Horst Jaedicke gestorben

Ehemaliger SDR-Fernsehdirektor starb am 16. Mai im Alter von 86 Jahren

(PresseBox) (Stuttgart, ) Der ehemalige Fernsehdirektor des SDR, Horst Jaedicke, ist tot. Er starb am Sonntagabend (16. Mai 2010) nach kurzer schwerer Krankheit in Chiavari (Italien). Jaedicke wurde 86 Jahre alt.

SWR-Intendant Peter Boudgoust würdigte Jaedicke als einen "Fernsehmann der ersten Stunde": "Er war ein Pionier, der das damals junge Medium nachhaltig für anspruchsvolle Inhalte, für Regionalprogramme und Dokumentationen, für die neue Gattung des Fernsehspiels, aber auch für große Unterhaltungssendungen öffnete. Als Fernsehdirektor hat er über Jahrzehnte hinweg maßgeblich den Süddeutschen Rundfunk wie das ARD-Gemeinschaftsprogramm Das Erste geprägt. Dass Fernsehen heute ein demokratisches Kulturgut ist, das nicht elitär daherkommt, sondern ein Millionenpublikum anspricht, das verdanken wir auch seinem Lebenswerk."

Horst Jaedicke, geboren am 1. März 1924 in Stuttgart, begann seine journalistische Laufbahn nach dem Zweiten Weltkrieg als Nachrichtenredakteur und Glossenschreiber bei dem von der US-Militärregierung betriebenen Sender Radio Stuttgart. Zur gleichen Zeit half er mit, das erste Süddeutschland-Büro des "Spiegel" in Stuttgart aufzubauen. Aufbauarbeit leistete Jaedicke auch bei der Tagesschau. Von 1952 bis 1954 war er einer der beiden Redakteure, die die erste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen entwickelten und betreuten. 1954 kehrte Jaedicke zum SDR zurück, zunächst als Redaktionsleiter der "Abendschau". Fünf Jahre später übernahm er das Amt des Fernsehdirektors. Jaedicke machte sich unter anderem um Dokumentation und Fernsehspiel verdient. Er öffnete den Südfunk für den Tierfilmer Horst Stern und den Volksschauspieler Willy Reichert ebenso wie für Samuel Beckett und Loriot. 1969 zählte Jaedicke zu den Gründervätern von "Südwest3", dem gemeinsamen dritten Fernsehrogramm von SDR, SWR und Saarländischem Rundfunk. Bei "Südwest3" stand er zehn Jahre lang in der Sendung "26 46 26 gibt Auskunft" vor der Kamera, in der er live auf Fragen der Zuschauer zum Fernsehprogramm antwortete. Jaedicke betätigte sich zudem als Filmproduzent und war an der Verfilmung von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" (gemeinsam mit Bernd Eichinger) sowie am Truffaut-Film "Die letzte Metro" beteiligt. 1984 nahm Horst Jaedicke seinen Abschied beim SDR. Als Berater stand er danach insbesondere der Kirch-Gruppe zur Seite. Die vergangenen Jahre verbrachte Jaedicke in Italien, wo er Romane und Sachbücher schrieb. Kurz vor seinem Tod hat er noch eine Biografie über Willy Reichert fertiggestellt.

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