Die Dresdner Messstraßenbahn wird in Betrieb genommen

Datengewinnung im realen Dresdner Fahrbetrieb für die exzellente Ausbildung von Studierenden und Verbesserung zukünftiger Fahrzeuge und Komponenten

(PresseBox) (Dresden, ) In einer einzigartigen Konstellation aus Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden, Industrieunternehmen aus Sachsen sowie dem In- und Ausland und den Dresdner Verkehrsbetrieben ist es gelungen, ein besonderes Projekt zu realisieren: Eine ab Anfang März in Dresden im täglichen Einsatz stehende Serien-Straßenbahn von Bombardier Transportation ist als Messträger ausgestattet und wird über die nächsten fünf Jahre eine große Zahl von Messdaten liefern. Dazu zählen mechanische Größen, die es erlauben zukünftige Bahnen noch komfortabler und leiser zu bauen sowie elektrische Messwerte, die energieeffizientere Fahrweisen oder Fahrzeuge ermöglichen. Die Universität profitiert durch die Möglichkeit, Studierende an einem hochmodernen Fahrzeug ausbilden zu können. Die Industriepartner sowie die Verkehrsbetriebe gewinnen Langzeitinformationen, mit denen sie ihre Komponenten und Bauteile besser auslegen können.

Insgesamt acht Partner sowie weitere Sponsoren tragen das Projekt unter der Leitung der Professur für Fahrzeugmodellierung und -simulation der TU Dresden. Der Fahrzeughersteller Bombardier Transportation hat in seinem Werk in Bautzen während der Ausrüstung des Fahrzeugs die Messtechnik eingebaut. Die Firmen National Instruments und Kistler Instrumente AG haben wesentliche Teile der Messtechnik gestiftet; hinzu kommen Spenden der Firmen Contrinex und Turck. Harting stellte Stecker sowie Verkabelung des Systems. Das Institut für Bahntechnik der TU Dresden hat seine umfangreichen Erfahrungen beim Messkonzept eingebracht und im IMA Dresden wurde die Software zum Betrieb des Messsystems erstellt. Die Dresdner Verkehrsbetriebe ermöglichen den Betrieb des Fahrzeugs in ihrem Netz.

Der Projektleiter Prof. Dr. Michael Beitelschmidt von der TU Dresden möchte mit der Messstraßenbahn zwei Ziele erreichen: "Mit den im realen Fahrzeug gemessenen Daten ist es möglich, Simulationsmodelle im Computer noch besser an die Realität anzupassen und damit für die nächste Fahrzeuggeneration genauere Vorhersagen bereits im Konstruktionsstadium zu gewinnen. Dadurch können die Fahrzeuge zum Beispiel leichter, leiser und komfortabler werden. Darüber hinaus wollen wir Studierende für die Schienenfahrzeugtechnik begeistern, wenn sie an Messfahrten in dem hochmodernen Fahrzeug teilnehmen können."

Dirk Schillings, Senior Director Engineering, Bombardier Transportation, Geschäftsbereich Straßen- und Stadtbahnen, zeigt sich über die Möglichkeit, an einem so spannenden und einzigartigen Projekt teilnehmen zu können, sehr erfreut: "Im Rahmen des 2007 gegründeten "Bombardier Center of Competence for Railway Systems Engineering and Integration" liegt uns als Weltmarktführer in der Schienenverkehrstechnik die Zusammenarbeit mit der TU Dresden natürlich besonders am Herzen. Diese eröffnet uns als Werk Bautzen alle Möglichkeiten für die Heranbildung von kompetenten und fähigen Nachwuchskräften. Diese Messstraßenbahn komplettiert unsere großartige Kooperation mit einer der führenden Lehr- und Forschungsstätten Deutschlands."

"Die Unterstützung dieses Projekts stand für uns außer Frage. Schließlich profitieren wir ebenso von den Resultaten dieser Langzeitstudie. Mit der Technischen Universität arbeiten wir auch in anderen Bereichen wie der Verkehrstechnik oder der Planung von Verkehrsanlagen schon viele Jahre erfolgreich zusammen. Nicht zuletzt deshalb gilt es, den Universitätsstandort Dresden mit der renommierten Fakultät Verkehrswissenschaften zu stärken", sagt DVB-Vorstand Reiner Zieschank.

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