Grenzüberschreitende Forschung zu Magenkrebs

(PresseBox) (Hagenberg, ) Das österreichische Genomforschungsprogramm GEN-AU engagiert sich in seiner nunmehr dritten Phase auch in transnationalen Forschungsvorhaben. Im Fokus des GEN-AU Projekts CANCERMOTISYS, das vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung BMWF und dem deutschen Pendant BMBF gefördert wird, steht die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten beim fortgeschrittenen Magenkarzinom. Zwei österreichische Forschungsteams und vier Projektpartner aus Deutschland haben für ihre Forschungsarbeit drei Jahre Zeit und über 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. Koordinator ist Dr. Julian Mattes von der Software Competence Center Hagenberg GmbH (SCCH).

"Wir führen neuartige systembiologische Untersuchungen durch, um die Wirksamkeit eines Krebstherapeutikums bei Magenkarzinomen festzustellen," erklärt CANCERMOTISYSProjektleiter Julian Mattes vom SCCH den Forschungsansatz. Das Medikament ist bereits bei Darmkrebs erprobt, nun wird die Wirkweise bei Magenkrebs erforscht. Mit therapeutischen Antikörpern versuchen die Forschenden, den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EFGR) zu hemmen, ein Protein, das den Zellstoffwechsel anregt und in Tumorzellen des Magenkarzinoms überrepräsentiert ist.

Ein weiteres wichtiges Ziel des transnationalen Projekts CANCERMOTISYS, ist, effiziente Biomarker - wie z.B. spezifische Genexpressionen - zu finden, die helfen, Gruppen von Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die auf die Therapie ansprechen. Dies soll zu einer personalisierten Medizin beitragen.

Systembiologische und länderübergreifende Forschung

CANCERMOTISYS ist ein gemeinsames Projekt von akademischen und industriellen Partnern aus Österreich und Deutschland, das 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der Koordinator des Projekt-Konsortiums, Julian Mattes, ist gleichzeitig auch Leiter eines der österreichischen Forschungsteams. Jede Forschungsgruppe arbeitet, gemäß ihren Schwerpunkten und Kernkompetenzen, an unterschiedlichen Fragestellungen des Forschungsgebiets.

"Das Medsys-Programm (eine deutsch-österreichische Förderinitiative der Medizinischen Systembiologie. Der österreichische Part wird im Rahmen von GEN-AU abgewickelt, Anm.) ist für uns ein besonderer Glücksfall, da wir hier die Gelegenheit haben mit hochspezialisierten industriellen und universitären Forschungsgruppen aus Deutschland und Österreich zusammenzuarbeiten. Dadurch wird es möglich, mittels systembiologischen Methoden neue Erkenntnisse zu gewinnen. Wir erhoffen uns, einen Schritt in Hinblick der personalisierten, maßgeschneiderten Therapie zu gehen," freut sich Julian Mattes über die transnationale Kooperation.

Methoden der Systembiologie spielen in der biologischen Forschung eine immer größere Rolle: in einem interdisziplinären Ansatz werden mathematische Konzepte, computergestützte Verfahren und biologische Experimente im Zusammenspiel angewandt.

Projektpartner

Am Forschungsunternehmen beteiligt sind:


- Software Competence Center Hagenberg GmbH, Projektleiter ist Dr. Julian Mattes
- Viscovery Software GmbH, Wien, unter der Projekteitung von DI Swetlana Gaffron
- Das Institut für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie der TU München, die Projektleitung hat Priv. Doz. Dr. Birgit Luber inne
- Biomax Informatics AG, München, Projektleiter ist Dr. Dieter Maier
- GenXPro GmbH, Frankfurt am Main mit Projektleiter Dr. Peter Winter
- Das Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, das Projektteam führt Prof. Dr. Rudolf Leube.

Zur Person

Der CANCERMOTISYS-Projektkoordinator Julian Mattes ist Leiter des Biomedical Data Analysis (BDA) Teams am SCCH. Der Forschungsschwerpunkt zielt auf die Entwicklung von Techniken zur vergleichenden und statistischen Analyse von Raum- oder Raum-Zeit-Daten und insbesondere von Bilddaten der Biologie und Medizin ab.

Mattes hat im letzten Jahr den Preis des oberösterreichischen Gesundheitsclusters "GC Genius" Award für das Forschungsprojekt "Neues Verfahren zum Raum-Zeit-Vergleich von Bildsequenzen des Herzzyklus für die Früherkennung der Therapiewirkung bei Herzmuskelerkrankungen" gewonnen. Im Rahmen von tech2b betreibt der Forscher sein eigenes Start Up. Er ist Vater zweier Söhne und spielt zum Ausgleich vom Forschungsalltag Klavier.

GEN-AU: Zahlen & Fakten

Das österreichische Genomforschungsprogramm wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung 2001 initiiert und ist auf insgesamt neun Jahre ausgelegt und nun in seine dritte und letzte Phase eingetreten. Das Programmmanagement ist heute in der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft angesiedelt. In den ersten beiden Programmphasen arbeiteten 200 Forschende von 160 Instituten in ganz Österreich in 58 Projekten und brachten mehr als 350 Publikationen und 30 Patentanmeldungen hervor. In der dritten Phase wird ein besonderer Schwerpunkt auf systembiologische Ansätze gelegt sowie die internationale Integration der österreichischen Forscher gestärkt.

Software Competence Center Hagenberg GmbH

Die Software Competence Center Hagenberg GmbH (SCCH) ist ein international anerkanntes, unabhängiges Forschungszentrum für softwarebezogene, technologische Entwicklungen. Es wurde vor zehn Jahren von fünf Instituten der Johannes Kepler Universität Linz gegründet. Seit Jänner 2008 ist das SCCH ein COMET K1-Zentrum.

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