Gewinnsteigerung auf Kosten des Personals

(PresseBox) (Bern, ) Der Tamedia-/Edipresse-Konzern will seine vier Zeitungsdruckereien auf drei Standorte konzentrieren. Angekündigt ist, das Druckzentrum in Oetwil am See 2011 zu schliessen, bei Edipresse in Bussigny ist ein weiterer Stellenabbau angekündigt. Gegen 100 Festangestellte oder stundenweise beschäftigte Personen sollen ihren Arbeitsplatz in Bussigny und Oetwil am See verlieren. Dabei sind über 70 Kündigungen und 20 Frühpensionierung vorgesehen. comedia kämpft für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und fordert Tamedia/Edipresse auf, Hand zu bieten für einen grosszügigen Sozialplan, sowie die geplanten Kündigungen zu sistieren.

Dass die erheblichen Produktionsüberkapazitäten im Zeitungsdruck auch den Konzentrationsprozess beschleunigen werden, ist seit längerer Zeit bekannt. Aber befremdend ist, dass zwei Grossverlage (die faktisch nur noch einer sind), die erst vor einigen Wochen sehr gute Halbjahreszahlen bekanntgegeben haben, jetzt die grossen Abbruchmaschinen einsetzen. Dies ohne zuvor mit den Sozialpartnern über alternative Massnahmen zu Entlassungen zu diskutieren.

Dieses wie letztes Jahr gab es in den Zeitungsdruckzentren von Bussigny und Zürich schon einen grossen Stellenabbau (zusätzlich auch in den Redaktionen und in der Druckvorstufe). Stolz wies Tamedia im vergangenen August darauf hin, dass «dank diesen Kostensenkungsmassnahmen» im ersten Halbjahr 2010 das Betriebsergebnis vor Abschreibungen um stolze 154,4 Prozent gesteigert werden konnte. Im Weiteren stieg bei Tamedia der Reingewinn auf gegen 50 Mio. Franken und bei Edipresse auf 22 Mio. Franken an.

comedia fordert Tamedia/Edipresse zu rasch beginnenden Gesprächen über einen grosszügigen Sozialplan auf. Im Rahmen dieser Gespräche muss Tamedia von ihrer Position zurückweichen, dass von den betroffenen Mitarbeitenden nur 20 in Zürich einen neuen Arbeitsplatz bekommen sollen. Intelligente Schichtpläne können dazu beitragen, möglichst viele von der Entlassung bedrohte Personen weiter zu beschäftigen.

Bei den geplanten Frühpensionierungen darf es für die Betroffenen keine Einbussen bei den Renten geben, die zwei höchst rentablen Grossverlage haben genügend Geld, um die allfällig auftretenden Löcher zu stopfen. Im Weiteren müssen die GAV-Bestimmungen im Zusammenhang «von Massnahmen bei wirtschaftlichen und strukturellen Problemen» angewendet werden.

comedia unterstützt die von diesen grossen Restrukturierungsmassnahmen Betroffenen in jeder Beziehung.

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