Europäisch-Russisches Forschungsprojekt zur Sicherheit von Stromnetzen gestartet

(PresseBox) (Dortmund, ) Schwerwiegende Störungen in den elektrischen Übertragungsnetzen verursachen oftmals großflächige Stromausfälle, wie beispielsweise die europaweite Störung im November 2006. Das Anfang 2009 gestartete Forschungsprojekt ICOEUR (Intelligent Coordination of Operation and Emergency Control of EU and Russian Power Grids) will in den nächsten drei Jahren wesentliche Anwendungen für Technologien zur Verbesserung des Betriebs und der Sicherheit großer elektrischer Energietransportnetze weiterentwickeln. Der Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der TU Dortmund arbeitet als Konsortialführer mit 22 Partnern aus der Europäischen Union und Russland zusammen.

Das Team um Lehrstuhlinhaber Prof. Christian Rehtanz ist dabei an fünf von sechs Arbeitspaketen beteiligt und kümmert sich um Projektmanagement und Koordination. Die Aufgabe des Projektleiters übernimmt Lehrstuhl-Mitarbeiter Ulf Häger. Zweimal jährlich kommen die Projekt-Partner zusammen, das Abschlusstreffen im Dezember 2011 wird in Dortmund stattfinden.

Die internationale Kopplung von elektrischen Energietransportnetzen bietet eine Reihe von Vorteilen bei der Betriebssicherheit, bei der Integration von erneuerbaren Energien oder auch für den Energiehandel. Aus diesen Gründen wurde das europäische Verbundnetz (UCTE) seit seiner Einführung im Jahr 1951 ständig erweitert. Um Netze dieser Größenordnung störungsfrei betreiben zu können, sind innovative Verfahren und Technologien notwendig, die im Rahmen von ICOEUR weiterentwickelt werden sollen. In diesem Zusammenhang ist einer der Forschungsschwerpunkte die Weiterentwicklung einer dynamischen "Weitbereichsmessung", basierend auf zeitsynchronisierten Zeigermessungen im Hinblick auf die Erfassung und Detektion gefährlicher Netzzustände. Hierbei erfolgt die Messung von Strom und Spannung an entfernten Orten zeitsynchronisiert durch ein GPS-Satellitensignal. Ein weiteres Forschungsthema ist die Entwicklung von innovativen Schutzsystemen, die mit Hilfe der dynamischen Weitbereichsmessung im Störungsfall automatische Gegenmaßnahmen einleiten. So könnte beispielsweise eine gezielte Netztrennung zwischen zwei Systembereichen eine Ausbreitung einer Störung von einem gestörten Netzbereich in einen ungestörten Netzbereich verhindern.

Die Basis für dieses Europäisch-Russische Forschungsprojekt bildet eine gemeinsame politische Entscheidung, die wissenschaftliche und technische Kooperation zu stärken. Im Energiebereich wurden zwei Themengebiete ausgewählt, zum einen elektrische Transportnetze und zum anderen Biomasse zur Kraft-Wärme-Kopplung. Die Ausschreibung wurde im Jahr 2008 veröffentlicht und die eingereichten Angebote wurden sowohl von der Europäischen Kommission als auch von der Russischen Behörde für Wissenschaft und Forschung, FASI, begutachtet. Das ICOEUR Projekt wurde als das beste Angebot sowohl auf russischer als auch auf EU-Seite bewertet.

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