Stellungnahme der TU Dresden anlässlich der Vorabmeldung der ZEIT "Doktorvater distanziert sich von Roland Wöller", veröffentlicht am 11. Januar 2012

Die TU Dresden hat die Dissertation von Dr. Roland Wöller zweimal untersuchen lassen / Beide Untersuchungen haben ergeben, dass im Ergebnis eine Aberkennung des Doktortitels in keiner Weise gerechtfertigt wäre

(PresseBox) (Dresden, ) Prof. Hans-Heinrich Trute, Leiter der Untersuchungskommission, die im Dezember 2011 ihren Abschlussbericht vorgelegt hat, unterstreicht auch nach den neuen Anwürfen (aktuelle Vorabmeldung der ZEIT) gegen Dr. Roland Wöller: "Unsere Kommission hat die Dissertation von Dr. Roland Wöller mehrere Monate lang genauestens und nach den höchsten wissenschaftlichen Standards geprüft." Er zeigt sich zudem erstaunt von der Erklärung des in der ZEIT zitierten Doktorvaters, Ulrich Kluge. "Die Kommission ist sich sicher, die Arbeit von Roland Wöller mindestens ebenso genau gelesen und im Hinblick auf die Einhaltung oder Verletzung wissenschaftlicher Standards untersucht zu haben, wie der Doktorvater und Erstgutachter zu jedem denkbaren Zeitpunkt. Ihm hätte es im Übrigen freigestanden, etwaige Bedenken bereits 2007 dem zuständigen Promotionsausschuss darzulegen."

Der Jurist Prof. Hans-Heinrich Trute gilt als ausgewiesener Experte. Unter anderem war er mehrere Jahre Ombudsmann der DFG für wissenschaftliches Fehlverhalten.

Auf Grund der neuen Berichte, die die Wochenzeitung die ZEIT in ihrer Ausgabe vom 12. Januar 2012 veröffentlichen will, hat sich heute der zweite Gutachter der Dissertation von Dr. Roland Wöller, der Ökonom Prof. Marco Lehmann-Waffenschmidt, zu Wort gemeldet. Er bezeichnet die Vorwürfe des Doktorvaters Ulrich Kluge als "ungeheuerlich". Auch er selbst sei von Journalisten der ZEIT im vergangenen Jahr angerufen und um eine Einschätzung der Dissertation gebeten worden. Er schätze die Arbeit nach wie vor als wissenschaftlich sehr anspruchsvoll und als wertvollen Beitrag zur Analyse der deutsch-deutschen Wiedervereinigung ein. Dies habe er den Journalisten der ZEIT auch so mitgeteilt.

Die TU Dresden wird Herrn Ulrich Kluge zu einem Gespräch einladen, um ihm Gelegenheit zu geben, seine Position zu erläutern.

Im Jahr 2002 hatte Dr. Wöller seine Dissertation mit dem Titel "Der Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands (1952 bis 1975)" fertiggestellt und promoviert. Im Jahr 2006 wurden gegenüber der TUD Anschuldigungen geäußert, er habe dabei eine unveröffentlichte Magisterarbeit plagiiert. Die Philosophische Fakultät der TU Dresden ist diesen Vorwürfen im Jahr 2007 nachgegangen. Die damalige Überprüfung ergab, dass weder ein Plagiat noch eine Urheberrechtsverletzung, noch Täuschungsabsicht festgestellt werden konnte. Wegen handwerklicher Fehler sprach der Promotionsausschuss eine schriftliche Ermahnung aus, verbunden mit dem Hinweis, entsprechende Korrekturen bei einer Neuauflage der im Druck veröffentlichten Dissertation vorzunehmen. Nachdem im Juli 2011 erneut Vorwürfe laut wurden, hat der Dekan der Philosophischen Fakultät der TUD ein Verfahren vor der unabhängigen Untersuchungskommission angeregt. Unter Leitung von Prof. Hans-Heinrich Trute wurde die Arbeit von Dr. Roland Wöller umfassend hinsichtlich des Vorliegens wissenschaftlichen Fehlverhaltens geprüft.

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