ThyssenKrupp Steel Europe modernisiert Hochofen 9 in Duisburg

(PresseBox) (Duisburg, ) Seit gestern ist der Hochofen 9 von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg-Hamborn außer Betrieb. Während der Dauer von 180 Tagen werden die Feuerfestausmauerung und Teile der Ofenkühlung erneuert. Im Rahmen der Modernisierungsmaßnahme, die die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Standortes verbessert, investiert der Stahlhersteller 37 Millionen Euro. Wegen der derzeit lagerzyklisch schwächeren Nachfrage nach Flachstahlprodukten, die voraussichtlich noch bis zum Frühjahr in den Produktionsbetrieben spürbar bleiben wird, zieht das Unternehmen die ursprünglich für 2014 geplanten Arbeiten vor. So wird das jetzt aus Marktsicht zur Verfügung stehende Zeitfenster bis Ende Mai genutzt. Bei einer Absatzbelebung nach Auslaufen des Lagerzyklus können kurzfristige Versorgungslücken durch Bestandsabbau kompensiert werden. Während des Stillstands von Hochofen 9 werden die übrigen drei Hochöfen - die beiden mehr als doppelt so großen Aggregate Schwelgern 1 und 2 sowie Hochofen 8 - mit voller Leistung weiter gefahren. Dies gewährleistet technisch und wirtschaftlich einen optimalen Betrieb der Flüssigphase.

Seit 1987 ununterbrochener Betrieb

Der Hochofenbetrieb Hamborn von ThyssenKrupp Steel Europe erzeugt mit den beiden Hochöfen 8 und 9 etwa 3,7 Millionen Tonnen Roheisen pro Jahr - dieses wird in den Stahlwerken zu Rohstahl weiterverarbeitet. In den Hochöfen werden eisenoxydhaltige Erze mit Koks und Kohlenstaub zu metallischem Eisen reduziert und erschmolzen. Der ursprünglich aus dem Jahr 1962 stammende Hochofen 9, der nach komplettem Umbau und Vergrößerung in seiner jetzigen Form seit 1987 in Betrieb ist, hat seitdem bisher rund 40 Millionen Tonnen Roheisen erzeugt. Spätestens in zwei Jahren hätte der Ofen mit einer Jahreskapazität von 1,7 Millionen Tonnen vollständig neu zugestellt werden müssen, denn seine aktuelle Ofenreise - also die Zeitspanne, bis die etwa zwei Meter dicke, feuerfeste Ausmauerung eines Hochofens vollständig erneuert werden muss - stand kurz vor dem Ende.

Tiefblasen, dann Modernisierung

Um die Reparaturarbeiten durchführen zu können, wurde der Ofen zunächst vom 8. auf den 9. Januar 2012 tiefgeblasen. Dabei lief der Hochofenprozess zunächst im unteren Bereich weiter, allerdings wurde die Zufuhr der Beschickung mit Rohstoffen nach und nach verringert, so dass die Roheisenproduktion versiegte; auch die Windzufuhr wurde stark verringert und schließlich ebenfalls abgestellt. Nach dem Abstich des letzten verbliebenen Roheisens wird dann die alte Ausmauerung des Hochofens entfernt. Hieran schließen sich die Feuerfestarbeiten sowie die Erneuerung von Teilen der Kühlung an. Für die neue Ausmauerung werden rund 2.400 Tonnen Feuerfestmaterial benötigt - 1.900 Tonnen für das Gestell und 500 Tonnen für den Schachtbereich. Ende Mai dieses Jahres werden die Arbeiten abgeschlossen und der Hochofen wird wieder angeblasen.

"Die zeitweise Stilllegung von Ofen 9 wird keinerlei negative Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation der Mitarbeiter im Flüssigbereich haben", betont Dr. Michael Peters, Leiter des Direktionsbereichs Roheisen von ThyssenKrupp Steel Europe. "Im Gegenteil - wir haben alle Mitarbeiter des Hochofenbetriebs gebeten, während der Phase der Neuzustellung soweit möglich auf Urlaub zu verzichten, damit die komplexen Arbeiten reibungslos vonstatten gehen können - hierfür wird sprichwörtlich jeder Mann gebraucht."

Zweite Stufe in Planung

Im Rahmen einer zweiten Stufe der Neuzustellung soll zu einem späteren Zeitpunkt zunächst während des laufenden Betriebs eine moderne Entstaubung mit einer Gewebefilteranlage eingebaut werden, mit deren Hilfe die Staubemissionen weiter reduziert werden können. Danach wird die Gießhalle erneuert und ein neuer Schrägaufzug installiert Außerdem erhält der Hochofen 9 dann eine Verkleidung mit einer attraktiven Farbgestaltung, so dass er nicht nur technisch, sondern auch optisch dem farbig gestalteten Zwilling, dem vor wenigen Jahren neu gebauten Hochofen 8 (Inbetriebnahme Dezember 2007) angepasst wird. Nach der Neuzustellung werden die beiden Hamborner Hochöfen dann auf technisch modernstem Niveau mit höchsten Umweltstandards betrieben.

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