Schuldenkrise in Europa: Politik weicht geeigneten Lösungen aus

(PresseBox) (Zürich, ) Die Schuldenkrise in Griechenland und anderen europäischen Ländern ist ein strukturelles Problem. Es ist nicht über Nacht aufgetreten, sondern hat sich über das letzte Jahrzehnt hinweg entwickelt.

Die aktuell beschlossenen Maßnahmen zur Lösung der Probleme Griechenlands setzen allerdings lediglich an der kurzfristigen Liquidität des Landes und dessen Refinanzierung an, um die Risikoprämien zu senken. Einen sinnvollen Ansatz um die strukturellen Probleme Griechenlands und anderer betroffener Länder zu lösen, gibt es bislang nicht.

Die Politik steht nun vor einem Dilemma: Sie muss ein Land der Eurozone finanziell unterstützen, ohne damit Anreize für andere Länder zu schaffen, sich auf ebensolche Hilfe zu verlassen.

Man könnte sogar argumentieren, die gemeinsame Währung habe erst den Grundstein für Länder wie Griechenland gelegt, sich zu niedrigen Zinsen zu viel Geld zu leihen.

Unabhängig davon, welche Sparmaßnahmen nun im Einzelnen diskutiert werden:

a) Es ist so gut wie unrealistisch, dass diese Maßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden, da die nationale Politik unter zunehmendem Druck der Opposition und der Bevölkerung steht
b) Sparmaßnahmen können allenfalls die Geschwindigkeit verringern, mit der das Schuldenproblem wächst. Die Schuldenlast insgesamt wird dadurch nicht verringert.

Tatsächlich sorgen die Rettungsmaßnahmen sogar für eine zunehmende Schuldenlast sowie ein noch langsameres Wirtschaftswachstum. Die Kombination dieser beiden Komponenten führt zu Stagnation oder sogar Deflation - und dies zu einer Zeit, in der Wachstum und Inflation benötigt werden, um die Situation zu verbessern.

Ausblick

Der Druck auf den Euro dürfte auf absehbare Zeit gleichbleibend hoch sein. Der Euro hat bereits jetzt einen großen Teil seiner Attraktivität für Zentralbanken als Diversifikations-Währung verloren. Und genau diese Attraktivität hat in der Vergangenheit meist einen wichtigen Teil des Werts einer Währung ausgemacht.

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone dürfte weiter gering bleiben, während Exportnationen wie Deutschland und exportstarke Firmen vom niedrigen Eurokurs profitieren. Im Gegensatz dazu dürften Firmen, die ihre Geschäfte vor allem in Euroland machen, längerfristig unter dem geringen Wachstum der Binnenwirtschaft leiden.

Weiterhin besteht viel Potential für ökonomische und politische Überraschungen in der Eurozone. Daher dürften die Bondmärkte fortgesetzt volatil und auf der Suche nach geeigneten Risikoprämien für Eurobonds bleiben. Das schafft gute Kaufgelegenheiten, doch ein sehr selektives Vorgehen ist angezeigt.

Wir empfehlen zudem selektive Investments in ausgewählte europäische Aktien, da viele Unternehmen mit soliden Bilanzen und etablierten Geschäftsmodellen von einer längerfristigen Nullzins-Politik profitieren dürfen. Insbesondere in den Bereichen IT und Grundstoffe gibt es einige sehr attraktiv bewertete Unternehmen.

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