1,98 Millionen Euro für Cloud Computing

Die TU Berlin ist Sprecherhochschule bei neuer DFG-Forschergruppe

(PresseBox) (Berlin, ) Die Forschergruppe "Stratosphere - Information Management on the Cloud" gehört zu den neun Forschergruppen, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft jetzt neu eingerichtet hat. Ihr Sprecher ist Professor Volker Markl, Leiter des Fachgebietes Datenbanksysteme und Informationsmanagement an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin.

Bei der in der Informatik angesiedelten Gruppe von Volker Markl geht es darum, komplexes Informationsmanagement mit Hilfe von Cloud Computing umzusetzen. Cloud Computing ist ein neuartiger Ansatz zur flexiblen Nutzung von serienmäßig hergestellten Rechnern in dynamisch gebildeten Clustern. Ziel von Cloud Computing ist es, die Betriebskosten, insbesondere die Fixkosten, von Informationssystemen zu senken, indem Rechnerinfrastruktur, Anwendungsplattform oder eine komplette Softwarelösung als Service bereitgestellt wird.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung von Volker Markl wollen neue Verfahren zur Informationsverarbeitung in einer virtualisierten Umgebung erforschen. Das Kernthema der Forschergruppe ist die fehlertolerante, massivparallele Ausführung von komplexen Suchanfragen auf einem virtuellen Cluster von Rechnern. Ein Beispiel wäre die Analyse von Teilen des Internets, um zum Beispiel Plagiate zu erkennen, oder um neue Informationen aus medizinischen Datenbanken abzuleiten. In diesem Kontext stellt die Gewährleistung von vorhersagbarem Verhalten mit Leistungsgarantien in einer adaptiven, dynamischen Umgebung eine Herausforderung dar. Daneben untersucht die Forschergruppe ein Programmiermodell, mit dem sich komplexe Algorithmen aus den Bereichen Text Mining und Datenreinigung spezifizieren und automatisiert parallelisieren lassen.

Neben der Arbeitsgruppe von Professor Markl sind die Arbeitsgruppen von Professor Odej Kao (TU Berlin, Fachgebiet Komplexe und Verteilte IT-Systeme), Professor Johann-Christoph Freytag (HU Berlin), Professor Ulf Leser (HU Berlin) und Professor Felix Naumann (Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam) an der DFG-Forschergruppe beteiligt. "Berlin besitzt als großen Standortvorteil eine große Kompetenz im Bereich des Informationsmanagements, die in Deutschland - vielleicht sogar in Europa - einzigartig ist. Dadurch lassen sich hier Forschungsvorhaben angehen, die anderswo schwer zu realisieren sind", sagt Markl. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft anerkennt nun diese Kompetenz in Berlin durch die Förderung von "Stratosphere" mit rund 1,98 Millionen Euro für vorerst drei Jahre.

Die Forschergruppe wird eng mit dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung zusammenarbeiten, das einen wichtigen Anwendungsfall aus der Klimadatenanalyse für das Team um Prof. Markl liefert. Dabei sollen Klimamodelle validiert und verglichen werden. Neben der Durchführung von komplexen Analysen auf riesigen Datenmengen im Tera- und Petabyte-Bereich werden die in "Stratosphere" untersuchten Technologien eine neue Art von Business Intelligence Lösungen ermöglichen, die Datenbanken und Dokumente aus dem Internet korreliert, kombiniert und aggregiert. Dadurch können Analysen durchgeführt werden, die bisher nicht möglich sind, beispielsweise das Ableiten von neuen Erkenntnissen aus dem Internet durch Verknüpfung von Webseiten, oder das Erkennen und Vorhersagen von Trends aus riesigen Datenmengen oder die Kombination von Wissen aus dem semantischen Web.

Die neuen Forschergruppen sollen orts- und fächerübergreifende Kooperationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen und ihnen die Gelegenheit geben, sich drängenden Fragen der Forschung zu widmen und neue Ansätze zu entwickeln. Die jetzt eingerichteten Forschergruppen erstrecken sich über alle Wissenschaftsbereiche - angefangen von der Gestaltung von Werkstoffkombinationen für Leichtbauanwendungen bis zu Fragen der molekularen Muskelanalyse.

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