Tipp24 AG: Glücksspiel-Staatsvertrag bremst langjährigen Wachstumskurs

Geschäftsjahr 2008

(PresseBox) (Hamburg, ) .
- Erheblich erschwerter Registrierungsprozess für deutsche Neukunden
- Ungünstige Jackpot-Situation
- Anlaufkosten für Ausbau des internationalen Geschäfts und Tipp24games

Auf Grund negativer Auswirkungen der anhaltenden regulatorischen Diskussion über den deutschen Glücksspielmarkt ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Geschäftsjahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent auf 8.897 (Vorjahr 8.949) Tsd. Euro zurück. Die EBIT-Marge sank um 0,5 Prozentpunkte auf 19,4 (19,9) Prozent. Im gleichen Zeitraum steigerte die Tipp24 AG ihre Umsatzerlöse leicht um 1,9 Prozent auf 45.838 (44.974) Tsd. Euro.

Wesentliche Ursachen des Ergebnisrückgangs waren die Anlaufkosten für den Ausbau des internationalen Geschäfts und des neuen Geschäftsbereichs Skill-Based Games. Mit diesen selbst entwickelten Geschicklichkeitsspielen erweiterte Tipp24 ihr Kerngeschäft um eine neue Dimension webbasierter Unterhaltung, die nicht den restriktiven Regelungen des Glücksspiel-Staatsvertrages (GlüStV) unterliegt.

Leicht rückläufig war auch das Transaktionsvolumen, das im Berichtsjahr mit 335.947 (346.776) Tsd. Euro um 3,1 Prozent unter Vorjahresniveau lag. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der registrierten Kunden um nur 203 Tsd. auf 2.526 Tsd.; ein wesentlicher Teil davon wurde im Ausland gewonnen. Durch einen erheblich erschwerten Registrierungsprozess für deutsche Neukunden sowie die ungünstige Jackpot-Situation in 2008 fiel das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr (574) um 371 Tsd. deutlich niedriger aus.

Anhaltende regulatorische Diskussion in Deutschland - Konsequenzen

Das Geschäftsjahr 2008 war erneut geprägt von der anhaltenden politischen und rechtlichen Diskussion um den Glücksspielmarkt in Deutschland und dem zum 1. Januar 2008 in Kraft getretenen neuen GlüStV. Seit Anfang 2009 verbietet der GlüStV ohne Ausnahme die Vermittlung von Glücksspielen einschließlich Lotterien über das Internet. Als Konsequenz veräußerte die Tipp24 AG den Großteil ihrer europäischen Aktivitäten, die in Verbindung mit der Vermittlung oder dem Angebot von Lotterieprodukten stehen, an die bereits seit 2007 in Großbritannien tätige MyLotto24 Ltd.. Mit diesem Schritt einer Ausgliederung wurde dieser Geschäftsbereich einerseits unmittelbar und eindeutig unter den Schutzschirm europäischen Rechts gestellt, andererseits hat Tipp24 damit den organisatorischen Grundstein für eine Fokussierung auf das Auslandsgeschäft geschaffen. Die ausländischen Tochtergesellschaften sind - entsprechend den rechtlichen Vorgaben vor Ort - gesellschaftsrechtlich unabhängig und nicht weisungsgebunden; sie werden von erfahrenen Geschäftsführern geführt.

Unbeeinflusst vom GlüStV wird die Tipp24 AG mit Tipp24games ihre Aktivitäten im Bereich der Geschicklichkeitsspiele ausweiten. Der Vorstand der AG wird sich auf die Identifizierung und Akquisition neuer Geschäftsmodelle in Deutschland konzentrieren.

Jens Schumann, Vorsitzender des Vorstands der Tipp24 AG: "Mit Einsetzen der zweiten Stufe des GlüStV wurde uns der weitaus überwiegende Teil unseres Deutschlandgeschäfts entzogen. Wir gehen weiterhin juristisch gegen den neuen Staatsvertrag vor. Anfang Februar 2009 hat die EU-Kommission ihre gemeinschaftsrechtlichen Bedenken gegen den GlüStV bekräftigt. Sobald sich die Rechtslage eindeutig zu unseren Gunsten geändert hat, streben wir die sofortige Wiederaufnahme des deutschen Geschäfts an. Auch der deutsche Staat dürfte daran ein Interesse haben, da Tipp24 allein im Jahr 2008 für die Länder Steuereinnahmen von rund 130 Millionen Euro generiert hat, die nun der Förderung von Sport, Kultur und sozialen Themen fehlen werden."

Ausblick

Vor dem Hintergrund der erheblichen rechtlichen Unsicherheiten im bisherigen Kernmarkt Deutschland ist eine verlässliche Umsatz- und Ertragsprognose für das Geschäftsjahr 2009 nicht möglich. Tipp24 geht unverändert davon aus, nach Abschluss des derzeitigen Marktumbruchs und vor dem Hintergrund einer geklärten rechtlichen Lage in Deutschland wieder an die historisch belegten mittelfristigen Wachstumsziele anknüpfen zu können. Diese beinhalten eine jährliche Steigerung des Umsatzes von 30 Prozent und eine überproportionale Steigerung des EBIT.

Tipp24 SE

Die Tipp24 AG vermittelte unter www.tipp24.de bis Ende 2008 staatliche Glücksspielprodukte über elektronische Medien, insbesondere das Internet. Diese Tätigkeit hat das Unternehmen aufgrund des am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Glücksspiel-Staatsvertrages bis zur Klärung der Rechtslage vorübergehend eingestellt. Seitdem betreibt die Tipp24 AG insbesondere die Spieleplattform www.tipp24games.de. Konzerngesellschaften sind Ventura24 in Spanien (www.ventura24.es), Puntogioco24 in Italien (www.puntogioco24.it) und MyLotto24 in Großbritannien (www.mylotto24.co.uk). Seit 2005 werden die Aktien der Tipp24 AG an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

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