"Westliche Manager verteidigen ihre Meinung wie eine Eiche, asiatische sind flexibel wie ein Bambus"

Interkulturelles Management

(PresseBox) (Köln, ) Die Zahl der internationalen Joint Ventures ist in den letzten drei Jahren erheblich gestiegen. Die Erfolge solcher Gemeinschaftsfirmen hängen wesentlich davon ab, wie gut es den beteiligten Topmanagern gelingt, als High Performance Team zu interagieren. Was in Hinblick auf kulturelle Unterschiede dafür notwendig ist, erklärt der Psychologe Prof. Dr. Hora Tjitra von der Zhejiang Universität in China am 14. Oktober auf der Messe Zukunft Personal in Köln.

Internationale Joint Ventures bergen spezifische Herausforderungen: Zum einen sind verschiedene Shareholder an ihnen beteiligt, die unterschiedliche kulturelle Hintergründe haben. Deswegen können Missverständnisse über Ziele und Erwartungen des Gemeinschaftsunternehmens sowie über das Rollenverständnis des Topmanagements öfter vorkommen als bei rein nationalen Joint Ventures. Zum anderen ist der kulturelle Hintergrund der Topmanagement-Teams nicht gleich, so dass sie zusätzliche interkulturelle Kompetenzen benötigen, um eine effektive Kommunikation und Zusammenarbeit zu gewährleisten.

"Bei Joint Ventures beobachte ich häufig, dass ein und dasselbe Wort in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen haben kann, insbesondere bei der Umsetzung in der Praxis", erzählt Prof. Dr. Hora Tjitra. Als Beispiel nennt er das Wort "Gewinn": Die Vorstellung, wie hoch und wie schnell er erzielt werden solle und welche Prioritäten verschiedene Stakeholder setzen, könne je nach Kultur stark variieren.

Interkulturelle Sensibilität entwickeln

Topmanager bräuchten für ihre Aufgaben in einer globalen Gemeinschaftsfirma ein großes Durchsetzungsvermögen. Doch gleichzeitig stünde ihnen dieses nicht selten im Weg, wenn es darum gehe, interkulturelle Sensibilität zu entwickeln. Während ein großes Durchsetzungsvermögen im westlichen Verständnis damit assoziiert werde, dass jemand unter allen Umständen auf seinem Standpunkt beharre, interpretierten Asiaten Durchsetzungsvermögen als hohe Flexibilität, die einen Menschen befähigt, Ziele niemals aufzugeben. Tjitra veranschaulicht diese Unterschiede mit einem Vergleich: "Westliche Manager verteidigen ihre Meinung wie eine Eiche, asiatische sind flexibel wie ein Bambus."

In Studien zur interkulturellen Sensibilität von Führungskräften in Deutschland und Asien fand der Psychologe heraus, dass es signifikante kulturelle Unterschiede darin gibt, wie viel explizites oder implizites Wissen Menschen brauchen und wie sie es verwenden. "Während Deutsche vor allem ihr rationales Hintergrundwissen beanspruchen, verlassen sich beispielsweise Indonesier mehr auf ihre intuitive Sensibilität. Ihr implizites Wissen besteht darin, zu fühlen, was wann richtig oder falsch ist", veranschaulicht Prof. Tjitra.

Im Umgang mit kulturellen Unterschieden beobachtete er auch verschiedene Herangehensweisen. Chinesen neigten zu "Differenzharmonisierung": In einer Situation der kulturellen Begegnung imitierten die Chinesen zuerst den fremden Stil, bevor sie ihn dann langsam in ihr Verhalten integrierten. Westliche Menschen hingegen hielten ihre Identität in derselben Situation eher aufrecht, bevor sie sich dann womöglich adaptierten. "Chinesen konzentrieren sich darauf, die Übereinstimmungen zwischen verschiedenen Parteien zu maximieren, um soziale Harmonie herzustellen, während westliche Personen versuchen, Unterschiede zu integrieren, um mögliche kulturelle Synergien zu schaffen", sagt der Professor von der Zhejiang Unversität.

Über Prof. Dr. Hora Tjitra

Seit dem Jahr 2004 lehrt und forscht der chinesisch stämmige Indonesier Prof. Dr. Hora Tjitra als außerordentlicher Professor für angewandte Psychologie mit dem Schwerpunkt organisationale und interkulturelle Psychologie an der Zhejiang Unversität in China. Vorher arbeitete er 15 Jahre lang in Deutschland, wo er für HR-Beratungsunternehmen die Themen globale Diversity und asiatische Business- und Development-Methoden übernahm. Neben seinen Lehr- und Forschungstätigkeiten berät er noch heute internationale Unternehmen in Europa und Asien, darunter beispielsweise Siemens, SAP, Dupont, Saint-Gobain oder Telkom Indonesia.

Weitere Informationen zur Messe Zukunft Personal sind unter www.zukunft-personal.de erhältlich.

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Für Besucher, die mit Kind zur Zukunft Personal anreisen, bietet der Veranstalter spring Messe Management gemeinsam mit dem pme Familienservice während der Messeöffnungszeiten von 9.00 bis 17.30 Uhr eine Vor-Ort-Betreuung für Kinder von 1 bis 12 Jahren an: www.zukunft-personal.de/kinderbetreuung

Über die Zukunft Personal

Vom 12. bis 14. Oktober 2010 öffnet die Zukunft Personal, Europas größte Fachmesse für Fragen rund um das Thema Personal in Unternehmen, bereits zum 11. Mal ihre Tore. Mehr als 11.000 Personalverantwortliche aus dem In- und Ausland informierten sich 2009 über Strategien und Lösungen für Personalmanagement. Bekannt ist die Messe insbesondere für ihr umfangreiches Vortragsprogramm zu den aktuellen Trends. Das Themenspektrum reicht von Recruiting und Retention über Leadership-, Weiterbildungs-, Arbeitsrechts und Softwarefragen bis hin zur Zukunft der Arbeitswelt.

spring Messe Managment GmbH

spring Messe Management veranstaltet Messen für Personalmanagement, Arbeitssicherheit, kommunale Wirtschaft, IT & Unternehmenssteuerung, Online-Marketing und Motivation in sechs Ländern - Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Russland und Spanien. Der private Messeveranstalter bringt Interessenten, Experten und Anbieter zusammen. Auf diese Weise fördert das Unternehmen die Kommunikation und den Austausch der Marktteilnehmer. Die Messen von spring sind ein Seismograph für neue Produkte, Ideen und Managemententwicklungen.

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