Physik, E-Technik, Informatik - Hier steckt Gesundheitsforschung drin

Robert-Wischer-Preis für Gesundheitsforschung an TU-Absolventen vergeben

(PresseBox) (Berlin, ) Drei junge Nachwuchswissenschaftler der TU Berlin haben sich in ihren Diplomarbeiten mit unterschiedlichen Aspekten der Gesundheitsforschung beschäftigt und wurden für ihre hervorragenden Arbeiten mit dem Robert-Wischer-Preis ausgezeichnet.

Der erstmals von der Stiftung Public Health ausgeschriebene und mit jeweils 2.000 Euro dotierte Preis wird für herausragende studentische wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Gesundheitsforschung, die an der TU Berlin entstanden sind, vergeben. Mit dem Preis werden Arbeiten geehrt, die sich neben einem sehr guten Ergebnis vorrangig durch einen praktischen Nutzen auszeichnen.

Der Preis ist nach Robert Wischer benannt, der über 30 Jahre als Professor für Entwerfen, Bauten des Gesundheitswesens an der Technischen Universität Berlin tätig war. Robert Wischer hatte sich vor allem für die Gestaltung einer gesundheitsfördernden Architektur eingesetzt, schuf zahlreiche wichtige Krankenhausbauten und begründete das Archiv "Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts" an der TU Berlin. Zu den wichtigsten Krankenhausbauten Wischers gehören die Universitätskliniken in Köln und Göttingen, die Rheinischen Kliniken Bonn, der Neubau des Katharinenhospitals Stuttgart, das Klinikum Brandenburg, das Klinikum Ludwigshafen und das Bundeswehrkrankenhaus Ulm. Prof. Wischer entwarf unter anderem auch das Robert-Bosch-Werk in Reutlingen und das Olympische Dorf in München. Robert Wischer starb im Jahr 2007.

Zu den Preisträgern

Heinrich Südmeyer hat sich in seiner Diplomarbeit mit dem "Fluoreszensverhalten organischer Moleküle an Oberflächen" beschäftigt. Entstanden ist seine Arbeit am Institut für Optik und Atomare Physik und wurde von Prof. Dr. Hans J. Eichler und Dipl.-Phys. Franz-Josef Schmitt betreut. Auseinandergesetzt hat sich der junge Physiker mit einem speziellen Verfahren, bei dem die Fluoreszenzdynamik organischer Moleküle genutzt wird. Seine Messungen und Versuchsaufbauten bilden eine wesentliche Grundlage zur Verbesserung bei der Auffindung verschiedener Arten von Kontaminationen, wie bspw. Aminosäure, Blut oder Bakterien an jeglicher Form von Oberflächen. Diese Methode ermöglicht bspw. in Krankenhäusern eine sofort wirksame Kontaminationskontrolle vom Fußboden über die Klimaanlage bis hin zum Operationsbesteck. Der 1978 geborene Heinrich Südmeyer, studierte zwischen 2000 und 2008 Physik an der TU Berlin und arbeitet seit 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Optik und Atomare Physik der TU Berlin.

"Bio-Impedanz als Sensorsignal für die geregelte Funktionelle Elektrostimulation" ist der Titel der Diplomarbeit von Holger Nahrstaedt, die er am Institut für Energie- und Automatisierungstechnik bei Prof. Dr. Jörg Raisch angefertigt hat. In seiner Arbeit hat er ein neuartiges Mess- und Regelungsverfahren für die sog. "funktionelle Elektrostimulation" entwickelt. Bei der funktionellen Elektrostimulation werden durch einen Stimulator elektrische Reize generiert, um durch gezielte Aktivierung gelähmter Muskeln ausgefallene motorische Funktionen wiederherzustellen. Zehn bis zwanzig Prozent aller Schlaganfallpatienten haben nach Abschluss einer Therapie eine das Gehen erschwerende Fußheberschwäche (Peronaeusparese). Betroffene Patienten können neben einer passiven Fußorthese durch einen Peronaeus-Stimulator unterstützt werden, der den Fußheber der betroffenen Seite stimuliert und damit den Gang verbessert. Dieses Konzept ist seit 1961 bekannt. Kommerziell erwerbbare Peronaeus-Stimulatoren besitzen allerdings keine Adaption an den Patienten, d. h. die Stimulationsintensität muss vor der Anwendung manuell eingestellt werden. Dieses Vorgehen birgt das Risiko einer Überstimulation und kann damit zu einer vorzeitigen Ermüdung des Muskels führen. Der von Holger Nahrstaedt vorgestellte Ansatz adaptiert dagegen die Stimulationsintensität an die aktuellen Anforderungen für den Patienten. Dadurch wird eine stetige Ermüdung des Muskels ausgeglichen aber auch eine dauerhafte Überstimulation des Muskels verhindert. Holger Nahrstaedt ist 1980 geboren und studierte von 2001 bis 2007 Elektrotechnik an der TU Berlin. Seit 2007 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin im Fachgebiet Regelungssysteme im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes "RehaRobES".

"Entwurf, Realisierung und Integration einer dynamischen Instrumentenmodellierung für ein klinisches Navigationssystem mit Leistungssteuerung für die HNO-Chirurgie" so der Titel der Diplomarbeit von Michael Beyer, die er als Student der Technischen Informatik der TU Berlin am Berliner Zentrum für Mechatronische Medizintechnik durchgeführt hat. Seitens der TU Berlin wurde er dabei von Prof. Dr. Günter Hommel betreut. Michael Beyer hat sich mit der Erweiterung eines bereits klinisch evaluierten HNO Navigationssystems beschäftigt, das Chirurgen beim Entfernen von Gewebe in der Nasennebenhöhle mit einem motorgetriebenen Shaver unterstützt, indem es einerseits das Instrument in den CT-Bilddaten des Patienten lagegenau einblendet und beim Verlassen des präoperativ geplanten Arbeitsbereichs die Leistungszufuhr abschaltet. Das vorhandene System kann nur mit einem geraden Shaver navigieren, jedoch werden aufgrund der anatomischen Gegebenheit auch andere Durchmesser und Biegeradien benötigt. In dem von Michael Beyer entwickelten Modell wurden Konzepte entwickelt, wie noch andere Shaver-Formen eingesetzt werden können, ohne den Behandlungsablauf und die Navigationsgenaugikeit zu beeinträchtigen.

Dies bietet den Chirurgen bei den betreffenden Eingriffen optimalere Handlungsmöglichkeiten und mehr Sicherheit. Michael Beyer ist 1981 geboren und studierte bis 2006 Technische Informatik an der TU Berlin. Er arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Programmierung eingebetteter Systeme der TU Berlin.

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