Netzwerke im Mittelstand: Forscher der TU finden Balance zwischen Autonomie und Abhängigkeit

(PresseBox) (Dortmund, ) Eine Strategie mittelständischer Unternehmungen ist der Zusammenschluss zu einem Netzwerk oder einer Supply Chain mit gleichberechtigten, autonomen Partnern. Hierdurch können sie den Großen der Branche im Wettbewerb auf Augenhöhe begegnen, ohne die Vorzüge des Mittelstandes aufzugeben. Das funktioniert in einem turbulenten Branchenumfeld aber nur dann, wenn sich die Partner aufeinander abstimmen. Doch wie bekommt man die beteiligten Mittelständler unter einen Hut, wenn sie ihre Selbstständigkeit bewahren und möglichst wenige vertrauliche Informationen preisgeben wollen? Am Lehrstuhl für Produktion und Logistik an der TU Dortmund von Prof. Dr. Ralf Gössinger wurde ein neuer Ansatz erforscht, der dieses Problem aufbauend auf zwei Grundideen löst.

Stimmen die beteiligten Netzwerkpartner sich nicht ab, dann ergibt sich anstelle eines geschlossenen Miteinanders ein ungeordnetes Nebeneinander, aus dem extrem nervöse logistische Prozesse resultieren: Maschinen müssen häufig umgerüstet, Material muss häufig aus- und eingelagert sowie transportiert werden, Sicherheitsbestände müssen erhöht werden und die Zulieferer müssen auf Zuruf reagieren. Um Nervosität zu vermeiden und Netzwerksynergien voll zu erschließen, ist ein mittelfristiger unternehmungsübergreifender Kapazitätsabgleich erforderlich. In seinem Lösungsansatz für die Balance zwischen Autonomie und Abhängigkeit setzt Prof. Ralf Gössinger genau an diesem Kapazitätsabgleich an.

Die zur Nachfrageerfüllung erforderliche Kapazität wird aus zwei Quellen gespeist. Längerfristig von den Beteiligten freigehaltene Kapazität bildet einen Kapazitätspool, aus dem die erwartete Nachfrage erfüllt wird. Für Nachfrage, die über die Erwartungen hinausgeht, kann kurzfristig bei den Partnern Kapazität reserviert werden. Anreize zur Kapazitätsreservierung erhalten die Netzwerkunternehmungen durch einen dynamischen Preismechanismus, der sich an der Nachfrage- und Auslastungssituation, der Fristigkeit der Reservierung und der tatsächlichen Nutzung der freigehaltenen Kapazität orientiert. Die Forscher erhielten für ihren Ansatz auf internationalen und nationalen Tagungen eine äußerst positive Resonanz. Ein Aufsatz dazu wird in der angesehenen Fachzeitschrift "International Journal of Production Economics" in diesem Jahr erscheinen.

Tagung zur Supply-Chain an der TU Dortmund

Das Management von Produktions- und Logistikprozessen in Netzwerken mittelständischer Unternehmungen ist eines der zentralen Themen der Tagung "Supply Chain Management im Mittelstand" der WiSo-Fakultät der TU Dortmund. Die vom 18. bis 19. Juni 2009 stattfindende Konferenz führt Wissenschaftler und Praktiker zusammen. Die Tagung will Wege aufzeigen, wie mittelständische Unternehmen ihre Lieferketten besser gestalten können. Dazu werden namhafte Referenten aus Theorie und Praxis erwartet, unter anderem der "Produktions-Papst" Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Horst Wildemann (TU München) und der frühere Stanford-Professor Dr. Ulrich W. Thonemann (Uni Köln).

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