Eins der empfindlichsten Magnetometer der Welt

Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik der TU Chemnitz erhält ein neues Großgerät zur Vermessung von Magnetstrukturen auch auf der Nanometerskala

(PresseBox) (Chemnitz, ) Magnetismus spielt bei der Entwicklung von Datenspeichern eine wichtige Rolle - und bei immer kleiner werdenden Speichermedien müssen immer kleinere Flächen präzise magnetisiert werden. Zum Messen der magnetischen Flussdichte verfügt die Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik der TU Chemnitz jetzt über ein Magnetometer MPMS SQUID VSM der Firma Quantum Design. "Dieses Gerät gibt es nur dreimal in Europa. Alle drei stehen in Deutschland, zwei davon in Sachsen - und eins jetzt in Chemnitz", erklärt Prof. Dr. Manfred Albrecht, Inhaber der Professur, und ergänzt: "Früher haben entsprechende Messungen einen vollen Tag in Anspruch genommen, jetzt können wir sie in zwei Stunden durchführen."

Finanziert wurde das rund 300.000 Euro teure Magnetometer durch einen Großgeräteforschungsantrag, die Hälfte der Kosten trug also das Land, die andere Hälfte die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Die auf Basis der Supraleitung arbeiten SQUIDs sind die empfindlichsten Magnetometer. Das neue Gerät der Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik erlaubt es, innerhalb von weniger als 30 Minuten von Raumtemperatur auf konstante 1,8 Kelvin zu kühlen - in Celsius gemessen also auf 271,35 Grad unter Null. Gekühlt wird mit flüssigem Helium.

Andererseits kann das Gerät bis auf fast 700 Grad Celsius aufheizen. Das Magnetometer nutzt einen sieben Tesla starken Magneten. "Normale Geräte arbeiten mit ein bis vier Tesla. Durch das stärkere Feld können wir jetzt auch extrem hart magnetische Strukturen in deren Magnetachse umorientieren", so Albrecht.

Zum Einsatz kommt das neue SQUID derzeit vor allem in zwei von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekten der Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik, in denen es um die Entwicklung von besonders kleinen und schnellen Speichermedien geht. Auch andere Professuren können auf das Gerät für ihre Forschung zugreifen - die Juniorprofessur Organische Halbleiter um Dr. Georgeta Salvan etwa nutzt das Magnetometer zum Vermessen von magnetischen Heterostrukturen.

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