Amtsgericht eröffnet Insolvenzverfahren bei TMD Friction

Dr. Frank Kebekus zum Insolvenzverwalter bestellt / Sanierungs- und Restrukturierungskonzept wird in Abstimmung mit potenziellen Investoren weiterverfolgt / Bundesweit 1.740 Arbeitsplätze vorerst gesichert, 260 Beschäftigte erhalten Angebot für eine Besch

(PresseBox) (Leverkusen, ) Das Amtsgericht Köln hat zum 1. März das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Automobilzulieferers TMD Friction eröffnet. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Dr. Frank Kebekus, der bereits seit Insolvenzantragstellung Anfang Dezember dort als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig war.

Kebekus gelang es bereits im vorläufigen Verfahren den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, das Unternehmen wird auch im eröffneten Verfahren weiter geführt. Derzeit befindet sich TMD Friction in intensiven Verhandlungen mit potenziellen Investoren, darunter sowohl Finanz- als auch strategische Investoren. "Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen eine Einigung mit einem potenziellen Partner erzielen, der TMD Friction dann wieder in die Erfolgsspur führt", sagt Kebekus.

In den vergangenen Wochen haben der Insolvenzverwalter und sein Team gemeinsam mit der Geschäftsführung von TMD ein Restrukturierungs- und Sanierungskonzept erarbeitet, das in diesen Tagen weiterverfolgt wird. Es gelang, 1.740 - und damit etwa 90 Prozent - der Arbeitsplätze vorerst zu sichern. Voraussetzung für die dauerhafte Sicherung ist es, dass TMD sich in den kommenden Wochen tatsächlich mit einem Investor einigt und die prognostizierten Umsatzzahlen, die bereits an die aktuelle schwierige Branchensituation angepasst sind, nicht weiter unterschritten werden.

Knapp 260 Beschäftigte (davon ca. 160 in Leverkusen, ca. 30 in Essen, ca. 60 in Hamm/a. d. Sieg und 6 in Coswig) erhalten das Angebot, in eine Beschäftigungsund Qualifizierungsgesellschaft (BQG) zu wechseln. In dieser BQG werden sie maximal 10 Monate weiterbeschäftigt und erhalten 85 Prozent ihres letzten Nettolohns. Die Gesellschaft bereitet die Beschäftigten auf neue berufliche Herausforderungen vor und unterstützt sie bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle.

"Aufgrund der Umsatzrückgänge bei den Herstellern, die sich direkt bei TMD Friction bemerkbar machten, waren Personalanpassungen leider unvermeidlich", sagt Kebekus. Mit der Gründung einer BQG sei es jedoch gelungen, diesen Schritt sozial abzufedern.

Die Personalanpassung fand in enger Abstimmung mit den potenziellen Investoren statt. "Alle Partner, mit denen wir derzeit über eine Übernahme des Unternehmens verhandeln, sahen die Notwendigkeit dieser Maßnahme", sagt der Insolvenzverwalter.

Die Verantwortlichen von TMD Friction hatten Anfang Dezember 2008 beim zuständigen Amtsgericht in Köln für die deutschen Gesellschaften und die Holding Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Hauptgrund für den Insolvenzantrag ist die aktuelle Marktsituation im Automobilbereich.

Diese führte zu einem Umsatzrückgang bei TMD Friction verbunden mit Liquiditätsproblemen. Der Geschäftsbetrieb lief - mit Ausnahme der Weihnachtsferien - seit Insolvenzantragstellung unverändert weiter.

TMD Friction Holdings GmbH

Die TMD Friction-Gruppe ist der weltweit führende Hersteller von Bremsbelägen für die Erstausrüstung der Automobil- und Bremsenindustrie. Zum Produktportfolio zählen neben Scheiben- und Trommelbremsbelägen für Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge auch Bremsbeläge für den Rennsport und Reibmaterialien für die Industrie. Mit den Marken Textar, Pagid, Mintex, Don, Cobreq und Cosid versorgt TMD Friction auch den weltweiten Ersatzteilmarkt. Im Jahr 2007 erwirtschaftete das Unternehmen an seinen Standorten in Deutschland, im europäischen Ausland, in USA, Brasilien, Mexiko, China, Japan und Malaysia einen Umsatz von 690 Mio. Euro. Die TMD Friction Gruppe beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit rund 4.500 Mitarbeiter. In Deutschland hatte die Gruppe bei Insolvenzantragsstellung etwa 2.000 Beschäftigte, davon in Leverkusen etwa 1.000, in Essen 480, in Hamm/a.d. Sieg 340 und in Coswig 170.

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