Klimagerechte Architektur: Professor Helmut Müller verabschiedet

(PresseBox) (Dortmund, ) 16 Jahre lang hatte Prof. Helmut Müller den Lehrstuhl Klimagerechte Architektur der Fakultät Bauwesen inne. Die Fakultät würdigte ihn in einer Feierstunde am 18. Februar anlässlich seines Ausscheidens aus dem Universitätsdienst für sein großes Engagement in Forschung und Lehre und seine Verdienste im internationalen Kontext. Prof. Müller selbst wies in seinem Abschiedsvortrag zum Thema "Entwicklungen in der klimagerechten Architektur" ein letztes Mal in seiner Funktion als Universitätsprofessor auf die Bedeutung des energieeffizienten Bauens im Blick auf die globale Zukunft hin.

Von Leidenschaft sprach Prodekan Prof. Walter Noebel, der die Vielzahl der Tätigkeitsfelder hervorhob und Prof. Müller für die Jahre seines Einsatzes in Forschung und Lehre dankte. Dipl.-Ing. Jörg Schlenger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl, brachte in seiner Rede Hochachtung und Dank zum Ausdruck. Prof. Müller habe in seiner Arbeit nicht nur die Fähigkeit ausgezeichnet, sich auf Fremdes einzulassen und für Neues zu begeistern. Auch habe er es geschafft, seinen Enthusiasmus immer wieder an Mitarbeiter und Studierende weiterzugeben. Dass er sein Fachgebiet den Studierenden wirklich nahebringen konnte - dafür spricht die in den vergangenen Jahren stetig gewachsene Zahl an Studierenden, die diesen Studienschwerpunkt gewählt haben.

Schon Ende der 70er Jahre waren Energieeffizienz und Lichttechnik Schwerpunkte in Prof. Müllers beruflichem Leben. Nach seinem Architekturstudium an der Technischen Hochschule Hannover und der Universität Stuttgart sowie dem folgenden DAAD-Stipendium in London kehrte er zur Promotion nach Stuttgart zurück und wurde dort 1981 mit dem Dissertationspreis ausgezeichnet. Seine Mitarbeit in Forschung und Entwicklung bei einem renommierten Kölner Unternehmen für gebäudetechnische Gesamtplanung seit 1979 galten bereits u. a. den Themen Lichttechnik und rationelle Energieverwendung. Zehn Jahre hatte Helmut Müller eine Professur am Fachbereich Architektur der Fachhochschule Köln im Lehrgebiet Baustofflehre/-technologie inne und gründete und leitete darüber hinaus dort das Institut für Licht- und Bautechnik (ILB).

1993 übernahm Prof. Müller den neu eingerichteten Lehrstuhl Klimagerechte Architektur der Fakultät Bauwesen. Als besonders reizvoll, so Prof. Müller, habe er seine Tätigkeit innerhalb des Dortmunder Modells Bauwesen empfunden, da gerade die Aufgabe der Klimagerechten Architektur nur in enger Kooperation von Architekten und Ingenieuren gelöst werden könne.

Kooperation spielte für Prof. Müller eine große Rolle. So pflegte er in der Forschung die Kooperation mit Universitäten in Europa und Afrika. In der Lehre entstand - in Zusammenarbeit mit der Fakultät Elektroingenieurwesen - der Studienschwerpunkt "Integration Erneuerbarer Energien in Gebäuden" und eine Vernetzung mit sechs europäischen Universitäten. Im Rahmen des EU-Projektes "PREA - Promoting Renwable Energies in Africa" wurden in Zusammenarbeit mit vier europäischen Partnern an drei Partneruniversitäten des südlichen Afrikas die Masterkurse "Integration of Renewable Energies in Buildings" eingeführt. International von herausragender Bedeutung waren Kooperationen mit den Fakultäten der Universität Dar es Salaam (Tanzania) und der Semyung-Universität Seoul (Süd-Korea).

Wie sehr Prof. Müller auf Netzwerke auch innerhalb der Universität setzte, zeigt wieder ein Beispiel aus der Lehre: In Zusammenarbeit u. a. mit dem Lehrstuhl Baubetrieb und Bauprozessmanagement und dem Uni-internen Zentrum für Hochschuldidaktik fügte Prof. Müller in sein Lehrprogramm sogenannte "Reality-Bites"-Veranstaltungen ein - ein Objektentwurf als Planspiel, bei dem die Studierenden unterschiedliche Rollen übernehmen (Bauherren, Projektsteuerer, Architekten, Fachplaner).

Die Studierenden werde er besonders vermissen, sagte Prof. Müller bei seinem Abschied. Ihm werde ihr Elan und ihr Interesse und das gemeinsame Besprechen der Problemstellungen fehlen. Und die Studierenden gaben ihm dieses Kompliment zurück. Er habe immer ein offenes Ohr für sie gehabt, so die Studentin, die ihm im Namen seiner Studierenden einen Blumenstrauß übergab. Und oft, wenn man an seine Tür gekommen sei, habe er gesagt: "Eigentlich habe ich keine Zeit, aber kommen Sie mal rein." Und dann habe er sich oft richtig Zeit genommen.

Dass Prof. Müller nicht wirklich in den Ruhestand geht, sondern in seinem Abschied neben einer Portion Wehmut auch die Chance für neue Möglichkeiten sieht, das glaubt man ihm sofort. So agil und energiegeladen, betonte Prodekan Prof. Walter Noebel, hoffe wohl so mancher Kollege noch zu sein, wenn er irgendwann an dieser Stelle stehe und Abschied nehme.

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