Steigender Stromverbrauch trotz energieeffizienter Produkte

(PresseBox) (Bremen, ) Energieeffizienz ist derzeit in aller Munde und gilt als "Wunderwaffe" zur Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele der Bundesregierung. Ohne den bisherigen Lebensstandard einzuschränken, können so der Energieverbrauch und damit einhergehend die CO2-Emissionen gesenkt werden. Ende Juni 2011 wurde der zweite Energieeffizienz-Aktionsplan der Bundesregierung bei der EU-Kommission eingereicht, um die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen darzulegen. Vor allem auf europäischer Ebene sind intensive Bestrebungen in Form der geplanten Richtlinie zur Steigerung der Energieeffizienz zu erkennen.

Die aktuell erstellte Studie "Wunderwaffe Energieeffizienz: Der Markt für energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen bis 2020" betrachtet auf der Basis von über 100 Experteninterviews mit Anbietern und Nachfragern sowohl Kundenanforderungen als auch Marketingstrategien. Sie zeigt die einzelnen Marktakteure, Erfolgsfaktoren, Markttreiber und Markthemmnisse.

Unterschiedliche Interessen bei Privatkunden und Unternehmen

Auf der in dieser Studie untersuchten Verbraucherseite wird das Interesse an Produkten, die weniger Energie verbrauchen, zunehmen. Den Nachfragern bieten sich mit der Nutzung energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen zahlreiche Vorteile: So kann nicht nur aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz beigetragen werden, sondern auch die eigenen Kosten für die Energieversorgung werden reduziert. Kunden aus dem gewerblichen Bereich werden diesen Kauf jedoch nicht vorrangig aufgrund besserer Umwelteigenschaften tätigen, sondern eher aus Kostengründen, denn für Unternehmen geht damit die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit einher. Besonders in den Bereichen Stromverbrauch und Prozesswärme erlangt das Thema Energieeffizienz bei Gewerbe- und Industrieunternehmen eine hohe Bedeutung: 97 Prozent der Unternehmen führen dementsprechend auch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Unternehmen durch.

87 Prozent der befragten Privatnutzer stufen die Bedeutung des Themas Energieeffizienz als "hoch" bis "sehr hoch" ein. Ein Großteil der Befragten (73 Prozent) gab an, bereits Maßnamen durchgeführt zu haben, um die Energieeffizienz im eigenen Haushalt zu erhöhen. In den meisten Fällen geschah dies durch Gebäudeisolierungen oder Neuanschaffungen von effizienten Produkten. Als wichtigste Bereiche werden die Wärmedämmung, Beleuchtung und IT/Bürokommunikation benannt. Dabei akzeptieren Endkunden durchaus höhere Anschaffungskosten für ein energieeffizientes Produkt: Ein Großteil der befragten Privatnutzer (47 Prozent) gaben an, 10 bis 20 Prozent mehr auszugeben im Gegensatz zu einem "normalen" Produkt. Für 20 Prozent der Befragten darf der Preisunterschied sogar noch größer sein.

In der aktuell erstellten Studie wurden weiterhin Hersteller energieeffizienter Produkte u. A. dazu befragt, in welchen Bereichen sie Einsparpotenziale sehen: Das höchste Einsparpotenzial wird im Bereich 'Beleuchtung' gesehen, dieses wurde von 20 Prozent der befragten Hersteller als "sehr hoch" und von 27 Prozent als "hoch" eingeschätzt. Der Bereich 'Heizung' erhielt ebenfalls eine hohe Anzahl Nennungen in den Einschätzungen "sehr hoch" (13 Prozent) und "hoch" (33 Prozent).

Wärmeverbrauch bei Haushaltskunden sinkend

Generell lässt sich festhalten, dass die Technologien bei Verbrauchsgeräten aufgrund des bereits jetzt erreichten hohen Niveaus kaum noch zu verbessern sind bzw. weitere Effizienzsteigerungen nur mit sehr hohem Aufwand möglich sind. Allerdings wird die Anzahl an Produkten mit geringer Energieeffizienz am Markt weiter sinken. Ähnlich stellt sich die Situation beim Wärmeverbrauch dar: Bei Neubauten ist der Verbrauch von Raumwärme bereits sehr gering, ein Potenzial zur Senkung besteht somit nur noch im Warmwasserverbrauch oder im Verbrauch von Prozesswärme. Allerdings ist dies schwieriger umzusetzen und unter Umständen mit einem Komfortverlust verbunden.

Auf der Basis dieser Darstellungen wurde in der Studie der Wärmeverbrauch in Deutschland bis 2020 nach einzelnen Bereichen prognostiziert. Insgesamt sinkt der Wärmeverbrauch im Referenzszenario leicht von 1.361 TWh in 2010 auf ca. 1.200 TWh in 2020. Die größten Veränderungen liegen dabei bei den Gruppen Haushaltskunden sowie bei Kommunen und öffentliche Einrichtungen: Allerdings besitzt die Entwicklung im Bereich Kommunen und öffentliche Einrichtung nur sehr wenig Einfluss auf den gesamten Wärmeverbrauch, denn der Verbrauch hat nur einen Anteil von weniger als drei Prozent am Gesamtverbrauch. Bei Industriekunden sinkt der Wärmeverbrauch um etwa 5 Prozent, bei Gewerbekunden (inkl. Landwirtschaft) um etwa 10 Prozent.

Auf Seiten der Strom- und Wärmeversorger stellt sich die Situation differenzierter dar: Einerseits wird von ihnen erwartet, dass sie sich für effiziente Energienutzung engagieren. Damit wirken sie positiv auf ihr Image ein und können außerdem - durch das Angebot von weiteren und neuen Dienstleistungen - ihre Umsätze steigern und Neukunden hinzugewinnen. Andererseits sinkt durch diese Effizienzbestrebungen aber ihr Absatz von Strom und Wärme, wodurch sie mit sinkenden Umsätzen zu rechnen haben.

Fazit

Für private Verbraucher ist das Thema Energieeffizienz von großer Bedeutung. Lediglich 13 Prozent der Befragten gaben nur eine mittlere Bedeutung an, für den Großteil ist Energieeffizienz wichtig oder sehr wichtig. Für Industrie- und Gewerbeunternehmen ist die Bedeutung ähnlich hoch. Dies zeigt der Anteil von 88 Prozent, der dem Thema eine hohe oder sehr hohe Bedeutung beimisst.

Die aktuell erstellte Studie von trend:research zeigt, dass die Ziele der Bundesregierung zur Einsparung von 20 Prozent des Primärenergieverbrauchs bis 2020 nur dann erreicht werden können, wenn die Unternehmen durch die rechtlichen Rahmenbedingungen dazu verpflichtet werden, ihre Anstrengungen zu verstärken.

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