Dipl.-Ing." enthalten und dabei eine bundeseinheitliche Lösung gefunden werden. Nur so könne bei den Studierenden und der Wirtschaft Klarheit geschaffen werden.

CDU/CSU-Fraktion: "Dipl.-Ing." ist ein international anerkanntes Gütesiegel

Anlässlich der durch die großen technischen Universitäten angestoßenen Debatte um die Beibehaltung des Titels "Dipl.-Ing.", haben die bildungs- und forschungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erklärt:

"(...) Drittens müssen anerkannte deutsche Hochschulabschlüsse durch Titelzusätze erhalten bleiben können. Dies gilt für das weltweit anerkannte Gütesiegel 'Dipl.-Ing.'. Auch bei der Vergabe von Titeln sollten die spezifischen Ausbildungswege junger Menschen (als Titelzusätze) sichtbar werden, um damit die Qualitäten der differenzierten deutschen Hochschulausbildung nach außen deutlich zu machen."

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