Drehmomentrakete aus den wilden 70ern

Lorinser feiert das Wiedersehen mit einem getunten 450 SEL 6.9 W116

(PresseBox) (Winnenden, ) Ihre Mondfahrzeuge hatten die USA 1975 längst eingemottet, da packten die Deutschen mit dem Mercedes 450 SEL 6.9 der Baureihe W116 eine Straßenrakete aus, die es vom Schub gefühlt durchaus mit einer Saturn V aufnehmen konnte. Den Motor entliehen die Konstrukteure in der Basis der mächtigen Staatslimousine 600, die einem Rolls-Royce im Renommee und Luxus in nichts nachstand: Aus gigantischen 6.834 Zentimetern Hubraum wrang er rekordverdächtige 550 Nm. Zu seiner Zeit war dies absoluter PKW-Rekord und ist im Autoquartett noch immer genug, um gegen einen aktuellen S500 den entscheidenden Stich zu erzielen. Sportliche Werte, die manch einer kaum hinter der im "Stuttgarter Spätbarock" gehaltenen Fassade vermuten würde, auch wenn das Fahrzeug damals mit einem Grundpreis von 70.000 Mark den Gegenwert einer Eigentumswohnung repräsentierte. Für alle, die mit der geballten Power nicht ganz so hinter dem Berg halten wollten, bot Sportservice Lorinser schon damals die Extrap ortion Überholprestige. Ein entsprechendes Fahrzeug mit zeitgenössischem Tuning präsentiert der schwäbische Veredler aktuell im Classic Center seines Autohauses in Waiblingen.

Während der W116 in der Werksversion noch ein typisches 70er Jahre Auto war, gelang mit dem Optikpaket von Lorinser der Schulterschluss zur Moderne. Die schmalen Chromstoßstangen, welche die Karosserie trotz ihrer faktischen Größe schlank und flach wirken ließen ersetzen die Techniker durch breite, eckige Kunststoffschürzen an Front und Heck. Fast scheint es so, als ob der Frontspoiler mit dem Renngittereinsatz und den integrierten Nebelscheinwerfern Mercedes als Vorbild für die Gestaltung der nächsten S-Klasse mit dem Werkscode W126 gedient hätte. An den Flanken schlagen massive Seitenschweller den Bogen zum Heck, das durch eine neue Heckschürze ebenfalls an Volumen gewonnen hat und auf dessen linker Seite ein massiver Doppelrohrauspuff von Lorinser prangt. Ein beherzter Tritt aufs Gaspedal und man vernimmt das Schnauben von 286 Pferden (210 kW), die den Galopp auf Tempo 100 über eine Dreigangautomatik in 7,4 Sekunden bewältigen. Leider limitieren die für heutig e Maßstäbe schlanken Reifen im Format von 205/55 VR 16 die Traktion ein wenig. Dafür sind die Multispeichenfelgen eine echte Augenweide: Sie stammen aus dem Hause BBS, da Lorinser in den 70er Jahren noch keine eigenen Räder anbot. Maximal erlaubt der Achtzylinder, der wie echte Sportwagen über eine Trockensumpfschmierung verfügt, 225 Sachen - dann sind Fahrwiderstände und Vortrieb im Einklang. Harmonisch gibt sich auch die Hydropneumatische Federung des S-Klasse, die auf einem französischen Patent basiert. Schnelle Kurven nimmt der große Mercedes für sein Alter überaus gelassen und er lässt sich mit dem griffigen Lorinser Lenkrad überraschend flink dirigieren. Ein Auto, das somit nicht nur zum vorsichtigen Cruisen einlädt.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann den gezeigten 450 SEL 6.9 nicht nur bewundern, sondern auch käuflich erwerben.

www.lorinser.com

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