Patienten informieren sich vermehrt über das Internet

(PresseBox) (Bern, ) Eine von Swisscom in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass Patienten ihre Diagnosen vermehrt online überprüfen und ihren Arzt auf die Informationen aus dem Netz ansprechen. Zudem zeigt die Befragung, dass der Nutzen eines elektronischen Gesundheitsdossiers zur Einsicht von eigenen Gesundheitsdaten erkannt und besonders von der älteren Generation als wichtig bewertet wird.

Swisscom hat eine repräsentative Studie zum Nutzungsverhalten im Netz und auf Social Media Plattformen im Bereich Gesundheit in Auftrag gegeben. Die Studie zeigt, dass Entscheidungen von Patienten bei der Wahl von Therapieangeboten, Medikamenteneinnahmen oder Versicherungsmodellen immer stärker vom Internet und sozialen Netzwerken beeinflusst werden. So gaben 84 Prozent aller befragten Personen an, dass sie bereits einmal gesundheitsbezogene Informationen im Internet recherchiert haben. Die am häufigsten gesuchten Informationen sind Symptome, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten. Digitale Communities auf Gesundheitsportalen und Diskussions-Foren sind dabei von grosser Bedeutung für die Informationssuche.

Das Internet wird unabhängig vom Alter als Informationsquelle herangezogen, aber unterschiedlich genutzt. Personen zwischen 16 und 30 Jahren suchen vor allem in Wikipedia nach Informationen. Die Studie zeigt, dass jüngere Personen kritischer gegenüber den gefunden Informationen eingestellt sind. Dies lässt darauf schliessen, dass die sogenannten "Digital Natives" die Quellen im Netz besser einschätzen können. Ältere Personen schätzen dafür das persönliche Gespräch mit einem Arzt stärker und informieren sich im Internet meist erst nach dem Arztbesuch.

Die recherchierten Informationen und Erfahrungsberichte wirken sich auch auf das Verhalten der Patienten aus. Mehr als ein Drittel der Befragten hat deshalb bereits einen Arzttermin vereinbart oder abgesagt oder die Einnahme von Medikamenten geändert. Dies obwohl die Informationsquelle nicht unbedingt medizinisch fundiert ist. Über die Hälfte der Befragten sprechen ihren Arzt auf die Informationen, die sie im Netz gefundenen haben an. Für das Gesundheitswesen stellt dieses Verhalten damit auch eine Chance dar. Durch eine stärkere Präsenz im Internet und in sozialen Medien könnten Patienten von qualifizierten Informationen profitieren.

Mehr Autonomie bei der Verwaltung der eigenen Gesundheitsdaten gewünscht

In der Studie wurde zudem untersucht, wie die Schweizer zur elektronischen Ablage ihrer Gesundheitsdaten stehen. Zwei Drittel der Befragten würden es begrüssen, wenn sie ihre Befunde, Röntgenbilder oder Blutdruckwerte zu einer neuen medizinischen Ansprechperson mitnehmen könnten. Sogar 70% der Befragten würden es schätzen, die eigenen Gesundheitsdaten über eine sichere Verbindung im Internet einsehen zu können. Die Studie zeigt weiter, dass mit steigendem Alter das Interesse für die digitale Ablage persönlicher medizinischer Unterlagen stark zunimmt.

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