+++ 816.775 Pressemeldungen +++ 33.855 Newsrooms +++ 6.000 Medien +++

techconsult präsentiert BPI Mittelstand D/A/CH Fertigung

Business Performance Index verliert 2,8 Prozent

(PresseBox) (Kassel, ) Der Business Performance Index (BPI) Fertigung Mittelstand D/A/CH 2013 liegt zum ersten Mal in den 3 Jahren seiner Existenz unter den Vorjahreswerten. Das lässt auf eine rückläufige Gewinnentwicklung der mittelständischen Fertiger in der DACH-Region schließen. Dagegen legen die Top Ten Unternehmen der Fertigungsindustrie in fast allen wichtigen Key Performance Indikatoren zu. Die Kluft zwischen Spitzenreitern und dem Durchschnitt wird damit größer. Eine weitere Erkenntnis: Industrie 4.0 ist im Mittelstand noch nicht angekommen.

Peter Burghardt, Managing Director des Kasseler Analystenhauses techconsult, sieht allerdings im Rückgang des BPI keine dramatische Entwicklung: "Ein Minus von 2,8 Prozent auf 69,6/100 Punkte ist zwar deutlich sichtbar, aber kein Absturz." Er vermutet, genauso wie andere Branchenexperten, denen der aktuelle BPI in einem Preview erläutert wurde, dass "Unternehmen im letzten Jahr bei vollen Auftragsbüchern an ihre Grenzen gestoßen sind und ihre bisher hohe Selbsteinschätzung der Prozess-Performance nach unten korrigiert haben. Die dabei entstehenden Probleme in den Prozessen können schlimmstenfalls zu einer ungünstigeren Gewinnentwicklung führen." Mehr Sorge löst dagegen bei den BPI-Verantwortlichen aus, dass die durchschnittliche BPI-Punktzahl von 69,6/100 unter dem Schwellenwert von 70,8 Punkten liegt, ab dem die Unternehmen in der Regel eine positive Gewinnentwicklung verzeichnen. Henrik Groß, BPI-Projektleiter bei techconsult kommentiert das Unterschreiten des Schwellenwerts vorsichtig: "Die Daten deuten an, dass die mittelständischen Fertiger 2013 im Durchschnitt eine rückläufige Gewinnentwicklung verzeichnen."

In der Studie Business Performance Index Fertigung Mittelstand ermittelt das Analystenhaus techconsult vier Indizes in mittelständischen Fertigungsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Prozess-Performance (BPI), IT-Unterstützung, Reifegrad innovativer Lösungen sowie Unternehmenserfolg. Der BPI drückt aus, wie zufrieden die Studienteilnehmer mit der Realisierung relevanter Prozesse in ihren Unternehmen sind. Der IT-Unterstützungsgrad beziffert, wie gut versorgt die Befragten die IT-Unterstützung einzelner Prozesse bewerten. Mit dem Reifegrad innovativer IT-Lösungen untersuchen die Analysten, wie stark innovative IT-Lösungen in den Unternehmen eingesetzt werden und wie zufrieden die Befragten mit ihnen sind. Last, but not least wird mit dem Unternehmenserfolg bewertet, inwieweit die einzelnen Prozesse zum Unternehmenserfolg beitragen. Pro Index können höchstens 100 Punkte erreicht werden. An der Untersuchung, die auf Selbsteinschätzungen von Geschäftsführern aus Unternehmen der diskreten Fertigung sowie aus Firmen der Prozessfertigung beruht, beteiligten sich insgesamt 900 Unternehmen. 390 komplett ausgefüllte Fragebögen flossen in die Auswertung ein.

Index Unternehmenserfolg verliert 3,8 Punkte

2013 erreichten die mittelständischen Fertiger beim IT-Unterstützungsgrad mit 66 Punkten annähernd das gleiche Ergebnis wie 2012 (67,3/100). Der Reifegrad innovativer Lösungen sank um 2,5 auf 65,3/100 Punkte. Der Unternehmenserfolg rutschte von 72,3 im Vorjahr auf 68,5 Punkte am deutlichsten ab.

Im Vergleich der Fertigungstypen schnitten genau so wie im Vorjahr Mischfertiger (73,1/100) und Serienfertiger (70,3/100) beim BPI am besten ab. Prozessfertiger (69,2/100) belegten den 3. Rang. Variantenfertiger (66,7/100) und Projektfertiger (66,3/100) komplettieren die Liste. Dabei waren die letzt platzierten Projektfertiger allerdings die einzigen, die gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten. Die anderen Fertigungstypen verloren beim BPI teilweise deutlich. Die meisten Punkte büßten die Serienfertiger ein: Sie sanken von 75,4/100 im Jahr 2012 um rund 5 Punkte auf 70,3/100.

Insgesamt analysiert der Business Performance Index 9 wichtige Prozesse: Finanzen/Controlling, Verkauf/Marketing, Materialwirtschaft/Einkauf, Produktentwicklung, Produktion, Service, Qualitätsmanagement, Personalwesen, IT-Organisation. Dabei fiel die Prozess-Performance bei Prozess- und Serienfertigern mit rund 8 beziehungsweise rund 9 Punkten am stärksten ab. Branchenexperten führen das unter anderem auf die EU-Chemikalienverordnung "REACH" zurück. Danach dürfen nur noch chemische Stoffe in Verkehr gebracht werden, die vorher registriert worden sind. Weil die meisten Übergangsregelungen im Juni 2013 auslaufen, hat sich das wahrscheinlich besonders bei den Prozessfertigern negativ auf den Prozess der Produktentwicklung ausgewirkt, weil sie die neuen weitreichenden gesetzlichen Bestimmungen in diesem Prozess berücksichtigen müssen.

IT-Organisationen schneiden nur durchschnittlich ab

In diesem Jahr berücksichtigt der BPI erstmals die Prozesse der IT-Organisation. Mit 69,7 Punkten stufen die Unternehmen ihre IT-Organisationen mit dem 6.Platz in der Rangfolge der 9 Unternehmensbereiche nur durchschnittlich ein. Die besten IT-Prozesse haben die Branchenersten Mischfertiger und Serienfertiger. Die Projektfertiger bilden auch hier das Schlusslicht mit nur 66,8 Punkten. Burghardt kommentiert dieses Ergebnis mit einschlägigen Erfahrungen: "Der Mittelstand steht den Möglichkeiten der IT insgesamt skeptischer gegenüber als etwa Großunternehmen. Das schlägt sich hier nieder und setzt sich in der Beurteilung der IT-Unterstützung und dem Reifegrad der innovativen IT-Lösungen fort."

Betrachtet man die Unternehmensgrößen, fällt auf, dass die mittelgroßen Unternehmen im Jahresvergleich am meisten BPI-Punkte verlieren. So büßten Unternehmen der Prozessfertigung zwischen 100 und 499 Mitarbeitern rund 10 Indexpunkte ein, während die großen Mittelständler bis zu 1999 Beschäftigten rund 5 Punkte zulegen konnten. "Wir gehen davon aus, dass bei den mittelgroßen Unternehmen der Unterschied zwischen Selbsteinschätzung und objektiver Qualität am stärksten war. Das hat die gute Auftragslage im letzten Jahr deutlich hervortreten lassen. Deshalb war hier die Korrektur auch am stärksten", erklärt Burghardt.

Hype-Begriff Industrie 4.0 im Mittelstand noch wenig bekannt.

Im Bereich der Fertigungsindustrie darf natürlich auch die Frage nach dem Hype-Thema "Industrie 4.0" nicht fehlen. Damit sind die Bestrebungen gemeint, Maschinen, Produktionsanlagen, ERP-Systeme, Produkte usw. informationstechnologisch zu vernetzen. Ziel sind intelligente und vor allem flexible Systeme, die in Echtzeit steuerbar sowie über das Internet miteinander verbunden sind und so zum Beispiel in der laufenden Produktion Korrekturen oder sogar Produktänderungen zulassen. In diesem Zusammenhang ist auch oft von "Smart Factory", "Smart Production" oder "Cyber Physical Systems" die Rede. Obwohl "Industrie 4.0" das Leitthema der Hannover-Messe war, kennen 68,5 Prozent der mittelständischen Fertiger den Begriff nicht. Während 34 Prozent der diskreten Fertiger mit der Bezeichnung etwas anfangen können, ist er bei den Prozessfertigern nur 22 Prozent geläufig. In den Subbranchen der diskreten Fertiger können in der Elektrotechnik- und High-Tech-Industrie mit 47 Prozent die meisten Unternehmen Industrie 4.0 einordnen. Im mittelständischen Fahrzeugbau (inkl. Zulieferer und der Metallerzeugung wissen mit 29 Prozent die Wenigsten Bescheid. Allerdings ist in der Prozessindustrie der vom Bundesministerium für Wirtschaft und vom Bitkom propagierte Begriff noch weniger geläufig. Allein in der Nahrungsmittelindustrie wissen 32 Prozent etwas mit dem Thema anzufangen. In der Chemie sind es dagegen nur 9 Prozent. "Industrie 4.0 ist sicher ein wichtiges Zukunftsthema, aber offensichtlich im Mittelstand noch nicht ausreichend angekommen. Wir werden die Entwicklung in den weiteren Untersuchungen beobachten", erklärt Burghardt.

Fazit

Angesichts der rückläufigen Werte zieht Burghardt folgendes BPI-Fazit: "Der Rückgang von 2,8 Prozent beim BPI ist nicht beunruhigend. Das ist ganz normal. Gravierender ist allerdings, dass der Schwellenwert für die positive Gewinnentwicklung im Durchschnitt nicht erreicht wurde. Das deutet auf ein schwieriges Jahr für die Fertigungsindustrie hin." Ebenfalls Anlass zur Sorge ist das noch stärkere Auseinanderdriften zwischen den Besten 10 der Branche und dem Durchschnitt. Lag der Abstand im letzten Jahr schon bei 24 Punkten, ist er in diesem Jahr bereits auf 28 Punkte angestiegen. "Wenn sich diese Entwicklung verstetigt, entkoppeln sich Top-Performer und Durchschnitt dauerhaft, so dass es zwischen den beiden Gruppen kaum noch Durchlässigkeit gibt."

Gesponsert wird die techconsult Studie von den Unternehmen SAP, itelligence, TDS, INFO AG, cormeta, marcom source, TRIAS, trovarit, Sycor, proaxia consulting und dem Forschungsinstitut für Rationalisierungstechnik FIR der RWTH Aachen. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft unterstützt die Untersuchung ideell. Weitere Informationen finden Sie unter www.business-performance-index.de.

Über die techconsult GmbH

Die techconsult GmbH gehört zu den führenden Marktforschungs- und Marketingconsulting-Unternehmen in Zentraleuropa mit Fokus auf die Informations- und Kommunikationstechnik-Branche. Zum Unternehmen gehören engagierte Wissenschaftler aus den Disziplinen Technologie-Marketing, Marktforschung und Informationstechnik. Nähere Informationen finden Sie unter www.techconsult.de. techconsult gehört seit Juni 2012 zur Heise Medien Gruppe.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.