Pressecommuniqué, 24. Juni 2009

Übereilter Personalabbau bei der Swissprinters Gruppe

(PresseBox) (Bern, ) Aus guten Gründen wurde die Zeitdauer für Kurzarbeit diesen Frühling auf 18 Monate erhöht. Am Swissprinters-Standort in Zofingen arbeitet ein Teil der Belegschaft seit dem 1. Juni kurz. Aber schon jetzt sieht die Unternehmensleitung den Zeitpunkt gekommen, bekannt zu geben, dass «kurzfristig keine Besserung in Sicht ist» und strukturelle «Anpassungen im Personalbereich unumgänglich sind». Dabei ist Kurzarbeit nicht ein Instrument, um nach kaum vier Wochen auf knallharte Massnahmen - 70 Entlassungen - umzuschalten. Ist für die Swissprinters Gruppe Kurzarbeit einfach eine Alibiübung?

Bei der IRL in Renens bei Lausanne soll es 25 Personen treffen, bei NZZ/Fretz in Schlieren ZH 8, bei Zollikofer in St. Gallen 14 und im grössten Swissprinters-Betrieb in Zofingen 23. Mit Frühpensionierungen und der so genannten normalen Fluktuation soll die Zahl 70 in ein milderes Licht gerückt werden. «Grosszügigerweise» soll für die betroffenen Mitarbeitenden sogar ein Sozialplan zur Verfügung gestellt werden. Dass ein Sozialplan mit den Sozialpartnern ausgehandelt wird, ist der Gruppenführung der Swissprinters offenbar fremd.

comedia ist sich bewusst, dass in der Druckbranche schweiz- und europaweit Überkapazitäten und ein grosser Preisdruck herrschen.
comedia verurteilt aufs Schärfste, dass jeder Unternehmer bzw. jede Unternehmergruppe nicht über den eigenen Tellerrand hinausblicken will.
Der Kampf jeder gegen jeden herrscht weiterhin vor - die Betroffenen haben in der Not ja noch die Arbeitslosenversicherung.

comedia verurteilt die Haltung der Unternehmer, immer mehr Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit zu schicken, ohne ihnen zu neuen Perspektiven zu verhelfen. Zusammen mit dem Unternehmerverband Viscom muss endlich ein durch den Staat mitfinanziertes, breit angelegtes Umschulungs- und Weiterbildungsprogramm für die Druckbranche beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ausgearbeitet werden.

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