Impulse für die Innovationskraft

LCF-Symposium betont Rolle des Staates in der Frühphasenfinanzierung

(PresseBox) (Stuttgart, ) Das Zusammenspiel von Finanzierung und Innovation - damit beschäftigte sich ein Symposium unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Schloss Hohenheim. Veranstaltet wurde die Vortragsreihe am 21. Oktober 2010 vom "Lisbon Civic Forum" (LCF), Stuttgart Financial und dem Forschungszentrum FZID der Universität Hohenheim. "Das Abhängigkeitsverhältnis von Innovationstätigkeit und Finanzierung wirkt sich nachhaltig auf das Wirtschaftswachstum aus", so Andreas Pyka, LCF-Präsident und Lehrstuhlinhaber an der Universität Hohenheim, "deswegen bieten Ergebnisse aus der Konferenz essentielle Impulse für unsere Wirtschaftspraxis."

Innovationsvorhaben sind riskant und das darauf aufbauende Geschäftsmodell in aller Regel sehr langfristig ausgelegt. Aus diesem Grund spielt in der Innovationsfinanzierung das Eigenkapital eine zentrale Rolle. Mariana Mazzucato von The Open University stellt fest, dass es in Kontinentaleuropa im Vergleich zum angelsächsischen Raum zu wenige Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften gibt. Carlota Perez von der Cambridge University hält es daher für zwingend notwendig, dass der Gesetzgeber bessere finanzielle und regulatorische Anreize für die Innovationsfinanzierung schafft.

Welche wichtigen Funktionen VC-Gesellschaften auch über die reine Bereitstellung von Kapital hinaus erfüllen, erläutert Valerie Revest von der Université de Lyon. Da VC-Gesellschaften ökonomische und technologische Kompetenzen einbringen, gilt eine gelungene VC-Finanzierung als Gütesiegel. In diesen Fällen folgen nicht selten weitere Investoren. Weitaus bedeutender aber ist das Coaching, das mit VC-Finanzierungen einhergeht. Gerade bei High-Tech-Gründungen sei häufig die kaufmännische Kompetenz zum Zeitpunkt der Gründung nicht ausreichend im Unternehmen vorhanden. Dennoch sieht Mariana Mazzucato auch Grenzen der VC-Finanzierung. Bei vielen wichtigen Innovationsfeldern wie Pharma, Biotech oder erneuerbare Energien spiele die staatliche Förderung eine bedeutende Rolle.

Die Fragestellungen des Symposiums sind gerade für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg relevant. "Die Region gehört zu den führenden Industrie- und Innovationsregionen Europas und ist damit besonders abhängig von einer stabilen Verbindung zwischen Finanzierung und Innovation", so Dirk Sturz von Stuttgart Financial. Dies wird umso wichtiger, bezieht man den strukturellen und demographischen Wandel mit ein: Ohne eine auf kontinuierlichen Innovationen aufbauende Erneuerung der baden-württembergischen Industriestrukturen, wird das hohe Niveau in Zukunft nur schwer zu halten sein.

Die Referenten des Symposiums reisten aus ganz Europa und sogar aus Israel und Kanada an, so dass die Vorträge das übergeordnete Thema von unterschiedlichen Blickpunkten aus beleuchteten und neben nationalen und europäischen Perspektiven auch die internationale Dimension des Themenkomplexes behandelt werden konnte. Auch das Publikum setzte sich international zusammen und neben den Teilnehmern aus Süddeutschland konnte das Symposium Besucher aus Belgien und Spanien begrüßen.

"Eine vertiefte Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen wie dem LCF und den Wirtschaftspraktikern ist wichtig, um die Finanzstrategien an neue Bedürfnisse und veränderte Voraussetzungen in der Wirtschaft anzupassen", berichtet Andreas Pyka hierzu. "Von dem Wissens- und Meinungsaustausch solcher Konferenzen, wie sie in Hohenheim stattfand, profitieren Forscher und Praktiker und die Ergebnisse können sich letztlich positiv auf die Innovationskraft in Baden-Württemberg auswirken", stellt Dirk Sturz fest. "Mit Initiativen wie beispielsweise Baden-Württemberg: Connected e.V., verschiedenen Business Angels Netzwerken und weiteren Zentren für Unternehmensgründungen in Baden-Württemberg haben wir bereits ein solides Fundament, das es aber noch weiter auszubauen gilt", so die Bilanz der Veranstalter.

Weitere Informationen zum LCF sowie alle Vorträge finden Sie unter: www.stuttgart-financial.de/lcf.html

Über das Lisbon Civic Forum

Das "Lisbon Civic Forum" (LCF) ist eine europäische Forschungsplattform, die mit unterschiedlichen Initiativen die "Lissabon-Strategie" und neuerdings die "Wachstumsstrategie 2020" unterstützt - eine Strategie der Europäischen Kommission und des Ministerrats zur wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Erneuerung der EU. Sie konzentriert sich verstärkt auf die Felder demographischer Wandel, erneuerbare Energien, Klimawandel und Bildung, um so Wachstum und Beschäftigung in Europa zu unterstützen und den Aufbau einer wissensbasierten Volkswirtschaft in Europa voranzubringen.

STUTTGART FINANCIAL c/o Börse Stuttgart

Stuttgart Financial stellt die übergreifende Kommunikationsplattform für finanzwirtschaftliche Fragestellungen in Baden-Württemberg zur Verfügung. Als Marke der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. erfüllt Stuttgart Financial innerhalb der Börsenvereinigung den satzungsgemäßen Auftrag, im Interesse von Bürgern und Wirtschaft die baden-württembergische Finanzwirtschaft zu stärken. Die andere Säule der Börsenvereinigung bildet die am Gemeinwohl ausgerichtete Trägerschaft für die öffentlich-rechtliche Börsenplattform.

Mitbegründer von Stuttgart Financial im Jahr 2007 waren das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und die Stiftung Kreditwirtschaft der Universität Hohenheim. Stuttgart Financial bündelt die vorhandenen Inhalte und Stärken der Finanzwirtschaft in Baden-Württemberg und erhöht deren Sichtbarkeit. Die Aktivitäten zur Förderung des Finanzplatzes gliedern sich dabei in drei Teilbereiche: Durchführung von Veranstaltungen, Kommunikation mit den Finanzplatzakteuren und deren Vernetzung untereinander sowie Bereitstellung finanzplatzrelevanter Informationen.

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