Können Biomediziner Blinde heilen?

Ringvorlesung „Bionik“ beginnt mit einem Bericht über Transplantationserfolge an blinden Patienten in den USA

(PresseBox) (Darmstadt, ) Die Bionik-Ringvorlesung an der TU Darmstadt ist inzwischen schon ein fester Bestandteil im Programm des Wintersemesters geworden. Die Vorlesung, welche vom Biotechnik-Zentrum (BitZ) der TUD organisiert wird, erfreut sich seit ihrem Beginn großer Beliebtheit. Studenten aus allen Fachrichtungen bietet sie einen Einblick in das faszinierende Gebiet der Bionik. Und über die Uni-Grenzen hinaus hat sich die Ringvorlesung zu einer attraktiven Studium-Generale Veranstaltung gemausert.

Das BitZ hat es sich nun auch zur Aufgabe gemacht, die Forschungs- und Lehraktivitäten im Bereich der Biomedizintechnik und des Bioingenieurwesens (Bioengineering) durch intensivere Kooperationen zwischen den Biowissenschaften und technischen Fachbereichen voranzutreiben. In der kommenden Reihe werden daher nicht nur „klassische Bioniker“ zu Wort kommen, sondern es wurden einige führende Biomediziner und Biomedizintechniker aus dem In- und Ausland in das Programm mit aufgenommen.

Die Reihe wird am 26. Oktober gleich durch einen Knüller eröffnet, denn es wird Prof. Aramant aus den USA erwartet. Die Transplantationsexperimente seiner Forschergruppe haben weltweit großes Aufsehen durch alle Medien erfahren, weil es diesen Forschern gelungen ist, fast vollständig erblindeten Patienten wieder zu gutem Sehvermögen zu verhelfen. Dies erscheint wie die Erfüllung eines alten Menschheitstraumes, denn allein in Europa wird alle 5 Sekunden ein Mensch blind, weltweit sind Millionen von Menschen betroffen. Es gibt inzwischen verschiedene Forschungsansätze, welche nach Therapien zur Verbesserung der Sehfähigkeit suchen. Sie stützen sich entweder auf den Einsatz elektronischer Chips (Retina-Implant), oder aber auf Methoden der regenerativen Augenmedizin. In diesem Zusammenhang sind die Befunde der Amerikaner sehr interessant, aber lassen noch viele Fragen offen. So besteht ein unübersehbarer Nachteil des Aramant´schen Verfahrens darin, dass Augengewebe von abgetriebenen Föten eingesetzt wurden (natürlich waren alle Versuche durch die Behörden genehmigt). Aus ethischen Gründen kann dies also kein wirkliches Therapieverfahren für eine große Zahl von Betroffenen werden. Die Ergebnisse lassen aber immerhin hoffen, dass durch Einsatz von adulten Stammzellen und Methoden des Tissue Engineerings (künstliche Gewebe- und Organzucht)die Heilung von bestimmten Formen der Erblindung möglich werden könnte.

Sicher wird dieser Vortrag zu vielerlei Diskussionen Anlass geben. Er beginnt am 26. Oktober um 18:15 Uhr im großen physikalischen Hörsaal der TUD (S2-06/030) in der Hochschulstraße. Professor Layer vom Fachbereich Biologie, der selbst an der Regeneration von Netzhautgewebe arbeitet, wird die Veranstaltung leiten.

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