Neuer Studiengang Krankenhaushygiene

(PresseBox) (Gießen, ) Im Wintersemester 2012/13 startet an der Technischen Hochschule Mittelhessen der europaweit erste Bachelorstudiengang "Krankenhaushygiene". Das Ausbildungsange­bot des Gießener Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Bio­tech­nologie vermittelt Fachkenntnisse zur Risiko- und Infektionsprävention in Einrich­tungen des Gesundheitswesens.

Im dreisemestrigen Grundstudium lernen die Studierenden die Grundlagen von Anato­mie, Physiologie/Pathophysiologie, Naturwissenschaften, Mikrobiologie, Präventivmedi­zin und Datenverarbeitung. Inhalte des viersemestrigen Hauptstudiums sind unter an­derem hygienerelevante Aspekte der Medizin- und Krankenhaustechnik sowie des Krankenhausbaus. Weitere Themen sind risikobehaftete ärztliche und pflegerische Pro­zesse und die Analyse mikrobiologischer Daten. Zum Programm gehören auch Di­daktik und Kommunikationstechniken.

Die TH Mittelhessen, die auch den Studiengang KrankenhausTechnikManagement an­bietet, verfügt über einen eigenen Operationssaal für Lehre und Forschung. Eine Ein­heit zur Sterilgutaufbereitung wird zurzeit installiert. Der Studiengang Krankenhaushy­giene kooperiert mit medizinischen Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Wundbehandlung und mit ausgewählten Lehrkrankenhäusern. Die Einrichtung eines Masterstudiengangs Krankenhaushygiene ist geplant.

Beruflicher Schwerpunkt der Absolventen wird die Beratung von Ärzten, Pflegedienst, Geschäftsführung, Apotheke und Küche sein, um die zunehmenden Verbreitung multi­resistenter Bakterien einzudämmen. Diagnostische, therapeutische und medizintechni­sche Prozesse werden von ihnen auf Gefahrenpotenziale untersucht. Die Weiterbildung aller Berufsgruppen im Krankenhaus gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Studiengangsleiter Prof. Dr. Hans-Martin sieht einen großen Personalbedarf in der Prä­ventivmedizin. Die Zunahme von Krankenhausinfektionen und Schließungen von OP-Abteilungen habe die Bundesregierung veranlasst, das Infektionsschutzgesetz zu ver­schärfen. Daraus resultierende Hygieneverordnungen der Länder schrieben nun die Einstellung von Hygieneingenieuren in Krankenhäusern vor.

Als Zielgruppe des neuen Studiengangs nennt Seipp neben Abiturienten und Absol­venten der Fachoberschulen auch erfahrene Pflegekräfte, die sich durch Fachweiterbil­dungen für das Studium qualifizieren können.

Weitere Informationen zum Ingenieur für Krankenhaushygiene gibt es bei pascal.simon@kmub.thm.de (Tel. 0641-309-2571).

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