Größtes Graduiertencluster für Industrielle Biotechnologie startet

(PresseBox) (Dortmund, ) Die Technische Universität Dortmund verbucht erneut einen Erfolg in einem zukunftsweisenden Forschungsgebiet: Am 1. April startet das "Graduiertencluster für Industrielle Biotechnologie" als gemeinsames Promotionskolleg der TU Dortmund und der Universitäten Bielefeld und Düsseldorf. Das europaweit größte Doktorandenprogramm auf diesem Forschungsfeld ist eingebettet in das NRWNetzwerk "CLIB2021" ?Cluster Industrielle Biotechnologie". Sprecherhochschule der einzigartigen Doktorandenausbildung ist die TU Dortmund. Das bis Dezember 2012 laufende Programm ermöglicht insgesamt 84 Nachwuchswissenschaftlern - 28 davon in Dortmund - eine Promotion auf international höchstem Niveau. Mit 4,1 Millionen Euro fördert das nordrhein-westfälische Innovationsministerium das 7,2 Millionen Euro teure Programm. Die restlichen Mittel setzen sich aus Eigenanteilen der Hochschulen und Beiträgen der im "CLIB2021" organisierten Biotechnologie-Unternehmen zusammen.

"Mit dem neuen Graduiertencluster sind die TU Dortmund und ihre beiden Partnerhochschulen international erste Adressen für hochqualifizierten Forschungsnachwuchs in der industriellen Biotechnologie", freut sich TURektorin Prof. Ursula Gather. Und Prof. Gerhard Schembecker, Sprecher des neuen Promotionskollegs betont, dass vor allem die enge Verzahnung mit der industriellen Praxis ein Alleinstellungsmerkmal der neuen Graduiertenausbildung darstellt. "Die Ausrichtung der Forschung auf industrierelevante Fragestellungen und die Einbindung von Unternehmen in die Ausbildung sind integrale Bestandteile des Promotionsstudiums", sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Anlagen- und Prozesstechnik der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund.

In Dortmund arbeiten die Bio- und Chemieingenieure mit so renommierten Partnern wie Bayer oder Evonik zusammen. Aber auch kleine Hightech-Unternehmen aus dem Umfeld der TU Dortmund, wie beispielsweise die Wittener "bitop AG" oder die im BioMedizinZentrumDortmund (BMZ) beheimatete "InterMed Discovery GmbH" stehen auf der Liste der Kooperationspartner. Die Hochschulen profitieren hier von den Kontakten im Netzwerk CLIB2021, das die chemische Industrie, junge biotechnologische Unternehmen sowie wissenschaftliche Institute aus NRW vereint und vom Bundesforschungsministerium mit 20 Millionen Euro gefördert wird.

Die Auswahl der 84 Teilnehmer des Promotionsstudiengangs erfolgt im Rahmen einer internationalen Ausschreibung, für die sich hochqualifizierte Studierende unter anderem aus den Bereichen Chemie, Biologie, Verfahrenstechnik oder Medizin bewerben können. Gefördert werden die Nachwuchsforscher mit einem monatlichen Stipendium in Höhe von 1.500 Euro.

Thematisch stützt sich das Cluster auf vier Technologiebereiche: Im Bereich "Polyomics" beschäftigt sich das Forschungsprogramm mit der Frage, wie Prozesse innerhalb der Zelle so beeinflusst werden können, dass sie gezielt gewünschte Produkte generieren. Im Rahmen des Bereichs "Expression" wird untersucht, wie diese Produkte durch die Zellwände transportiert und so beispielsweise als neue Katalysatoren oder Enzyme genutzt werden können. Im dritten Bereich, der "Biokatalyse", wird versucht, diese in den Zellen hergestellten Produkte - oder aber gleich die ganze Zelle - für neue chemische Reaktionen zu nutzen, um zum Beispiel aus nachwachsenden Rohstoffen Vorprodukte für Kunststoffe herzustellen. Aufgabe des Bereichs "Aufarbeitung" ist es schließlich, geeignete Verfahren zu erarbeiten, um Nebenprodukte oder Verunreinigungen, die bei den biochemischen Reaktionen entstehen, abzutrennen.

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